Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Geld & Vorsorge > Gastbeitrag > Advertorial

Leasing als Sicherheitsnetz: So reagiert der Mittelstand auf die Investitionskrise

| Für den Inhalt des Artikels ist verantwortlich: Claudia Conen vom Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). | Lesezeit: 3 Min.

Leasing stabilisiert Investitionen im Mittelstand. E-Autos und Digitalisierung legen zu, Maschinen bleiben jedoch zurück – mit Folgen für den Standort.

Kompassnadel zeigt auf Leasing
Leasing, E-Mobilität und digitale Infrastruktur prägen 2025 die Investitionen des Mittelstands – Produktionsmaschinen geraten weiter ins Hintertreffen. (Foto: shutterstock)

Zwei von drei neuen Elektroautos kommen über Leasing auf die Straße. Investitionen in die Digitalisierung ziehen wieder an. Produktionsmaschinen stehen weiter unter Druck. Die aktuellen Leasing-Marktzahlen zeichnen ein Bild davon, wie Mittelständler bei getrübter Investitionsstimmung investieren. Sie zeigen auch, wo die größten Risiken für den Standort Deutschland liegen. Der Investitionsstau bleibt groß, und die Entwicklung der Unternehmensinvestitionen bereitet weiterhin Sorgen. Sie lagen 2025 real elf Prozent unter dem Niveau von 2019. 

von Claudia Conen

Der Leasing-Markt ist ein Seismograph. Er zeigt nicht nur, welche Güter Unternehmen finanzieren wollen, sondern vor allem, wie sie mit Unsicherheit umgehen: In unsicheren Zeiten greifen Unternehmen verstärkt auf Leasing zurück, um Investitionsrisiken zu reduzieren und flexibel zu bleiben.  

Das Neugeschäftsvolumen der deutschen Leasing-Wirtschaft stieg 2025 nominell um 3,2 Prozent auf 83,12 Milliarden Euro. Preisbereinigt blieb das Volumen stabil – und das in einem wirtschaftlichen Umfeld, in dem die gesamtwirtschaftlichen Investitionen insgesamt zurückgingen. Die Leasing-Quote kletterte entsprechend auf 26,6 Prozent: Mehr als ein Viertel aller Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland wird damit über Leasing finanziert.  

Elektromobilität: Leasing als Treiber

Besonders markant ist die Entwicklung bei Elektrofahrzeugen. Zwei von drei neu zugelassenen batterieelektrischen Pkw kamen 2025 über Leasing auf die Straße. Dies ist nochmals eine Steigerung gegenüber 2024.  

Beim Umstieg auf Elektromobilität stellen sich viele Fragen: Wie stabil bleiben die Restwerte? Und wie rasch schreitet die Batterietechnik voran? Welche Auswirkungen hat dies auf Unternehmensflotten? Leasing erleichtert Investitionen in einer Phase technologischer und politischer Unsicherheit. Es begrenzt die Kapitalbindung, ermöglicht Technologiewechsel nach Vertragsende und erhält die Liquidität im Unternehmen. 

Gerade für den Mittelstand ist das ein entscheidender Vorteil. Wer als Handwerksbetrieb, Logistikunternehmen oder produzierender Mittelständler seine Flotte elektrifizieren will, kann dies über Leasing schrittweise, kalkulierbar und mit geringerem Risiko tun.  

Digitalisierung: Die Trendwende ist da

Schnelle Innovationszyklen zeigen sich auch im IT-Bereich. Nach mehreren schwachen Jahren zogen 2025 die IT-Leasing-Investitionen wieder an (+ 9 Prozent). Getrieben wird dieser Anstieg durch kombinierte Investitionen in Software und Hardware. Neben Nachholeffekten gibt es einen steigenden Bedarf an sicherer digitaler Infrastruktur durch Modernisierung, Automatisierung, Effizienzsteigerungen und datengetriebene Anwendungen, zu denen zunehmend auch KI-basierte Lösungen zählen. 

Für den Mittelstand ist das eine gute Nachricht. Digitale Infrastruktur ist Voraussetzung für Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Leasing bietet zudem die Option, nach wenigen Jahren auf die nächste Generation zu wechseln. Viele Leasing-Modelle verbinden außerdem Finanzierung mit technischen Services. 

Das Warnsignal: Produktionsmaschinen

Doch die Leasing-Daten zeigen auch, wo es brennt. Und dies in zweifacher Hinsicht:  Das Segment Produktionsmaschinen ging 2025 erneut zurück, um 5,5 Prozent. Viele Industriebranchen, darunter Automotive und Chemie, verschoben Investitionen in neue Anlagen.  

Hier zeigt sich einerseits eine strukturelle Investitionsschwäche. Unser Kapitalstock veraltet. Unternehmen, die heute nicht in Produktionskapazitäten investieren, verlieren morgen an Wettbewerbsfähigkeit. Der Investitionsbooster der Bundesregierung – eine temporäre Sonderabschreibung für Ausrüstungsinvestitionen – hat bislang keine spürbare Wirkung erzielt. Was fehlt, sind verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen, die Unternehmen Planungssicherheit geben.  

Andererseits müssen die Produktionsprozesse und Geschäftsabläufe vor Aus- und Störfällen abgesichert werden. 

 

Resilienz als notwendiges zusätzliches Investitionsfeld

Investitionen in Resilienz und Sicherheit rücken zunehmend in den Fokus. Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – müssen sich stärker darauf vorbereiten, dass Produktionsabläufe durch Konflikte, Lieferkettenstörungen oder auch Stromausfälle unterbrochen werden können. Entsprechend gewinnen Investitionen in Notfall- und Sicherungskapazitäten an Bedeutung, etwa für Katastrophenschutz, kritische IT-Systeme oder die Absicherung zentraler Geschäftsprozesse. Leasing kann hier unterstützen, indem Unternehmen Reserve- oder Sicherungsgüter flexibel bereitstellen – etwa Maschinen, IT-Systeme, Energie- oder Logistiktechnik, die im Ernstfall schnell verfügbar sind und deren technischer Stand über Services- und Wartungsleistungen im Bedarfsfall auch tatsächlich zur Verfügung steht. 

Gleichzeitig entsteht Investitionsbedarf beim Ausbau von Kapazitäten in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie entlang ihrer Lieferketten. Die Zulieferindustrie verändert sich. Wenn Produktionskapazitäten erweitert werden, entsteht häufig ein erheblicher Vorfinanzierungsbedarf bei Zulieferern – etwa bei Unternehmen, die sich von bisherigen Märkten wie der Automobilindustrie teilweise neu ausrichten. Auch staatliche Stellen und Einsatzorganisationen wie Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste oder das Technische Hilfswerk stehen vor steigenden Investitionen in Ausrüstung und Infrastruktur. Leasing kann hier eine Rolle spielen, weil der Umgang mit Technologien erleichtert wird, die sich sehr schnell weiterentwickeln. 

Was der Mittelstand jetzt braucht

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Leasing Investitionen in einem schwachen Umfeld stabilisieren kann. Doch auch Leasing folgt der Konjunktur und kann den Trend allein nicht umkehren. Entscheidend sind daher politische Rahmenbedingungen, die neue Investitionsdynamik ermöglichen. 

Politik und Verwaltung müssen hier gegensteuern. Vorrang hat ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden. Ebenso wichtig sind schnellere Genehmigungsverfahren und steuerliche Bedingungen, die im internationalen Wettbewerb bestehen können. 

Bleiben die wichtigen Reformen aus, altert der industrielle Kapitalstock weiter. Damit gerät die Grundlage für künftigen Wohlstand unter Druck. Zusätzlich braucht es einen Kapazitätsaufbau im Bereich Resilienz, damit Unternehmen zukunftssicher wirtschaften können.  
Ob der Mittelstand wieder stärker investiert, entscheidet sich daher nicht nur in den Unternehmen, sondern auch in der Wirtschaftspolitik. 

Die Autorin

Dr. Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) 

Bleiben Sie bestens informiert

Immer auf dem neuesten Stand: Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter und bekommen Sie Top-News und Analysen direkt per E-Mail.

 

Ähnliche Artikel