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Silberpreis auf Zehnjahreshoch: Industrie und Anleger im Aufwind

| Markt und Mittelstand Redaktion

Silber klettert über 38 Dollar. Hohe Industrienachfrage und Angebotslücke bieten Investitionspotenzial für Mittelstand.

gestapelte Silberbarren
(Foto: shutterstock)

10.8.2025 - Markt und Mittelstand:  Der Silberpreis setzt seinen Aufwärtstrend fort. Am späten Sonntagabend notierte die Feinunze bei 38,34 US-Dollar beziehungsweise 32,89 Euro. Auf Dollarbasis entspricht das einem Plus von rund 32 Prozent seit Jahresbeginn, in Euro gerechnet knapp 18 Prozent. Damit bewegt sich Silber auf dem höchsten Niveau seit über einem Jahrzehnt.

Industrielle Nachfrage trifft auf Angebotslücke

Analysten sehen den Preisanstieg vor allem durch strukturelle Faktoren getrieben. Neben der anhaltend hohen Nachfrage aus der Solarindustrie, der Halbleiterfertigung und der Elektromobilität spielt auch der wachsende Einsatz in KI-Infrastruktur und militärischer Technologie eine Rolle. Das Angebot kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten.

Laut Berechnungen von HSBC wird sich das globale Angebotsdefizit 2025 auf 206 Millionen Unzen belaufen – nach 167 Millionen Unzen im Vorjahr. Die Bank hat ihre Preisprognose für 2025 auf durchschnittlich 35,14 US-Dollar je Feinunze angehoben. Auch Citi rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit Kursen um 40 US-Dollar, im optimistischen Szenario sogar bis zu 46 US-Dollar.

Auch Wallstreet Online nennt konkrete Kursziele: "Bereits in zurückliegenden Silber-Kommentaren wurden die 43 US-Dollar und 50 US-Dollar als potenzielle aus der Auflösung des Dreiecks abzuleitende Bewegungsziele thematisiert." 

Die Gold-Silber-Ratio, ein wichtiger Indikator für die relative Bewertung von Silber, liegt aktuell bei 89. Historisch betrachtet deutet dies auf eine Unterbewertung von Silber hin. Experten sehen einen langfristig relevanten Wert für die Ratio bei 60, was zusätzliches Aufwärtspotenzial für den Silberpreis impliziert.

Geopolitik und Kapitalmärkte als zusätzlicher Treiber

Geopolitische Unsicherheiten und ein schwächerer Dollar verstärken die Attraktivität des Edelmetalls für Anleger. Anders als Gold gilt Silber zwar weniger als klassischer „Safe Haven“, dennoch nutzen Investoren es zunehmend zur Diversifikation. Neben dem physischen Erwerb von Münzen und Barren setzen viele auf börsengehandelte Wertpapiere (ETCs) oder Minenaktien.

An den Terminmärkten haben sich die Netto-Long-Positionen auf Silber in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der Preistrend kurzfristig intakt bleibt – auch wenn die Volatilität höher ist als bei Gold.

Fakten kompakt: Silbermarkt 2025

  • Aktueller Kurs (10. August 2025, 22:45 Uhr): 38,34 USD / 32,89 EUR pro Feinunze
  • Jahresveränderung 2025: 32,5 % in USD / + 18,2 % in EUR

  • Haupttreiber der Rally

    • Hohe industrielle Nachfrage (Solar, Halbleiter, Elektromobilität, KI, Rüstung)

    • Angebotsdefizit: 206 Mio. Unzen (2025, HSBC)

    • Geopolitische Unsicherheiten und schwächerer US-Dollar

  • Prognosen führender Banken

    • HSBC: Ø 35,14 USD/oz (2025)

    • Citi: 40 USD/oz, bullisch bis 46 USD/oz

  • Risiken

    • Hohe Volatilität im Vergleich zu Gold

    • Konjunkturabhängigkeit der industriellen Nachfrage

  • Ausblick

    Mittel- bis langfristig hängt die Preisentwicklung stark von der globalen Konjunktur ab. Ein Abkühlen der Industrieproduktion würde die Nachfrage dämpfen, während anhaltende Investitionen in grüne Technologien und Digitalisierung den Markt stützen könnten.

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