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Geld & Vorsorge > Insolvenz Trachtenkette

Traditionsreiche Trachtenkette Dollinger schließt alle deutschen Filialen

| Markt und Mittelstand Redaktion

Das bayerische Modehaus Dollinger meldet nach 67 Jahren Insolvenz an. Zum 31. Oktober 2025 werden alle fünf Standorte in Deutschland geschlossen.

(Foto: shutterstock)

Die 1958 gegründete Trachtenkette Dollinger muss nach 67 Jahren Firmengeschichte Insolvenz anmelden und alle deutschen Filialen schließen. Trotz Sanierungsbemühungen konnte kein tragfähiger Plan für den Fortbestand des Unternehmens entwickelt werden. Der Fall zeigt exemplarisch die Herausforderungen für traditionelle Einzelhändler in Zeiten sich wandelnder Konsumgewohnheiten und steigender Kosten.

Hintergrund und Entwicklung des Traditionsunternehmens

Dollinger wurde 1958 in Berchtesgaden als Fachgeschäft für Herrenmode gegründet. 1963 erweiterte das Unternehmen sein Angebot um Trachtenmode und entwickelte sich zu einer bekannten Adresse für traditionelle bayerische Kleidung. In den letzten Jahren betrieb Dollinger fünf Filialen in Bayern: in Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Reit im Winkl, Ruhpolding und Traunstein. Das Familienunternehmen wurde bereits in dritter Generation geführt und galt besonders in Süddeutschland als etablierte Marke für Trachtenmode.

Details zur Schließung der Filialen

Ende März 2025 leitete Dollinger ein Eigenverwaltungsverfahren ein, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren und eine Sanierung umzusetzen. Trotz intensiver Bemühungen konnte jedoch kein tragfähiger Sanierungsplan entwickelt werden. Am 31. Oktober 2025 wird nun der Geschäftsbetrieb in Deutschland vollständig eingestellt. Alle fünf Filialen in Bayern müssen schließen.

Ab August beginnt in allen betroffenen Filialen ein geordneter Räumungsverkauf. Die Warenbestände sollen mit Rabattaktionen abverkauft werden. Kunden haben somit noch die Möglichkeit, Trachtenmode zu günstigeren Preisen zu erwerben.

Gründe für die wirtschaftliche Schieflage

Geschäftsführerin Kathrin Proft nennt mehrere Faktoren, die zur Insolvenz beigetragen haben:

  • Folgen der Corona-Pandemie mit sinkender Kundenfrequenz im stationären Handel
  • Steigende Kosten für Mieten, Energie und Personal
  • Angekündigte Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns

Die Kombination aus rückläufigen Umsätzen und steigenden Kosten führte zu einer wirtschaftlich nicht mehr tragfähigen Situation für das Unternehmen. Auch die Renaissance der Trachtenmode, die in den vergangenen Jahren vor allem unter jungen Menschen an Popularität gewann, konnte das Traditionshaus nicht retten.

Auswirkungen auf Mitarbeiter und Standorte

Von der Schließung sind 31 Beschäftigte in Deutschland betroffen. In den vergangenen Jahren wurde die Mitarbeiterzahl bereits von 150 auf 31 reduziert, wobei nach Unternehmensangaben keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen wurden. Acht Mitarbeitende sollen nun in andere Unternehmen der Firmengruppe wechseln.

Die fünf Standorte in Bayern – Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Reit im Winkl, Ruhpolding und Traunstein – werden zum 31. Oktober geschlossen. Dies bedeutet einen Verlust für die lokale Einzelhandelslandschaft in den betroffenen Städten.

Zukunft der Marke in Österreich

Während alle deutschen Filialen schließen müssen, bleibt der Dollinger-Standort in Salzburg erhalten. Er soll künftig vom Schwesterunternehmen Feli&Hans Fashion weitergeführt werden. Die Salzburger Filiale wird die Marken Felicitas, Hans und Stapf präsentieren. Damit bleibt zumindest ein Teil des Unternehmens und seiner Tradition erhalten.

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