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Geld & Vorsorge > Betriebliche Vorsorge

Unternehmensvorteil Prävention: Wie Firmen mit betrieblicher Krankenversicherung punkten

| Midia Nuri | Lesezeit: 3 Min.

Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter ist freiwillig. Für die Unternehmen kann sie sich lohnen, um Beschäftigte zu halten oder neu zu gewinnen.

Zahnersatz
Teure Reparaturen: Betrieb­liche ­Krankenversicherungen können auch besseren Zahnersatz abdecken. (Foto: shuttrstock)

 

Von Midia Nuri

Mit der App ist es einfach: „Sie brauchen nur die Rechnung abzufotografieren und hochzuladen“, sagt Bernhard Pietsch, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen BE+P in Limburg an der Lahn. „Das wird akzeptiert oder auch mal nachgefragt.“ So können seit knapp zwei Jahren die 51 Mitarbeiter Zuschüsse zu ihren Gesundheitskosten bei der R+V Versicherung beantragen. „Sehhilfen, Zahnvorsorge, Ernährungsberatung oder auch Rückenschule“, zählt Pietsch auf. Er hat schon seine Arbeitsplatzbrille geltend gemacht. „Und wir appellieren auch an die Mitarbeiter, das Angebot zu nutzen.“ 

Die Zusatzkrankenversicherung, die hier leistet, hat BE+P bei der R+V Krankenversicherung zugunsten der Beschäftigten abgeschlossen. Für knapp 170 Euro Jahresbeitrag pro Mitarbeiter können sich diese seither bis zu 300 Euro jährlich an Gesundheitsausgaben erstatten lassen. Das hebe das Wohlbefinden, so die Idee der Personalabteilung. Die Mitarbeiter nahmen in einer Betriebsversammlung auch dankend an. „Der große Vorteil für uns ist, dass keine Verwaltungskosten für die Erstattungen anfallen“, sagt Geschäftsführer Pietsch. Über die App können die Nutzer auch Rezepte, Verordnungen oder etwa Heil- und Kostenpläne einreichen und müssen hierfür kein weiteres Formular ausfüllen. 

Arbeitgeber haben die freie Auswahl, was den Versicherungsumfang betrifft. Sie können für ihre Mitarbeiter über eine betriebliche Krankenversicherung absichern, was auch privat versicherbar ist, etwa Zahnzusatz- oder Krankenhauszusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte. „Der Schutz über den Arbeitgeber wird ohne Gesundheitsfragen gewährt“, sagt Katja Schröder, Vertriebsbeauftragte Betriebliche Vorsorge der R+V Versicherung. Auch ältere oder vorerkrankte Mitarbeiter sind automatisch über den Betrieb mitversichert. Was sie sonst privat zu weit ungünstigeren Konditionen wären. 

Steuerliche Vorteile 

„Die Beiträge richten sich allein nach dem Versicherungsumfang und sind für alle Mitarbeiter einheitlich gleich, was den Umsetzungsaufwand in den Unternehmen stark reduziert“, erklärt Frank Girolstein, Leiter des Kompetenzcenters Krankenversicherung der R+V Krankenversicherung. Und anders als in der privaten Krankenversicherung lehnt das Unternehmen keine Kostenübernahme beispielsweise wegen bereits vor Vertragsabschluss begonnener Behandlung ab. Auch mit Ausschlüssen oder Wartezeiten ist bei einer betrieblichen Krankenversicherung nicht zu rechnen. „Es kann lediglich je nach Branche zu tarifspezifischen Einschränkungen kommen“, sagt Girolstein. 

Während Arbeitgeber hierzulande zu Arbeitsschutzmaßnahmen und einem Eingliederungsmanagement verpflichtet, sind, ist die betriebliche Gesundheitsvorsorge freiwillig. Dank steuerlicher Vergünstigungen kann sie sich lohnen. Nach Paragraf 3 Nummer 34 Einkommensteuergesetz (EStG) können Arbeitgeber Beschäftigten bis zu 600 Euro jährlich steuerfrei zusätzlich zum Arbeitslohn für Gesundheitskosten erstatten. Höhere Kosten können Arbeitgeber über ein betriebliches Gesundheitsmanagement auch darüber hinaus geltend machen. „Es können Maßnahmen steuerbefreit geleistet werden, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der Paragrafen 20 und 20b SGB V genügen“, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium. Wer Rechtssicherheit für seine Maßnahmen wünscht, kann beim Finanzamt eine Anrufungsauskunft nach Paragraf 42e EStG einholen. Die Kosten für eine Gruppenkrankenversicherung sind Betriebsausgaben. 

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