Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Ratgeber für den Alltag > Buchrezensionen Wirtschaftsliteratur

Buchtipps: Wirtschaftsbücher im Check

| Markt und Mittelstand Redaktion | Lesezeit: 10 Min.

Wirtschaftsbücher analysiert: Relevante Thesen, Trends und Nutzen für Unternehmen. Die stärksten Impulse für Mittelstand und Management.

Thorsten Giersch
Chefredakteur Thorsten Giersch präsentiert die neuesten Wirtschaftsbücher und liefert fundierte Analysen für unsere wöchentliche Serie. (Foto: screenshot, youtube)

Markt und Mittelstand

Welche Wirtschaftsbücher lohnen sich? Chefredakteur Thorsten Giersch analysiert Thesen, ordnet ein und zeigt, was Mittelständler wirklich weiterbringt. Kurz, klar, nützlich – die wichtigsten Erkenntnisse aus aktuellen Wirtschaftsbüchern auf einen Blick.

Prognosen sind besonders schwer, wenn sie die Zukunft betreffen, sagt ein Bonmot. Und zugegeben bereut man die Lektüre vieler Trend-Bücher spätestens ein Jahr später, weil es doch ganz anders gekommen ist.

Bei dem Werk von Thomas Knüwer, Richard Gutjahr und Frank Horn könnte es anders sein. Die drei Digital-Vordenker haben in ihrem Buch „20 Trends für 2035“ (im Selbstverlag) etwas geschafft, woran viele gescheitert sind: einen präzisen und nützlichen Ausblick in die Zukunft. 

mehr

Simon sagt, was im Management wirklich zählt

Hermann Simon ist der einzige Deutsche in der Thinkers50 Hall of Fame. ­Seine knapp 50 Jahre Erfahrung mit Management und Unternehmen hat er in 23 Kapitel auf 352 Seiten gegossen. Das Buch versammelt Ideen, Geistesblitze, Erkenntnisse und Beobachtungen. Es ist im September im Murmann Verlag erschienen. 

Zum Interview

Wenn Führung Leben rettet: Was Manager vom Schockraum lernen können

Wenn jede Sekunde zählt und ein Team nur durch Klarheit, Ruhe und Mut geführt werden kann: Notfallmediziner Sebastian Casu zeigt Managern, wie Führung im Schockraum funktioniert – und warum entschlossenes Handeln manchmal Leben rettet.

Zum Interview

Wir sind Unternehmer, keine Unterlasser

Auf 328 Seiten und in zwölf Kapiteln berichtet Michael Lindner davon, wie er das Familienunternehmen von 1986 an zu einem internationalen Kosmetikanbieter aufbaute und 2020 an seine Kinder übergab. Das Buch „Wir sind Unternehmer, keine Unterlasser“ ist Anfang November im Stieglitz Verlag, Mühlacker, erschienen.

 

Schnelleres Lernen

Unsere Anpassungsfähigkeit hat den Menschen zur mächtigsten Spezies auf dem Planeten aufsteigen lassen. Im Kleinen wissen wir, dass die, die schneller lernen, erfolgreicher sind. Beim Lernen als Organisation tun sich viele Unternehmen aber schwer. Wie man das im KI-Zeitalter hinbekommt, ist für Andreas Beisswenger der wesentliche „letztverbleibende differenzierende Wettbewerbsfaktor für Unternehmen“, wie er in „Loop Learning“ (Campus Verlag) schreibt. Beisswenger arbeitete als Führungskraft in Dax-Konzernen, ist inzwischen Gründer und Lehrbeauftragter an Universitäten. Er trifft mit seinem Buch eine Marktlücke, gibt es doch recht wenig neues Ratgebermaterial, das im KI-Zeitalter noch Bestand hat. Sympathisch ist, dass Beisswenger das Wort „Angst“ einsetzt, mal als „Lernangst“, mal als „Angst beim Verlernen“. Verlernen ist wichtig, um dem Neuen Raum zu geben.

Leidenschaftliche Strategie

Berater sind viel auf Reisen, aber dafür ist dieses Buch nicht ideal: „Strategy Decoded“ (Murmann Verlag). Der englische Titel sollte den deutschen Leser genauso wenig abschrecken wie das Gewicht der 430 Seiten. Das Werk von Oliver Greiner und Nikolai Brosch ist auch inhaltlich üppig und wunderbar gestaltet, passend zum Untertitel: „Wie Unternehmen Lust auf Zukunft bekommen“. Die beiden Strategieberater von Horváth haben mehrere Preise eingeheimst. Greiners Buch „Touchdown“ versteckt man nach dem Lesen nicht in der hintersten Ecke des Regals. Die Frage „Produkt gut, alles gut?“ beantworten sie mit Nein und der These, dass Lust auf Zukunft in erster Linie „Lust auf Strategie“ bedeutet. KI schwingt gefühlt auf jeder Seite mit, aber es gilt: „Eines sollten wir der künstlichen Intelligenz immer voraushaben: Herzblut.“ Und KI kann keine Lust auf Zukunft haben, nur wir Menschen.

Mutige Kommunikation

Manchmal machen Buchtitel Angst, zumindest Teilen der arbeitenden Bevölkerung. Bei „Alles auf Veränderung“ (Campus Verlag) von Jakob Lipp könnte das so sein. Gerade beim Thema KI „macht die Transformation etwas mit uns“, schreibt er. „Leider wissen wir nicht genau was und haben ein ungutes Gefühl.“ Dabei will der Kommunikationsprofi Mut machen für den Wandel. Sein Buch bietet auch eine Übersicht über alles, was im Business transformiert werden sollte. Entsprechend ist die Lektüre nicht zwingend nötig für diejenigen, die schon ganz viele Bücher über diese Themen gelesen haben, sondern eher für den Einstieg. Lipps ist Bühnenprofi, begann als Mentalist und berät nach 20 Jahren Erfahrung vor dem Publikum heute Führungskräfte. Ganz viele handwerkliche Tipps für die ideale Ansprache finden sich in diesem Buch eher nicht. Die hat Lipps bereits in „Kommunikative Kompetenz“ untergebracht. 

Erfolgreiche Autorität

Neue Technologien bringen auch immer neue Paradoxien mit sich – so auch die KI-Welt, in die wir geschleudert werden. Eine der größten ist, dass in der Welt des verfügbaren Wissens heute nicht mehr die gewinnen, die am meisten wissen, sondern die, denen man am meisten zutraut. Das ist die zentrale These von Ulf Zinne in „Die Authority Economy“. Wenn „Experten sterben“, schreibt der Gründer von Human Sales Expert, überlebten die großen Autoritäten. Das 70-Seiten-Büchlein komprimiert spannende Thesen von Zinne sowie weiteren Gastautorinnen und -autoren. Die Botschaft ist ehrlich und hart genug, um wahr zu sein. „Es geht längst nicht mehr darum, gut zu sein, sondern, auf eine ganz bestimmte Art und Weise in die Wahrnehmung der Kunden als einzige Option für die Lösung seines Problemfeldes zu werden.“ Das klingt schwer, ist aber nicht unmöglich und ein Asset in der neuen KI-Welt.

Karrieremachen – eine Anleitung

Hiltrud D. Werner hat 30 Jahre lang Karriere gemacht in Konzernen wie BMW, MAN, ZF und war nach dem Diesel-Skandal auch Vorständin für Integrität und Recht bei VW. Ihre Lebensgeschichte ist voller praktischer Tipps für aufstrebende Führungskräfte.

Zum Video

Ende der Kapitalknappheit

Die Geschichte der Menschheit ist eine der Knappheiten. Vor rund 10.000 Jahren entdeckten unsere Vorfahren den Ackerbau, siedelten sich an. Dann wurde es eng, was die Jäger und Sammler nicht kannten. Nach dem Übergang ins Industriezeitalter mangelte es an Kapital. Diese Ära gehe allmählich zu Ende, sagt Albert Wenger in seinem Buch „Die Welt nach dem Kapital“ (Piper Verlag).

Der Deutschamerikaner ist ein weltweit aktiver und bekannter Wagniskapitalgeber. Grundsätzlich sei genug Geld da, damit alle Menschen vernünftig leben könnten. Durch digitale Technologien werde Aufmerksamkeit knapp, so seine zentrale These – spannend für Entscheidungsträger. Denn Wenger geht es um die Frage, warum Politiker und Firmenlenker ihre Aufmerksamkeit nur bedingt auf die wichtigsten Bereiche richten (können). Katzenvideos sind leichter konsumierbar als Artikel über Quantencomputer, die Ablenkung schadet auf allen Ebenen. Was man dagegen tun kann, erklärt Wenger über weite Strecken gekonnt. 

Ende der Selbstvorwürfe

Sisyphos hat sein Schicksal der Sinnlosigkeit akzeptiert und gewann dadurch Freiheit und Glück. Der Stein, den die Menschen seit rund 250 Jahren den Berg hochrollen, ist die perfekte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Darüber hat die Historikerin Martina Heßler mit „Sisyphos im Maschinenraum“ (C.H. Beck Verlag) ein großartiges Buch geschrieben, dass nicht nur angenehm zu lesen und spannend, sondern auch nutzbringend für Geschäftsentscheidungen ist.

Die Professorin für Technikgeschichte an der TU Darmstadt wirft auf 250 Seiten einen Blick zurück und erklärt, wie wir Menschen mit Maschinen umgegangen sind – vor allem im Hinblick auf Fehlbarkeit. Mal fühlten wir uns anfällig und waren froh, als die Maschinen uns halfen. Mal stand deren Unzulänglichkeiten im Fokus wie auch jetzt bei künstlicher Intelligenz. Eine Lehre: Der ständige Selbstvorwurf der Menschen, ein Mängelwesen zu sein, das durch Maschinen optimiert werden muss, greift genauso zu kurz wie die Hoffnung, dass uns ein Computerchip perfektioniert. 

Zum Video

Ende der Missverständnisse

Es gibt seit Jahren gute Bücher über China, Stefan Barons „Die Chinesen“ etwa oder Frank Sierens „Zukunft? China!“. Die Sinologin Martina Rudyak ist mit „Dialog mit dem Drachen“ (Campus Verlag) aktueller. Und sie hat geschafft, was für lesende Führungskräfte wichtig ist: umfangreiches Wissen auf weniger als 200 Seiten zu bringen.

Ihre Kernthese überrascht kaum, kann aber nicht oft genug wiederholt werden: Das Gros der Deutschen hat ein unpräzises Bild von China und wir müssen uns mehr Komplexität zumuten. Vieles wird unterschiedlich verstanden. Ein Beispiel ist der Drache: hierzulande ein feuerspeiendes Wesen mit Flügeln. In China eine geschmeidige Kreatur, die kein Feuer speit, sondern Wasser bringt. Das nachlassende Interesse am Reich der Mitte, schreibt Rudyak, führe auch dazu, dass der Wandel dort unbemerkt bleibe: bei grüner Politik, Zivilprozessrecht, modernem Arbeitsrecht.

 

Zum Video

Ende der Dominanz

Brigitte Witzer betrachtet die Diskussion, wie viel Hierarchie in Unternehmen gut ist, seit Jahren aus der ersten Reihe. Sie war Verlagsleiterin, Managerin im Großkonzern, Professorin und betreut nun Führungskräfte als Coach. Schon vor 20 Jahren beerdigte sie in „Die Zeit der Helden ist vorbei“ einen veralteten Autoritätsbegriff. In „Das Ende der Dominanz“ (Ariston Verlag) erklärt sie differenzierter als der Titel vermuten lässt, wie Führung auf Augenhöhe funktioniert, ohne das aufgesetzte Harmonie wie ein Duftspray durch den Raum wabert. Ihre These: Beschäftigte erwarten mehr Augenhöhe, weil sie sich seit Jahrzehnten auch im Privaten durchgesetzt hat: in der Ehe etwa, in der Kindererziehung. In Unternehmen haben die alten Konzepte in vielen Top-Etagen überlebt. Aber unten ist der Druck groß, agil und kollaborativ zu arbeiten. Das ist für Mittelmanager belastend. Für sie ist es nicht leicht, auf dominantes Verhalten zu verzichten, wenn sie selbst dominant geführt werden.

Zum Video

Miteinander sprechen

Bücher über Gespräche mit Mitarbeitern, oft auch Weeklys genannt, waren in den vergangenen Jahren eher selten. Nun sind zwei sehr hilfreiche Werke praktisch zeitgleich erschienen. Alexander Kerkow-Nugent erklärt in „One On One“ (Campus Verlag), welche Standards für „vertrauensvolle Vieraugengespräche“ gelten sollten.

Sehr praxisnah geht der spezialisierte Coach zehn Prinzipien durch und widerlegt auch die vermeintlichen Argumente, die Führungskräfte oft gegen Einzelgespräche anfügen. Auch Rüdiger Klepsch ist sehr nah dran an der Lebensrealität von Managerinnen und Managern. In seinem Buch „Feedback- und Mitarbeitergespräche“ (Wiley Verlag) geht er praktisch alle Szenarien durch.

Beide Bücher sind sehr gelungen, Klepsch etwas formaler und ausführlicher, „One on One“ etwas leichter konsumierbar. Die Bedeutung von solchen Besprechungen mit den Direct Reports, empfohlen werden zwei bis vier pro Monat, kann in der heutigen Zeit kaum überschätzt werden. Ja, der Zeitaufwand ist immens. Aber beide Autoren sind sich sicher: Es lohnt sich. 

Zum Podcast

Empathische Führung

Allein die Lebensgeschichte von Lunia Hara wäre ein eigenes Buch wert. Aber die Vordenkerin und Top-Managerin – unter anderem bei VW – beschreibt sie in ihrem neuen Buch „Empathische Führung“ (DVA Verlag) nur als Mittel zum Zweck, weil sie dazugehört, die Vorteile ihrer Methoden zu verstehen.

Hara will Managerinnen und Manager davon überzeugen, die Arbeitswelt mit Mitgefühl zu revolutionieren. Dass es mit den alten Methoden nicht gut läuft, zeigen Umfragen deutlich. Dass gerade der Mittelstand mit Buzzword-Bingo aber nicht zu packen ist, weiß die Autorin auch genau. Sie macht ihre Punkte mit großer Klarheit und smarten Argumenten. Etwa: Empathie hat nichts mit Soft zu tun. Das ideale Buch für den Sommerurlaub, um als andere Führungskraft zurückzukommen. Wobei auch klar wird, dass es hartes Training inklusive Selbstreflexion braucht. Gute Feedbackkultur kommt nicht von allein. Wer etwas gegen Quiet Quitting tun will, sollte bei Empathie ansetzen.

Clever anlegen

Vermutlich bietet der Sommerurlaub Führungskräften eine der wenigen Gelegenheiten im Jahr, sich etwas intensiver mit dem eigenen Vermögen zu beschäftigen. Zumindest für die, die einen guten Überblick gebrauchen können und noch nicht allzu tief in den Themen sind, ist „Investieren mit Weitblick“ (Gabal Verlag) empfehlenswert.

Das Buch ist ein Finanz- und Börsenratgeber für die ganze Familie, denn der Fokus liegt darauf, Informationen für jede Lebensphase an die Hand zu geben. Die Autorinnen kennen sich aus. Edda Vogt ist seit mehr als 25 Jahren Finanzredakteurin und wie Fabienne Lindner zertifizierte Börsenhändlerin sowie Portfoliomanagerin. Ihr Buch hat eine klare Struktur und beinhaltet neben vielen Klassikern auch vergleichsweise neue Trends wie Kryptowährungen. Hier ist praktisch kein Wort zu viel, was es von so manch anderem Geldanlagebuch unterscheidet. Laufende Kosten und steuerliche Themen werden auch bedacht, somit ist eine vernünftige Vollständigkeit gegeben.

KI im Vertrieb

Wie findet künstliche Intelligenz den Weg in die operative Arbeit von Unternehmen, gerade auch bei den kleinen und mittelgroßen Betrieben? Die Frage ist eine der wesentlichen dieser Zeit, und wer sich konkret im Hinblick auf die Themen der Kundengewinnung und Monetarisierung informieren möchte, dem seien diese beiden Bücher empfohlen, die eng zusammenhängen. Stephan Heinrich beschreibt in „KI im Vertrieb“ (Wiley Verlag) einige allgemeine Mechaniken rund um die Technologie, geht dann aber sehr strukturiert ins Detail.  

Einen Schritt eher beginnt Shiv Singh in seinem Buch „KI im Marketing für Dummies“ (Wiley Verlag). Er erklärt die Nützlichkeit von künstlicher Intelligenz bei der Erstansprache und anderen Marketingprozessen, also bevor der Vertrieb so richtig ins Spiel kommt. Singh hatte verschiedene Führungspositionen bei großen US-Unternehmen inne, bevor er sich auf die neue Welt des KI-Marketings spezialisierte und dieses umfangreiche Opus Magnum zum Thema veröffentlichte. 

Nvidia verstehen

Jensen Huang war nicht Tellerwäscher, sondern kellnerte. Und er ist nicht Millionär, sondern Milliardär und einer der reichsten Menschen der Welt. Der Gründer und CEO von Nvidia lebt den amerikanischen Traum. In Taipeh geboren, kam er als kleiner Junge in die USA und lebte dort zunächst allein – mit einem Internet, in dem Mitschüler ihn schikanierten. Der Rest ist Geschichte – und zwar eine enorm spannende.

Der renommierte Journalist Stephen Witt hat mit seiner Biografie „The Thinking Machine“ (Campus Verlag) ein Meisterstück hingelegt, weil er Huang nah kommt, ohne ihm zu nah zu kommen. Die Fleißarbeit, mit vielen Begleiterinnen und Begleitern des Nvidia-CEO zu sprechen, führt zu einem klaren Bild, das einen Menschen zeigt, der für seinen Erfolg auch einen Preis bezahlen musste: Huangs Frau konnte keine Karriere machen, er selbst sah seine Kinder kaum aufwachsen und die Mitarbeiter erlebten immer wieder einen Choleriker.

Zudem geht der Autor kritisch mit Huang ins Gericht, weil dieser die Gefahren durch künstliche Intelligenz immer wieder herunterspielt. Leserinnen und Leser lernen viel über Nvidia, dessen Produkte sowie die Geschichte der künstlichen Intelligenz, wie wir sie heute kennen. 

Zum Video

Besser entscheiden

Möglichst viele richtige Entscheidungen zu treffen, ist eine Kernkompetenz von Führungskräften. Doch gerade hier hakt es, sagen die Autoren von „Smart Management“ (Campus Verlag). Das Buch erklärt unter anderem das Problem von intuitiven Entscheidungen und der Angst, zuzugeben, dass man mit dem Bauch entschieden hat. „Man stellt dann einen Mitarbeiter ab, der eine Woche lang nach Gründen suchen soll und präsentiert dann die intuitive als faktenbasierte Entscheidung.“ Die teurere Variante ist, dafür ein Beratungsunternehmen zu beschäftigen. Besser geht es mit Heuristiken – und die werden detailliert und praxisnah vorgestellt. Geschrieben wurde das Buch von drei Autoren: Gerd Gigerenzer, Bestsellerautor, Psychologe und Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Universität Potsdam. Jochen Reb, Professor für Organisationsverhalten und Personalwesen an der Singapore Management University, und Shenghua Luan, Professor für Psychologie und leitender Forscher des Labors für Risiko- und Unsicherheitsmanagement am Institut für Psychologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Zum Video

Freier leben

Timothy Snyder sorgte zuletzt für Schlagzeilen, weil der prominente Historiker wegen der neuen Regierung von Donald Trump die USA verlässt und nach Kanada zieht. Die Fallhöhe ist nennenswert: Synder ließ sich wegen der „amerikanischen Katastrophe“ an der Yale-Universität beurlauben und tritt nun eine Professur in Toronto an. Mit seinen Bestsellern „Über Tyrannei“, „On Freedom“ und „Bloodlands“ ist er weltberühmt geworden. Auf X folgen ihm mehr als eine halbe Million Menschen. Warum, zeigt auch sein neues Buch „Über Freiheit“ (C.H. Beck Verlag). Snyder analysiert messerscharf, warum wir uns auch im Westen selbst um die Freiheit bringen. Dabei überzeugt allein schon seine Definition des Begriffs, die weit über den üblichen Sprachgebrauch hinausgeht. Für viele bedeutet Freiheit, frei von etwas zu sein. Doch diese negative Freiheit sollte eben nicht alles sein. Das großartige Werk ist auch ein Wirtschaftsbuch, weil der Autor unter anderem die Dysfunktionalität verschiedener Märkte erklärt – allen voran des Gesundheitssystems.

 

Zum Video

Das gespaltene Indien

von Ahopy Mody

Indien bietet für die deutschen Wirtschaft riesige Chancen. Doch wie tickt das Land wirklich? Vieles geht in der allgemeinen Berichterstattung unter. Umso wertvoller ist das Buch "Das gespaltene Indien" von Ashoka Mody, Gastprofessor an der Princeton University und früher hochrangiger Manager beim Internationalen Währungsfonds. 

 

Zum Video

Künstliche Emphatie – wenn Maschinen Gefühle zeigen

von David Matusiewicz und Jochen A. Werner

Maschinen, die wie Menschen Gefühle zeigen – das mag noch sehr weit entfernt sein. Fast schon Alltag ist es aber, dass Maschinen Gefühle auslösen, allen voran Systeme mit künstlicher Intelligenz. All das und noch viel mehr haben David Matusiewicz und Jochen A. Werner in ihrem Buch „Künstliche Emphatie – wenn Maschinen Gefühle zeigen“ zusammengefasst. 

Zum Video

Freudenberg: Ein Start-up der Revolution

von Carsten Knop

2024 kürte Markt und Mittelstand das Unternehmen Freudenberg zum „Aufsteiger des Jahres“. Nun erscheint anlässlich des 175. Firmenjubiläums ein Buch, das die Geschichte dieses ganz besonderen Familienunternehmens erzählt: Clevere Zukäufe, rechtzeitiges Loslassen und Führungskräfte, die sich nicht zu wichtig nehmen.

zum Video

Aufstieg der Abgehängten: Wie vernachlässigte Regionen wieder erfolgreich werden können

von Paul Collier

Was hierzulande in den Jahren nach 1945 passierte, ist als „Wirtschaftswunder“ in die Geschichte eingegangen und gilt bis heute als Paradebeispiel dafür, wie eine Wirtschaft wieder flottgemacht werden kann. Die Erfolgsformel hinter diesem Jahrhundert-Comeback (und noch viel mehr) beschreibt Paul Collier in seinem aktuellen Bestseller "Aufstieg der Abgehängten“. Der Brite gilt als einer der profiliertesten Ökonomen weltweit. Sein Spezialgebiet ist herauszufinden, wie es einige Regionen schaffen, sich aus schwierigen Situationen zu befreien – und andere nicht.  

zum Video

Die nächste Stufe der Evolution: Wenn Mensch und Maschine eins werden

von Ray Kurzweil

Über die Zukunft zu sprechen und Recht zu behalten ist eine Kunst. Und kaum jemand beherrschte die in den vergangenen drei Jahrzehnten so gut wie Ray Kurzweil. Der Tech-Visionär war Leiter der technischen Entwicklung bei Google und ist eine der Autoritäten schlechthin bei künstlicher Intelligenz. Seine Bücher wurden Weltbestseller, jetzt ist mit „Die nächste Stufe der Evolution“ (Piper Verlag) ein neues erschienen. Zitat: „In zehn Jahren werden Menschen mit KI interagieren, die überzeugend menschlich wirkt, und einfach Gehirn-Computer-Schnittstellen werden das tägliche Leben ebenso prägen, wie es heute Smartphones tun.“  

Zum Video

 

Wie man Streit im Unternehmen aushält

von Hendric Mostert und Dana Hoffmann

Konflikte sind etwas Gutes und gehören in jedes Unternehmen. Die Frage ist nur, wie man sie managt. Darum geht es in „Conflict Culture Playbook“ von Hendric Mostert und Dana Hoffmann. Er ist Wirtschaftspsychologe, Mediator und Organisationsentwickler, sie Führungskräfte-Coachin und Moderatorin – auch bekannt aus der ZDF-Sendung „Volle Kanne“.  

zum Video

Robert Habecks neues Buch "Den Bach rauf - eine Kursbestimmung"

von Robert Habeck

Robert Habceks neues Buch „Den Bach rauf“ erschien natürlich nicht aus Zufall mitten im Wahlkampf. Objektivität darf man freilich nicht erwarten. Der Spitzenkandidat der Grünen führt so manche Grundsatzfrage. Antworten auf aktuelle Fragen oder neue Ideen sucht man auf den 141 Seiten eher vergeblich.  

zum Video

Roland Berger - Der Consultant: Biographie

von Gregor Schöllgen

Roland Berger, Jahrgang 1937, hat gern über sein Leben gesprochen, aber zu einer Biografie war es bisher nicht gekommen. Jetzt erschien ein Buch über das Leben der Beraterlegende. „Roland Berger – Der Consultant“ heißt es und Autor ist niemand geringeres als Gregor Schöllgen. Der renommierte Historiker schrieb schon über Willy Bandt, Gerhard Schröder, Martin Herrenknecht, Gustav Schickedanz und diverse weitere Unternehmerfamilien. Die Biografie ist mehr als „nur“ die Beschreibung einer großen Unternehmerkarriere – es ist auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte. Leserinnen und Leser gehen mit Roland Berger durch die Jahrzehnte beginnend mit der Nachkriegszeit über das Wirtschaftswunder hin zur Neuzeit.  

zum Video

Die große Potenzialverschwendung

von Cawa Younosi

Auf der einen Seite haben Unternehmen über eine Million Jobs ausgeschrieben, die nicht besetzt werden können. Auf der anderen Seite bekommen Hunderttausende am Arbeitsmarkt keinen Fuß auf die Erde. Wie lässt sich das Potenzial heben? Wie integrieren wir all die, die ein wenig vom Standard abweichen, in die Betriebe? Der HR-Vordenker Cawa Younosi macht in seinem Buch Vorschläge. 

Zum Video

Zukunft im Widerspruch: Wie sich Deutschland neu erfinden muss

Herausgegeben von Anahita Thoms, Sebastian Dettmers, Gülsah Wilke, Fabian Kienbaum, Magdalena Oehl, Hauke Schwiezer

 

Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer haben sich mit Menschen aus Wissenschaft und Gesellschaft zusammengetan, um diesen Leitfaden für die Zukunft unserer Wirtschaft zu schreiben: Das Buch “Zukunft im Widerspruch” zeigt, was vor allem auf dem Arbeitsmarkt, aber auch in den Unternehmen passieren sollte. Eine kurze Video-Rezension. 

Zum Video

Von guten Absichten zu messbaren Erfolgen

von Marc-René Faerber, Hans-Joachim Grabow, Benjamin Niethammer, Erik Strauß

Wirksames Umsetzungsmanagement im Mittelstand: Heute geht es um ein Gemeinschaftswerk von vier namhaften Fachleuten mit dem Titel “Von guten Absichten zu messbaren Erfolgen”. Sehr praxistauglich geht es darin um das Gestalten von Transformation gerade auch in kleinen und mittelgroßen Unternehmen.  

Zum Video

Unausgesprochene Wahrheiten: Von toxischem Verhalten und einem fairen Arbeitsumfeld

von Emre Çelik

Wokeness ist ein Wort der Stunde – vor allem das Ende des Hypes dahinter. Immer mehr Unternehmen schaffen seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ihre Diversitätskriterien ab, stoppen grüne und genderengagierte Werbekampagnen. Nachhaltigkeit ist als Marketingthema plötzlich weniger angesagt. Werbeagenturen sagen nun sogar ein Ende der Wokeness in der Wirtschaft voraus. Das Buch von Emre Çelik hält dagegen. Er meint auch etwas anderes als das, was viele unter Wokeness verstehen. Ihm geht es darum, toxisches Verhalten am Arbeitsplatz zu verhindern. Die realen Beispiele, die er nennt, erschrecken. Sein viel beachteten Buch heißt „Unausgesprochene Wahrheiten“ (Haufe Verlag). Çelik ist derzeit einer der gefragtesten Personalexperten und arbeitet als People & Culture-Manager bei Google DeepMind. Praxisnah erklärt er in dem Buch, wie man in Unternehmen jeder Größe für mehr Fairness sorgen kann. Grundlage ist eine gewisse Sensibilität rund um Verhaltensweisen, die weit über das hinausgehen, was wir unter Mobbing verstehen. Viele Begebenheiten werden immer noch als normal wahrgenommen, sind es aber nicht. 

 

Playbook Resonanz: Finde die Affekte, die Marken wirklich antreiben

von Bernhard Fischer-Appelt

Wann kaufen Menschen etwas, wann nicht? Wie kann man in dieser lauten Welt mit Botschaften am besten durchdringen? Warum sind einige Marken stark, obwohl die Produkte es kaum hergeben? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Fachleute in Marketing und Kommunikation seit Jahrzehnten. Und sowohl die aktuelle Forschung als auch konkretes Geschäft bieten immer wieder neue Erkenntnisse. Für Bernhard Fischer-Appelt, Co-Gründer von FischerAppelt, mit 700 Beschäftigten eine der größten inhabergeführten PR-Agenturen weltweit, hat seine Erkenntnisse im Buch „Playbook Resonanz“ (Murmann Verlag) aufgeschrieben. Die Unterzeile verrät, worauf es ihm ankommt: „Finde die Affekte, die Marken wirklich antreiben.“ Es geht also um aufschießende psychische Erregungen, die zu Kurzschlusshandlungen führen. Oder wie der Autor schreibt: die instinktive Einleitung des Denkens. Fischer-Appelt wechselt in seinem Buch zwischen theoretischen Erklärungen und verschiedenen Fallbeispielen, die die Macht von affekt-orientierter Kommunikation belegen. Kommunikation ist eben mehr als der Austausch von Information und Nachrichten. 

Ähnliche Artikel