Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
Studien & Forschung > Immobilienmarkt Deutschland

IW-Immobilien-Studie / Wohnungsmarkt 2025: Kaufpreise steigen – Mietwachstum bremst leicht

| Markt und Mittelstand Redaktion

IW-Wohnindex zeigt: Eigentum verteuert sich wieder, Mieten steigen langsamer – der Wohnungsmarkt tritt in eine neue Phase ein.

urbanes Wohnquartier im Spannungsfeld zwischen klassischem Einfamilienhaus und futuristisch anmutenden Wohnblöcken.
Institut der Deutschen Wirtschaft: Wohnungen in zentraler Lage bleiben gefragt – doch der Markt dreht sich langsam: Eigentum verteuert sich, Mietanstieg flacht ab. (Foto: ki-generiert by chatgpt / MuM)

30.7.2025 Markt und Mittelstand

Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser haben im zweiten Quartal 2025 spürbar an Wert gewonnen. Nach einer Phase rückläufiger Preise verzeichnet der neue Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wieder ein Plus:

  • Eigentumswohnungen: +2 % zum Vorjahr, +1,9 % zum Vorquartal

  • Ein- und Zweifamilienhäuser: +3 % zum Vorjahr, +1,2 % zum Vorquartal

Als Treiber der Entwicklung gelten stabilisierte Bauzinsen und verbesserte Markterwartungen. In nahezu allen Großstädten und Regionstypen legten die Preise zu – am deutlichsten in Köln (+3,3 %), gefolgt von Essen (+2,6 %), Düsseldorf und Frankfurt (je +2,1 %). In Dortmund blieb die Lage dagegen mit +0,3 % nahezu stabil.

Markt beginnt sich zu drehen.

IW-Experte, Pekka Sagner, Senior Economist für Wohnungspolitik und Immobilienökonomik

Mieten: Anstieg flacht erstmals ab

Auf dem Mietmarkt bleibt die Lage angespannt, doch das Tempo des Anstiegs nimmt ab. Bundesweit stiegen Neuvertragsmieten um 0,8 % gegenüber dem Vorquartal – das ist das erste Mal seit drei Jahren, dass die Mietpreise langsamer steigen als die Kaufpreise.

Dennoch gibt es regionale Unterschiede:

  • Düsseldorf (+1,8 %), Essen (+1,7 %) und Frankfurt (+1,3 %) mit kräftigen Zuwächsen

  • Leipzig mit einem Rückgang von –0,6 %, Köln nahezu unverändert mit +0,1 %

Die Ursachen: fehlender Neubau, demografischer Druck und ein strukturell knappes Angebot an Mietwohnungen.

Markt dreht sich – aber nicht überall

Laut IW-Experte Pekka Sagner beginnt eine neue Phase am Immobilienmarkt. Die Rückgänge bei den Kaufpreisen seien gestoppt, aber die Entwicklung verlaufe differenziert. Besonders Metropolen in zentraler Lage gewinnen wieder an Wert, während das Umland sich langsamer stabilisiert.

Mietmärkte dagegen bleiben unter Druck – ein Signal, dass die Bautätigkeit nach wie vor nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

 

Wohnungsmarkt Q2/2025 (IW-Wohnindex)

Daten & Einordnung zur aktuellen Entwicklung bei Kaufpreisen und Mieten in Deutschland

  • Kaufpreise steigen wieder nach Rückgängen in den Vorjahren

    • Eigentumswohnungen: +2,0 % zum Vorjahr, +1,9 % zum Vorquartal

    • Ein- und Zweifamilienhäuser: +3,0 % zum Vorjahr, +1,2 % zum Vorquartal

    • Stärkste Anstiege in Köln, Essen, Düsseldorf; nur leichte Zuwächse in Berlin, Stuttgart

    • Haupttreiber: stabile Bauzinsen & verbesserte Markterwartungen
       

  • Mieten steigen weiter – aber langsamer

    • Neuvertragsmieten bundesweit: +0,8 % zum Vorquartal, +3,8 % zum Vorjahr

    • Dynamische Mietzuwächse: Düsseldorf (+6,3 %), Frankfurt (+6,2 %), Essen (+6,1 %)

    • Erste Bremszeichen: z. B. Leipzig: –0,6 %, Köln: kaum Veränderung

    • Hauptursache: Angebotsengpässe, fehlender Neubau, hoher Zuzug

Regionaler Fokus

  • Zentrumsnahe Lagen in Berlin, Köln, München wieder mit stärkeren Preisimpulsen

  • Umlandregionen stabilisieren sich langsamer

  • Frankfurt & Stuttgart: Preisrückgänge im Zentrum, aber jüngst wieder leicht positi

Bedeutung für Wirtschaft & Politik

  • Die anhaltende Verknappung im Mietsegment verstärkt den Handlungsdruck auf Bauwirtschaft und Kommunen

  • Notwendig: zügige Planungsprozesse, Anreize für Neubau und Umnutzung, digitale Genehmigungsverfahren


Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, Wohnindex Q2/2025
Analyse basiert auf aktuellen Marktdaten und regionalen Auswertungen der Kauf- und Mietpreisentwicklung.

Fazit

Der Wohnungsmarkt 2025 zeigt ein gemischtes Bild: Kaufpreise steigen flächendeckend, während sich bei den Mieten erste Bremszeichen zeigen. Die zentrale Herausforderung bleibt der strukturelle Wohnungsmangel – und damit die Frage, wie Politik und Bauwirtschaft wieder mehr Angebot schaffen können.

Zur Studie
 

Bleiben Sie auf dem Laufenden, abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie immer die neuesten Nachrichten und Analysen direkt in Ihren Posteingang.

 

Ähnliche Artikel