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Studie: Maschinenbau bleibt Innovationsmotor – 70 Prozent der Unternehmen treiben Neuerungen voran

| Britta Kuschnigg | Lesezeit: 2 Min.

Laut ZEW-Branchenreport investieren Unternehmen Milliarden in Forschung und neue Technologien.

Maschinenbauer
(Foto: shutterstock)

Der deutsche Maschinenbau ist mehr als ein industrieller Sektor – er ist ein Seismograf für die technologische Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Wo komplexe Systeme entstehen, Produktionsprozesse optimiert und industrielle Wertschöpfungsketten neu gedacht werden, manifestiert sich jene Innovationskraft, die über Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand entscheidet.

Dass der deutsche Maschinenbau in diesem Gefüge eine Schlüsselrolle einnimmt, belegt die aktuelle Erhebung des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), die gemeinsam mit infas und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) durchgeführt wurde. Untersucht wurden im Jahr 2024 rund 369.000 Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten.

Mit einer Innovatorenquote von 70,1 Prozent positioniert sich der Maschinenbau deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft, der bei 51,7 Prozent liegt. Von den 10.486 erfassten Maschinenbauunternehmen entfalteten 7.352 im Berichtsjahr 2024 konkrete Innovationsaktivitäten. Die Branche bestätigt damit nicht nur statistisch, sondern strukturell ihren Anspruch als technologischer Vorreiter.

Auch die Umsatzstruktur verweist auf diese besondere Dynamik. Von einem Gesamtumsatz in Höhe von 331,9 Milliarden Euro entfielen 53 Milliarden Euro auf Produktinnovationen. Der Anteil innovativer Produkte am Gesamtumsatz beträgt damit 16 Prozent – und liegt signifikant über dem Durchschnitt der deutschen Wirtschaft von 12,6 Prozent. Innovation ist hier nicht Randphänomen, sondern tragendes Geschäftsmodell.

Diese Ausrichtung spiegelt sich in der Investitionsintensität wider. Insgesamt wandte der Maschinenbau 2024 rund 19,04 Milliarden Euro für Innovationen auf. Vier von fünf Unternehmen investierten in neue Entwicklungen. Der Schwerpunkt liegt mit 66 Prozent klar auf Forschung und Entwicklung, während 18 Prozent der Mittel in Anlageinvestitionen und 16 Prozent in sonstige innovationsbezogene Aufwendungen flossen.

Bemerkenswert ist dabei die strategische Kontinuität: Für 2026 planen die Unternehmen Innovationsausgaben in nahezu gleicher Höhe von 19,05 Milliarden Euro. In einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld setzt der Maschinenbau damit ein klares Zeichen. Seine Zukunftsfähigkeit gründet weiterhin auf einer konsequenten und langfristig angelegten Innovationsorientierung.

 

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Infokasten: Geschichte des Maschinenbaus

Von der Dampfmaschine zur Industrie 4.0

  • 18. Jahrhundert – Industrielle Revolution
    Mit der Dampfmaschine von James Watt beginnt die Mechanisierung der Produktion. Der Maschinenbau entwickelt sich als eigenständiger Industriezweig.
  • 19. Jahrhundert – Industrialisierung in Deutschland
    Der Ausbau von Eisenbahn, Stahlindustrie und Großmaschinenbau treibt das Wachstum. Erste Maschinenfabriken entstehen, technische Hochschulen professionalisieren die Ingenieurausbildung.

  • Frühes 20. Jahrhundert – Serienfertigung
    Elektrifizierung und arbeitsteilige Produktion ermöglichen Massenfertigung. Der deutsche Maschinenbau etabliert sich als international wettbewerbsfähig.

  • Nachkriegszeit – Exportstärke
    Mit dem Wirtschaftswunder wird der Maschinenbau zu einer tragenden Säule des deutschen Exports. Spezialisierung und mittelständische Strukturen prägen die Branche.

  • 1990er- und 2000er-Jahre – Globalisierung und Automatisierung
    Digitale Steuerungstechnik, CNC-Systeme und Automatisierung verändern Produktionsprozesse grundlegend.

  • Heute – Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit
    Vernetzte Maschinen, Künstliche Intelligenz und datenbasierte Geschäftsmodelle prägen die Entwicklung. Gleichzeitig gewinnen Energieeffizienz und nachhaltige Produktion an Bedeutung.

Der Maschinenbau zählt heute zu den innovations- und exportstärksten Branchen Deutschlands und gilt als Schlüsselindustrie für zahlreiche andere Wirtschaftszweige.

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