Dienstag, 20.11.2012
Recht & Steuern
Handel in Asien

ASEAN will Handel vereinfachen

In Südost-Asien könnten bald neue Freihandelsabkommen entstehen. Auch die USA und China mischen kräftig mit.

In Südost-Asien bahnen sich neue Freihandelszonen an. Die aufstrebenden Länder der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) wollen ihre Handelsbarrikaden senken. Das steht auf der Agenda des zehnten Ost-Asien-Gipfels, der derzeit in der Hauptstadt von Kambodscha, Phnom Penh, stattfindet. Ziel ist es, bis Ende 2015 eine sogenannte Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) zu installieren. Damit wollen die zehn ASEAN-Mitglieder (unter anderem Singapur, Indonesien und Thailand) und ihre sechs Dialog-Partner (unter anderem China, Indien und Japan) Handelsbarrikaden untereinander abbauen.

ZeeNews India berichtet über dieses Vorhaben und beruft sich dabei auf den indischen Handelsminister Anand Sharma. Dieser sagte, die Finanzminster des Gipfels hätten im August einen entsprechenden Entwurf vorgelegt. Der Gipfel werde über die Vorschläge beraten und eine entsprechende Einschätzung abgeben.

USA forcieren Handel mit Südost-Asien

Auch US-Präsident Barack Obama will den Handel in Südost-Asien für sein Land öffnen. Kein Wunder: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sagt den ASEAN-Mitgliedern für die kommenden Jahre ein durchschnittliches Wachstum von 5,5 Prozent voraus. Damit werden sie als Handelspartner immer wichtiger. Obama reiste extra nach Phnom Penh, um über einen möglichen Beitritt zur "Transpazifischen strategischen wirtschaftlichen Partnerschaft" (TPP) zu verhandeln. Diesem Zusammenschluss gehören aktuell Singapur, Neuseeland, Chile und Brunei an.

China sucht neue Partner

Durch neue Freihandelsabkommen in Südost-Asien wollen die USA auch unabhängiger von der wirtschaftlichen Entwicklung in China werden. Die schwächelnde amerikanische Wirtschaft braucht dringend neue Wirtschaftspartner. China dagegen verhandelt auf dem Ost-Asien-Gipfel mit Südkorea und Japan über neue Freihandelsabkommen. Der südkoreanische Handelsminister zeigte sich hocherfreut: "Würden beide Abkommen in Kraft treten, so hätten sie eine Größe vergleichbar mit der EU."