Donnerstag, 02.05.2019
„Kluge Wirtschaftspolitik ist für mich immer auch Mittelstandspolitik“: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Interview mit „Markt und Mittelstand“.

Foto: Olaf Kosinsky/ Wikipedia

„Kluge Wirtschaftspolitik ist für mich immer auch Mittelstandspolitik“: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Interview mit „Markt und Mittelstand“.

Recht & Steuern
Interview mit Bundeswirtschaftsminister

Wirtschaftsminister Altmaier: „Das Amt ist bei mir in guten Händen“

Im Exklusiv-Interview mit „Markt und Mittelstand“ weist Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Kritik an seiner Amtsführung zurück. Noch in diesem Jahr will er seine Mittelstandsstrategie präsentieren.

Peter Altmaier hält sich für einen kompetenten und fähigen Wirtschaftsminister. Sein Amt sei bei ihm „in guten Händen“, sagt er im Exklusiv-Interview für die 25-Jahre-Jubiläumsausgabe von „Markt und Mittelstand“. Als Wirtschaftsminister dürfe man „keine Berührungsängste“ mit den Unternehmen und ihren Beschäftigten haben und müsse wissen „wo der Schuh drückt“. Er stehe mit der deutschen Wirtschaft in engem Austausch. „Insofern kann ich Sie beruhigen: Das Amt ist bei mir in guten Händen“ , gibt sich Altmaier selbstbewusst. Der Christdemokrat, der zeitlebens noch nie in der freien Wirtschaft gearbeitet hat und seit 25 Jahren im Deutschen Bundestag sitzt, war zuletzt von Industrieverbänden und Mittelständlern für seine „Nationale Industriestrategie“ als zu „konzernfokussiert“ kritisiert worden.

Altmaier kündigt im Interview zudem an, den Mittelstand bei Steuern und Abgaben entlasten und von unnötiger Bürokratie befreien zu wollen. Mittelständische Unternehmen seien „die Ausbilder der Nation, pflegen langfristige Beziehungen zu ihren Kunden und Lieferanten und punkten weltweit mit höchster Qualität.“ Noch in diesem Jahr will der Sechzigjährige seine bereits seit langem erwartete Mittelstandsstrategie vorlegen. Konkrete Inhalte nennt er freilich (noch) nicht.

„Nicht umsonst wird der Mittelstand im Ausland so beneidet“

Kritik, dass sich die Politik zu sehr um Großunternehmen und kaum um den Mittelstand kümmere, weist Altmaier zurück: „Kluge Wirtschaftspolitik ist für mich immer auch Mittelstandspolitik.“ So habe die Bundesregierung eine Strategie zur Bekämpfung des Fachkräftemangels vorgestellt, die darauf setze, hiesige Arbeitnehmer zu Fachkräften zu qualifizieren und gezielt qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben. Er habe nicht den Eindruck, dass sich die Politik Nachlässigkeit gegenüber dem Mittelstand vorwerfen lassen müsse: „Ganz im Gegenteil“, betont Altmaier: „Nicht umsonst wird der Mittelstand im Ausland so beneidet.“

Zugleich unterstreicht er die Bedeutung offener Märkte für wirtschaftliches Wachstum. Gerade für den exportstarken Mittelstand mit seinen vielen Hidden Champions sei der Freihandel essentiell: „Nur ein freier, fairer und regelgebundener Handel schafft Wohlstand und Arbeitsplätze“, sagt Altmaier gegenüber „Markt und Mittelstand“. „Abschottung oder einseitige Handelsbarrieren hingegen vernichten Wachstum – und zwar auf allen Seiten.“ (Mehr zum Thema Internationalisierung lesen Sie hier.)

Mitarbeit: Martin Pirkl

Das ganze Interview lesen Sie in der Mai-und 25-Jahre-Jubiläums-Ausgabe von „Markt und Mittelstand“, die am 3. Mai erscheint. Hier können Sie das Magazin kaufen oder abonnieren.