Dienstag, 17.10.2017
Tüfteln und entwickeln: Auch in den F&E-Abteilungen sind Leiharbeiter anzutreffen.

Foto: nd3000/Thinkstock/Getty Images

Tüfteln und entwickeln: Auch in den F&E-Abteilungen sind Leiharbeiter anzutreffen.

Recht & Steuern
Gastkommentar

Leiharbeit in Deutschland: Genug reguliert!

Durch die Reform der Arbeitnehmerüberlassung riskiert der Gesetzgeber die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Hochtechnologiefirmen. Bei der Neuregelung wurde missachtet, dass Forschungsprojekte oft mehrere Jahre dauern. Ein Gastkommentar.

Die seit April 2017 geltende Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes erschwert die Projektumsetzung mithilfe externer Facharbeitskräfte. Das sorgt für einen steigenden Verwaltungsaufwand sowie erhöhte Kosten - bei sinkender Flexibilität.

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Dieses Feedback bekommen wir regelmäßig vor allem von mittelständischen Unternehmen aus dem Hochtechnologie-Bereich. Die Gründe: Bei der neuen Regelung zur Höchstüberlassung wurde missachtet, dass Engineering-Projekte ein bis drei Jahre dauern. Gerade in der Forschung und Entwicklung ist diese Laufzeit keine Seltenheit. Die erneuten Einschränkungen können somit für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem internationalen Markt massive Folgen haben.

Die Gehaltsanpassung nach spätestens neun Monaten (Equal Pay) übersieht außerdem, dass die Bezahlung von hoch qualifizierten Fremdarbeitskräften bei High-End-Engineering-Dienstleistern ohnehin transparent, marktgerecht und bundesweit einheitlich geregelt ist.

Damit verfehlt die Novelle auch ihr Ziel, die schwarzen Schafe der Leiharbeitsbranche, deren Mitarbeiter im Niedriglohnbereich tätig sind, zu reglementieren: Denn ihre Projekteinsätze sind häufig so kurz, dass sie den Equal-Pay-Status und damit auch nicht die vom Gesetzgeber gewünschte Sicherheit erhalten.

Autor

Markus Eckhardt ist seit 2004 für Brunel tätig und seit 2015 Geschäftsführer des deutschen Ablegers. Der Ingenieurdienstleister verfügt innerhalb der DACH-Region und in Tschechien über mehr als 40 Standorte.