Samstag, 11.03.2017
Unfälle passieren. Doch was ist, wenn nicht der Fahrer versagt, sondern die Technik?

Foto: popksr/Thinkstock/Getty Images

Unfälle passieren. Doch was ist, wenn nicht der Fahrer versagt, sondern die Technik?

Recht & Steuern
Autonomes Fahren

Selbststeuerndes Auto: Ohne Fahrer geht nichts

Visionen für das autonome Fahren lenken von der Tatsache ab, dass noch nicht einmal automatisiertes Fahren möglich ist. Für Letzteres will der Gesetzgeber nun Regeln schaffen. Fest steht, dass stets der Fahrer verantwortlich sein wird.

Großen Aufsehens konnte sich der Volkswagen-Konzern gewiss sein, als Anfang März das erste Konzeptfahrzeug für autonomes Fahren aus der Wolfsburger Ideenschmiede auf dem Genfer Autosalon vor das Publikum rollte. Sedric (Self-driving Car) benötigt keinen Fahrer mehr. Es soll selbst Menschen, die keine Fahrerlaubnis besitzen oder blind sind, sicher ans Ziel bringen.

Als Steuerelemente dienen ein Knopf oder ein Vibrationssignal. Kommunizieren können die vier Fahrgäste mit dem Selbstfahrsystem über die Sprache, mit deren Hilfe Fahrziele oder Unterbrechungen der Fahrt eingegeben werden.

Wie weit dieses Konzept von der Gegenwart entfernt ist, zeigt auch die Windschutzscheibe. Sie verwandelt sich während der Fahrt in einen Bildschirm, auf dem Filme zu sehen sind. Das reale Geschehen auf den Straßen wird völlig ausgeblendet, der Roboter übernimmt.

Gesetzgeber behindert autonomes Fahren

Der Haken an dieser Fahr-Vision ist allerdings die aktuelle gesetzliche Lage. Während autonomes Fahren bedeutet, dass kein Fahrer mehr benötigt wird, ist derzeit nur automatisiertes Fahren möglich. Selbst dafür liegt erst ein Gesetzentwurf des Bundeskabinetts durch eine Änderung des Straßenverkehrsgesetzes vor. So kann der Fahrer „dem technischen System in bestimmten Situationen die Fahrzeugsteuerung übergeben“, aber die Verantwortung liegt stets beim Menschen.

Doch was ist, wenn nicht der Fahrer versagt? Bei einem Unfall soll die Haftungsfrage über eine Blackbox geklärt werden – ob Technik und Hersteller oder eben doch der Chauffeur versagt haben.

 

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Ohnehin ist die Bereitschaft, auf ein autonomes Fahrzeug zu setzen, in Deutschland noch wenig verbreitet. Weit mehr als zwei Drittel der in der Global-Automotive-Consumer-Studie von Deloitte befragten deutschen Autofahrer haben Sorgen um die Sicherheit.

Sicherheit darf nichts kosten

Wenn es aber eine schriftliche Sicherheitsgarantie der Hersteller gäbe, würden 47 Prozent der deutschen Autofahrer autonomes Fahren (also ohne Eingriff durch menschliche Fahrer) wählen. Bedenkenloser sind hier die Autofahrer in China. Da würden sich 81 Prozent einem solchen Fahrzeug anvertrauen. In den USA sind es 68 und in Japan 59 Prozent.

Mit Blick auf die Kosten der Sicherheitssysteme halten sich die Befragten zurück. Nur ein knappes Drittel der Deutschen wäre bereit, dafür mehr zu zahlen.

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