Dienstag, 17.01.2017
Vorsicht bei Betriebsrenten: Zinsgewinne von Konzerntöchtern unterliegen der Gruppenbesteuerung.

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Vorsicht bei Betriebsrenten: Zinsgewinne von Konzerntöchtern unterliegen der Gruppenbesteuerung.

Recht & Steuern
Kein Gewinn für die Töchter

So können Firmen Geld für Betriebsrenten zurücklegen

Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern eine Betriebsrente zahlen wollen, müssen sie Geld zurücklegen. Zinsgewinne von Konzerntöchtern unterliegen dabei der Gruppenbesteuerung.

Rückstellungen für spätere Pensionszahlungen stehen bei Unternehmen als Verbindlichkeit in der Bilanz und mindert die Eigenkapitalquote. Dadurch sinkt die Bonität. Um die Bilanzschulden aus der Rentenrückstellung gering zu halten, genügt es, das Pensionskapital abzüglich der zu erwartenden Zinsen zurück zu legen. Eine Ausschüttung des Zinsertrags, etwa an die Eigentümer, verbietet das Handelsgesetz.

Angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase dürfen Unternehmen die Rücklagen neuerdings um den durchschnittlichen Zinsertrag aus zehn Jahren „abstocken“ – statt wie bisher aus sieben Jahren. 

Ausschüttungssperre bleibt bestehen

Die Ausschüttungssperre für Zinserträge bleibt bestehen. Allerdings gilt sie nach Ansicht des Bundesfinanzministeriums nicht für Tochterunternehmen in einer sogenannten steuerlichen Organschaft (Schreiben vom 23. Dezember 2016 (IV C 2 - S 2770/16/10002)).

Danach müssen unselbständige Tochterunternehmen ihre Abstockungsgewinne an die Konzernmutter weiterreichen, wo sie der Gruppenbesteuerung unterliegen. Holdings, die diese Regelung für 2016 übersehen haben, müssen das im nächsten Jahresabschluss korrigieren. Sonst gefährden sie den Status ihrer Tochterunterneh
Autor

Matthias Krämer ist Partner bei der Kanzlei GGV Grützmacher Gravert Viegener Partnerschaft mbB und arbeitet als Rechtsanwalt und Steuerberater.