Mittwoch, 20.06.2012
Recht & Steuern
Steuern und Bürokratie

Steuer: Deutscher Standortnachteil

45 Prozent der Steuerpraktiker in Unternehmen sehen die Anwendung der deutschen Steuervorschriften als einen der gravierendsten Steuernachteile am Standort Deutschland. Die Bürokratie sie zu groß.

Die aktuellen Vorschriften zum Ergebnisabführungsvertrag (EAV) halten 80 Prozent der Steuerpraktiker aus Unternehmen für unzeitgemäß, wie das Steuerforum der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergeben hat. Rund 60 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass endgültige Verluste ausländischer Tochterkapitalgesellschaften in Deutschland steuerlich geltend gemacht werden können, auch wenn dem Staat dadurch Einnahmeverluste drohen.
28 Prozent der Unternehmer sind sich einig, dass die Gewerbesteuer der größte Nachteil im internationalen Steuerwettbewerb sei. 13 Prozent halten die komplizierten deutschen Steuermissbrauchsvorschriften für einen enormen Standortnachteil.

Negativliste bei deutschen Steuern

Eine generelle Ausweitung der Bemessungsgrundlage halten 31 Prozent der Steuerpraktiker für das größte potenzielle Steuerrisiko. 36 Prozent gaben an, dass eine Erhöhung der Steuersätze die Unternehmen am stärksten beeinträchtigen würde. Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer hielten sie für das geringere Übel (33 Prozent).

Die Befragten lehnten die Ausweitung des Betriebsstättenbegriffs ab, den die OECD ins Gespräch gebracht hat. Demnach wäre künftig von einer Betriebsstätte auszugehen, wenn der Unternehmer über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten in einem anderen Staat  tätig sei. 62 Prozent der Teilnehmer halten die kritische Haltung der deutschen Regierung für angebracht. Sollte sich die OECD durchsetzen, könnten bereits geringfügige Auslandstätigkeiten und gegebenenfalls kurzfristige Mitarbeiterentsendungen als Betriebsstätten behandelt werden. Das zöge umfangreiche Erklärungspflichten und eventuelle Doppelbesteuerungen nach sich.

Quelle: PwC, Markt und Mittelstand

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