Montag, 24.02.2020
Quittung

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Auf Quittungen sind deutlich weniger Angaben notwendig als auf Rechnungen. Nichtsdestotrotz erfordert das Ausstellen höchste Sorgfalt.

Recht & Steuern
Steuerfalle Quittungsblock

Steuern: Darauf müssen Sie beim Ausfüllen von Quittungen achten

Falsch ausgestellte Quittungen können fatal sein. Das Finanzamt kann den Vorsteueranspruch streichen und Aussteller als Steuerschuldner in Regress nehmen. Was Mittelständler beim Ausfüllen von Quittungen beachten sollten.

Bei kleinen Summen zeigt sich der Fiskus großzügig: Für Zahlungen bis zu einem Gesamtbetrag von 250 Euro brutto gelten vereinfachte Rechnungsanforderungen. Quittungen werden als so genannte Kleinbetragsrechnungen anerkannt, wenn vier zentrale Merkmale erfüllt sind:

 

  • den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers,
  • das Ausstellungsdatum,
  • die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung und
  • das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt.

Damit sind auf Quittungen deutlich weniger Angaben notwendig als auf Rechnungen. Nichtsdestotrotz erfordert das Ausstellen von Quittungen höchste Sorgfalt und sollte keinesfalls leichtfertig erfolgen.

Vorsteuerabzug in Gefahr

 Uta-Martina Jüssen ist Vizepräsidentin im Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller.

Foto: Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V.

Uta-Martina Jüssen ist Vizepräsidentin im Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller.

In einer solchen Kleinbetragsrechnung muss der Steuersatz als Zahl (19 Prozent oder 7 Prozent) in der Rechnung angegeben sein. Eine bloße Angabe, wie „inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer“ oder „inklusive Regelsteuersatz“ ist nicht ausreichend und eröffnet bei dem Leistungsempfänger keinen Vorsteuerabzugsanspruch.

 

Vorsicht ist also auch beim Aussteller geboten, wenn er einen unberechtigten Steuerausweis vornimmt. Steht in der Kleinbetragsrechnung der Hinweis „enthält 19 Prozent Umsatzsteuer“, so führt dies ggf. zu einem unberechtigten Steuerausweis und der Rechnungsaussteller schuldet aus dem angegebenen Gesamtbetrag 19 Prozent Umsatzsteuer.

 

Weiterhin ist das Ausstellen von Kleinbetragsrechnungen in nachfolgenden Fällen nicht erlaubt:

 

  • Es wird eine Lieferung ausgeführt, deren Ort sich bei einer Lieferung zwischen zwei Mitgliedstaaten nach § 3c UStG in den Bestimmungsmitgliedstaat verlagert (Versandhandelsregelung).
  • Es wird eine steuerbare, aber steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung nach § 6a UStG ausgeführt.
  • Es wird eine Leistung ausgeführt, bei der der Leistungsempfänger nach § 13b UStG (Reverse-Charge-Verfahren) zum Steuerschuldner wird.
Info

Praxistipp

Man sollte grundsätzlich auf handschriftliche Belege verzichten und nur aktuell gültige Quittungsformulare verwenden. Überalterte Vordrucke sind sicherheitshalber zu entsorgen. Unternehmen sollten alle Mitarbeiter, die Quittungen ausstellen, nochmal für die genaue Einhaltung der Formvorschriften sensibilisieren. Idealerweise werden Quittungen intern stichprobenartig kontrolliert, um Folgefehler zu vermeiden.

Der Artikel wurde am 19. Mai 2016 erstellt und zuletzt am 24. Februar 2020 aktualisiert.