Markt und Mittelstand Studie: Alles über die neue Insolvenzordnung (ESUG)


Neue Sanierungskur

Ob Schlecker, Müller-Brot oder Manroland: Das Medienecho auf Firmenpleiten ist in den vergangenen Wochen und Monaten gestiegen. Vor diesem Hintergrund kommt das am 1. März 2012 in Kraft getretene Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) gerade rechtzeitig. Mit dieser Insolvenzrechtsreform will der Gesetzgeber die Sanierung insolvenzbedrohter Unternehmen erleichtern und Anreize zu einer frühzeitigen Antragstellung setzen.

Ob dies gelingt, kann nur die Praxis zeigen. Seit 130 Jahren läuft die strafbewehrte Antragspflicht für Kapitalgesellschaften konsequent ins Leere. 80 Prozent aller Vermögensschäden insolventer Unternehmen sind die Folge einer Insolvenzverschleppung, nicht der Insolvenz. Auch nach der Einführung der Insolvenzordnung 1999 hat sich wenig daran geändert: Bei insgesamt fast 400.000 Insolvenzen in den vergangenen elf Jahren hat es trotz steigender Insolvenzzahlen lediglich 2.200 Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung gegeben.

it dem ESUG verändern sich die Handlungsoptionen der Gläubiger grundlegend. Sie erhalten nie dagewesene Einflussmöglichkeiten. Allerdings ist die außergerichtliche Vorbereitung das alles entscheidende Element, um die wichtigste Änderung – die Neugestaltung der Eigenverwaltung – zum Erfolg zu führen und die Zahl der Verfahren deutlich zu steigern. Jeder Missbrauch wird die Gesamtreform hingegen in Frage stellen. Deshalb sind Transparenz und Offenheit die wichtigsten Faktoren.

In der vorliegenden Studie werden nicht nur die wichtigsten Änderungen der Insolvenzordnung durch das ESUG mitsamt ihren Implikationen vorgestellt, sondern es kommen auch alle Beteiligten zu Wort. Gläubiger, Insolvenzverwalter und Gerichte erzählen, welche Chancen und Risiken sie mit dem neuen Gesetz verbinden. Aktuelle Praxisbeispiele untermauern die Vorteile von Insolvenzplan und Eigenverwaltung, und der Blick über die Grenzen in andere Länder zeigt, welche Möglichkeiten dort bestehen.