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Agentenbasierte KI: Der nächste Quantensprung für Steuer- und Compliance-Prozesse

| Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist Greg Chapman, von Avalara. | Lesezeit: 3 Min.

KI-Agenten sind im Steuer- und Compliance-Bereich angekommen und automatisieren Prozesse, entlasten Workflows und steigern Effizienz.

Lupe über einem Laptop
Agentenbasierte KI unterstützt Steuer- und Compliance-Teams bei komplexen Workflows – automatisiert, vernetzt und skalierbar in der Cloud. (Foto: shutterstock)

 

Künstliche Intelligenz hat in Unternehmen längst den Schritt vom „Pilotprojekt“ zum festen Bestandteil des Arbeitsalltag durchlaufen. Besonders im Steuer- und Compliance-Bereich eröffnen KI-Agenten nun völlig neue Möglichkeiten, Prozesse zu automatisieren und komplexe Workflows zu entlasten. Dieser Beitrag zeigt, wie die Technologie den Weg zu effizienteren und zuverlässigeren Abläufen ebnet. 

von Greg Chapman

KI im Praxiseinsatz: Wie ist der Status?

Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Bundesinstituts für Berufsforschung (BIBB) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) zeigt: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte in den nächsten 15 Jahren zu einem deutlichen Wirtschaftswachstum in Deutschland führen. Konkret wäre ein zusätzlicher Schub für das BIP um 0,8 Prozentpunkte pro Jahr möglich. Daraus ergibt sich ein Wertschöpfungsplus von ungefähr 4,5 Billionen Euro.  
 
Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Erhebung der Wharton School, die der Universität von Pennsylvania angehört: Generative KI hat sich aus der Experimentierphase heraus entwickelt, und ist in Unternehmen angekommen. Die meisten Betriebe messen mittlerweile den ROI der Technologie, und etwa drei von vier erzielen positive Renditen. Die befragten Führungskräfte gehen mehrheitlich davon aus, dass KI in den kommenden Jahren einen starken Einfluss auf ihre jeweilige Branche haben wird (70 % erwarten einen großen oder gar revolutionären Einfluss). Auch wenn sich diese Zahlen zunächst auf die USA beziehen: Der Ausblick ist besonders vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels in Deutschland interessant. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft wird es 2028 bundesweit an 768.000 Fachkräften mangeln.  

 

 

Wer besonders profitiert

Hinsichtlich der Branchen, die die Technologie nutzen, übertreffen die Sektoren Technologie/Telekommunikation, Dienstleistung und Banking/Finance mittlerweile das produzierende Gewerbe und den Einzelhandel. Doch wie sieht es ganz konkret im Bereich Steuern und Compliance aus? In der heutigen schnelllebigen Geschäftswelt mögen Themen wie diese als weniger wichtige Prioritäten erscheinen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Denn: Unternehmen stehen gerade heute unter ständigem Druck, immer weiter wachsende Datenmengen zu verwalten und zu schützen. Außerdem müssen Verantwortliche in Betrieben hier exakte und gleichzeitig schnelle Ergebnisse liefern und die komplexen regulatorischen Anforderungen erfüllen – etwa im Rahmen des Exports ihrer Produkte in andere Länder.  

Künstliche Intelligenz allgemein ist auch in Deutschland in vielen Firmen schon länger Teil des „Baukastens“ und trägt dazu bei, dass Finanz- und Buchhaltungsabteilungen effektiver auf die richtigen Steuer- und Compliance-Sätze, Regeln und Vorschriften zugreifen können. Nun geht die Entwicklung noch weiter: mit agentenbasierter KI transformieren Unternehmen die Art und Weise, wie Steuer- und Compliance-Workflows ablaufen, grundlegend. 

Der nächste Schritt: „Agentic AI“

Aktuelle KI-Tools wie ChatGPT sind darauf ausgelegt, jeweils nur eine Aufgabe zu bearbeiten. Gibt eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter Fragen ein, beispielweise zum Thema Umsatzsteuer, erscheint sofort die Antwort. Agentenbasierte KI dagegen verfolgt einen noch leistungsstärkeren, Workflow-orientierten Ansatz. Anstatt sich nur auf eine Einzelaufgaabe zu konzentrieren, führt sie automatisch eine Reihe miteinander verbundener Aufgaben aus, ähnlich wie ein virtueller Backoffice-Assistent, der für die Verwaltung des Compliance-Prozesses zuständig ist. Dadurch nutzen Unternehmen KI nicht mehr als Tool für eine einzelne Aufgabe, sondern als „Workflow-Beschleuniger“, der ganze Prozesse hinter den Kulissen unterstützt. Selbstverständlich ist nicht jeder Prozess dafür geeignet, völlig autonom abzulaufen. Die finale Kontrolle und Freigabe liegt weiterhin in den Händen der Mitarbeiter.  

Aber nehmen wir ein konkretes Beispiel: Ein Angestellter des Buchhaltungs- und Finanzteams möchte eine Steuererklärung einreichen. Hierfür sind mehrere Schritte nötig, denn das Einreichen ist keine einzelne Aufgabe, sondern eine Kette voneinander abhängiger Schritte. Besonders wichtig: Jeder Schritt im Prozess erfordert ein hohes Maß an Genauigkeit und oft wiederholte manuelle Eingaben. Möglicherweise muss ein Konto bei einem SaaS-Anbieter erstellt, Transaktionsdaten eingegeben, die Steuererklärung vorbereitet, zur Genehmigung vorgelegt und schließlich bei der Steuerbehörde eingereicht werden. Dieser Prozess muss je nach Unternehmen und Steuerbehörde monatlich, vierteljährlich oder jährlich durchgeführt werden. 

„Agentic“ KI verbindet diese Schritte in der Cloud und hilft bei der Ausführung, ohne dass mehrere Mitarbeiter gleichzeitig einen hohen manuellen Aufwand betreiben müssen. Durch die End-to-End-Abwicklung dieser Schritte hilft die Technologie dabei, Finanz- und Compliance-Teams zu entlasten. So können sich Angestellte auf strategische Aufgaben wie Planung und Analyse konzentrieren, anstatt Stunden mit administrativen Aufgaben zu verbringen.  

KI-Agenten: Kommunikation untereinander

Aus der Makroebene betrachtet geht es bei der eben beschriebenen Form von KI nicht nur darum, als Betrieb die eigenen Systeme intelligenter zu machen. Im Idealfall wird das gesamte Ökosystem intelligenter, sodass bei der Erledigung von manuell aufwändiger Routineaufgaben Agenten mit anderen Agenten kommunizieren können. Hat ein Partner-Unternehmen oder ein Kunde einen eigenen KI-Agenten entwickelt, kann dieser sich mit den Agenten einer anderen Firma verbinden, um gemeinsame Steuer- und Compliance-Angelegenheiten automatisch zu erledigen. Diese wechselseitige Kommunikation ermöglicht eine effektivere Zusammenarbeit zwischen den Systemen und erhöht die Effizient und Flexibilität für Kunden und Partner. 

Mit dem Aufstieg generativer KI insgesamt hat sich vor allem eins geändert: Systemen wurde es ermöglicht, intelligentere, differenziertere und vor allem kontextbezogene Ergebnisse zu liefern. Anstatt nur Daten abzurufen, kann die Technologie heute Antworten generieren, Szenarien analysieren und sogar konkrete Handlungsempfehlungen aussprechen. Und somit Mitarbeiter zuverlässig unterstützen und entlasten. 

Fazit: Wie sieht die Zukunft aus?

Das Aufkommen von „Agentic AI“ markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Steuer- und Compliance-Automatisierung. Sie ermöglicht die ganzheitliche Transformation von Arbeitsabläufen und hilft bei der Bewältigung komplexer, mehrstufiger Prozesse in der Cloud, die schnell, aber gleichzeitig mit einem Höchstmaß an Genauigkeit und Zuverlässigkeit ablaufen. Für Unternehmen liegen die Vorteile auf der Hand: weniger manueller Aufwand, weniger Fehler, größere Skalierbarkeit und mehr Zeit für strategische Aufgaben.  
Abschließend lässt sich festhalten: Durch den Einsatz von agentenbasierter KI, MCP-Servern und autonomen Agenten sind Unternehmen in der Lage, eine Vorreiterrolle einzunehmen und die Compliance mit Steuervorschriften – besonders innerhalb des bekanntlich sehr komplexen deutschen Steuersystems – schneller, intelligenter und effizienter zu gestalten. 

Der Autor

Greg Chapman, EVP und General Manager AvaTax bei Avalara.

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