Dienstag, 18.06.2019
Zum Ausdrucken: Den Downloadlink zu unserem Buzzword-Bingo finden Sie im untenstehenden Artikel.

Foto: Matthias Schmidt-Stein

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Technologie
Business Meetings

Buzzword-Bingo: Das steckt hinter den Beraterbegriffen

Wer seine Rede mit Beratersprech spickt, klingt kompetent. Wir klären auf, was hinter den wichtigsten Buzzwords steckt, und laden zum Mitspielen ein. Schon bereiten Ihnen Begriffe wie Coopetition, Customer-Journey und New Work keine Probleme mehr.

Nicht immer ist Beratersprech verständlich – da schafft das Buzzword-Bingo Abhilfe. Die wichtigsten Begriffe für Geschäftsmeetings erklären wir in der folgenden Übersicht. Sie können das Bingo auch ausdrucken und direkt in Ihrer nächsten Besprechung ausprobieren. Sobald einer der Begriffe fällt, streichen Sie ihn durch. Wenn Sie eine komplette Zeile oder Spalte voll haben, rufen Sie laut: „Bingo!“ Dann schwant Ihrem Gegenüber, dass Sie seinen Beraterjargon durchschauen.

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Das Thema Digitalisierung wird präsentiert von:

AGILITÄT: Was 17 Softwareentwickler vor 18 Jahren in ihrem „Manifesto for Agile Software Development“ definierten, ist seitdem ein gern genutztes Schlagwort in großen wie kleinen Unternehmen. Ohne Agilität, das hört man immer wieder, geht es heute nicht. Blöd nur: Jeder versteht darunter etwas anderes – irgendetwas mit Flexibilität, neuer Führungs- und Organisationskultur und Kundenorientierung.

ARTIFICIAL INTELLIGENCE: Ist Artificial Intelligence (AI) oder Künstliche Intelligenz (KI) überhaupt ein Buzzword? Schließlich sind smarte und selbstlernende Algorithmen eine absolut ernstzunehmende Technologie. Mit Hilfe von Daten, Algorithmen und rasanten Rechenleistungen übernehmen Elektronenhirne schon heute zahlreiche Aufgaben, für die früher Menschen nötig waren. Bleibt nur die Frage: Wer passt eigentlich darauf auf, dass die schlauen Maschinen kein Schindluder treiben?

Info

Das Buzzword-Bingo zum Herunterladen und Ausdrucken.

CHALLENGEN: Bevor Sie mit einer neuen Idee an die Öffentlichkeit gehen, sollten Sie mit jemandem darüber sprechen, der sie kritisch hinterfragt und eine Erklärung herausfordert, neudeutsch: sie challengt.

COOPETITION: Kunstwort aus Cooperation und Competition und in der Sache nichts Neues. Unternehmen arbeiten schon immer zusammen: Die Autokonzerne mit ihren Zulieferern, die einzelnen Zulieferer in Einkaufsallianzen und Technologieclustern. Und alle zusammen in Interessens- und Arbeitgeberverbänden. Aber dass BMW und Mercedes jetzt gemeinsam einen Mobilitätsdienstleister betreiben, das ist – zumindest in dieser Dimension – ungewohnt.

CUSTOMER-JOURNEY: Wer Kunden beim Onlineeinkauf allein vor sich hinwurschteln lässt, kümmert sich nicht richtig um sie. Denn auf der Reise, die zwischen dem Eintippen des gesuchten Artikels auf Google oder Amazon und dem Kaufabschluss per Klick liegt, lauern viele Gefahren. Passé die Zeiten, in denen Kunden sich noch selbst auf Katalogseiten zurechtfanden und den Telefonhörer halten konnten.

DATEN-GAU: Nicht erst seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung ist der Verlust von Kundendaten für viele Unternehmen in der Tat der „größte anzunehmende Unfall“. Denn es drohen nicht nur der Vertrauens- und Reputationsverlust, sondern bei nachgewiesener Fahrlässigkeit auch hohe Strafen.

DIGITAL LEADERSHIP: Der moderne Chef sagt nicht mehr, wie etwas gemacht werden soll. Er definiert nur noch das Ziel. Wie das Unternehmen dorthin kommt, entscheiden die Mitarbeiter selbst. Transparente Entscheidungen und innerbetriebliche Demokratie zeichnen die digitale Führungskultur aus. Autokraten und Patriarchen sind so was von gestern.

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DISRUPTION: Elektro- statt Dieselmotoren, Streaming statt CDs und Whatsapp statt Fax: Fast keine Branche und keine Technologie ist vor großen Umbrüchen gefeit. Allerorten disruptiert es. Das war zwar schon immer so. Doch in Zeiten der Digitalisierung laufen die Umbrüche oft schneller ab als zuvor – und werden nicht selten durch branchenfremde Unternehmen eingeläutet.

GENERATION Z: Nach den Generationen X und Y wird in den kommenden Jahren die sogenannte Generation Z auf den Arbeitsmarkt drängen – jene Alterskohorte, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurde und also eine Welt ohne Bundeskanzlerin Angela Merkel, Computer, Handys und Internet gar nicht mehr kennt. Wie Studien zeigen, legen die jungen Leute Wert auf einen „sinnvollen“ Job, eine gesunde Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeitmodelle. Dann arbeiten sie gern auch mehr als 40 Stunden in der Woche.

INFLUENCER: Das Wort klingt wie der gemeine Grippe-Erreger, und manch einer meint: zu Recht. Denn besonders beliebt oder angesehen sind die Klickstars und -sternchen aus Social Media, die gegen Geld Shampoo und andere Produkte in die Kamera halten, außerhalb ihrer Zielgruppe nur selten. Im B2B-Bereich spielen sie keine Rolle – auch wenn PR- und Werbeagenturen das regelmäßig zu ändern versuchen.

MINDSET: Das ist alles, was es für den Erfolg braucht. Zumindest, wenn man den zahlreichen Coaches und Beratern glaubt, die das in Büchern, Trainings oder Onlinevideos verkünden. Alles sei möglich, man müsse nur wollen – und vielleicht ein paar Tausend Euro ausgeben, um zu lernen, wie das geht.

NEW WORK: Homeoffice, keine festen Schreibtische und Slack-Meetings mit den Kollegen in Schanghai: Die digitale Technologien macht eine ganz neue Art zu arbeiten möglich. Nur: Nicht alles, was möglich ist, ist auch besser – vor allem nicht für jeden.

SKALIEREN: Das Schöne an digitalen Geschäftsmodellen ist, dass nach den oft relativ hohen Fixkosten (zum Beispiel für Server und Programmierung) die variablen Kosten, die für jeden zusätzlichen Kunden anfallen, deutlich niedriger sind. Sprich: Je erfolgreicher ein Produkt oder Geschäftsmodell performt, umso tiefer sinken die Grenzkosten für den Anbieter und desto höher klettert seine Marge.

SMART DATA: Gerade Mittelständler haben häufig nicht so viele Kundendaten, dass man guten Gewissens von „Big Data“ sprechen könnte. Doch oft haben sie auch gar keinen Bedarf dafür. Für sie sind die Qualität der Daten viel wichtiger und die Tiefe jedes einzelnen Datensatzes. Für die meisten Unternehmen muss der Datenpool also nicht unermesslich groß sein – sondern vor allem tief und am besten auch „smart“, also klug abgelegt und sinnvoll miteinander verknüpft.

USER-EXPERIENCE: In der Softwareentwicklung spielt die User-Experience seit jeher eine große Rolle. Denn was nützt das beste Programm, wenn es umständlich zu bedienen ist und 99 Prozent der Nutzer die entscheidenden Funktionen gar nicht finden? So langsam scheint sich diese Erkenntnis auch im Maschinenbau herumzusprechen. Dank moderner Technologien wie Smartphone, Augmented-Reality-Brillen und Sensoren wird auch die Bedienung von Produktionsmaschinen langsam, aber sicher intuitiver.

VENTURING: Ob die Start-ups von heute wirklich die Mittelständler von morgen sind, muss sich erst noch zeigen. Neugründungen zu beobachten lohnt sich für etablierte Unternehmen aber allemal. Und manchmal kann es auch sinnvoll sein, ein interessantes junges Unternehmen zu kaufen – vor allem um sich die Technologie oder die klugen Köpfe zu sichern.