Freitag, 20.04.2018
Sparsam, aber unübersichtlich: Der Blick rückwarts fällt im Hyundai Ioniq etwa so aus wie der aus dem Periskop von U1, dem ersten U-Boot in Kaiser-Wilhelms-Marine.

Foto: Hyundai

Sparsam, aber unübersichtlich: Der Blick rückwarts fällt im Hyundai Ioniq etwa so aus wie der aus dem Periskop von U1, dem ersten U-Boot in Kaiser-Wilhelms-Marine.

Technologie
Kombination von Öko und Tempo

Der Hyundai Ioniq im Geschäftswagen-Check

Hybrid-Antriebe sollten eigentlich mehr in geschäftlich genutzten Fahrzeugen zu finden sein. Fahrer solcher Autos können sich als Umwelthelden feiern lassen. Und beim Hyundai Ioniq merkt man im Fahrbetrieb kaum, ob gerade der Elektro- oder der Benzinmotor das Sagen hat.

Image: Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieben fristen immer noch ein Außenseiter-Dasein, obwohl sie im Alltagsbetrieb nicht auffallen. Allerdings muss man hin und wieder mit dem Stromkabel nachhelfen, wenn das Aufladen der Batterien während der Fahrt nicht für den Elektro-Modus ausreicht.

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Nutzen: Firmen und Fahrer dieser Autos können sich von ihrer Umgebung eindeutig als Umwelthelden feiern lassen. Denn sie streuen mit dem Umschalten von Benzinmotor auf Elektroantrieb nach Herstellerangaben nur 26 Gramm CO2 pro Kilometer durch die Lande. So könnte der Wagen rechnerisch 63 Kilometer im reinen Elektrobetrieb vorankommen – in der Praxis ist das vor allem bei winterlichen Straßenverhältnissen (Heizung, Beleuchtung, Sitzheizung) kaum erreichbar. Je nach Ausstattung kostet der Hybrid aus Korea zwischen 29.000 und 35.750 Euro. Angenehm ist das unkomplizierte Auswählen des Antriebs per Schalter. Überflüssig dagegen ist der Innenspiegel. Denn der Blick rückwarts fällt wegen des sehr schrägen Hecks durch die auch noch wegen eines Spoilers zweigeteilte Heckscheibe etwa so aus wie der aus dem Periskop von U1, dem ersten U-Boot in Kaiser-Wilhelms-Marine.

Technik: Der E-Motor ist, sobald er zugeschaltet ist oder allein werkelt, für eine Leistung von 44 PS gut, während der Benziner auf Druck des Bleifußes 105 PS liefert. Die Kombination von Öko und Tempo bringt es zu einer Reichweite von mehr als 800 Kilometer. Im Fahrbetrieb fällt kaum auf, welcher Motor gerade das Sagen hat. Nur farblich unterschiedlich codierte LED-Signale zeigen an, was gerade Sache ist. Für eilige Ökofans sei festgestellt: Der Sport-Modus funktioniert nur im Verbrenner- und ohne Elektroantrieb. Umweltschonende Eigenschaften ringen den Konstrukteuren auch irgendwo Kompromisse ab. So liefert das Ladevolumen des Fastbacks 341 Liter und erst bei umgelegten Rücksitzlehnen immerhin 1.401 Liter.

Fazit: Sparsam, umweltfreundlich, öko-sympathisch und deutlich niedrigere Fuhrpark-Emissionswerte – Konzepte wie das des Hyundai Ioniq sollten eigentlich mehr in geschäftlich genutzten Fahrzeugen zu finden sein. Gerade wenn man häufig in Metropolen und auf überregionalen Strecken unterwegs ist, kann sich so ein Hybrid-Fahrzeug auszahlen.

Die Fahrzeuge wurden der Redaktion von den Herstellern zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Die technischen und Verbrauchsinformationen beruhen auf Herstellerangaben. 


Der Text gehört zu einem Thema aus der Markt-und-Mittelstand-Ausgabe 03/2018. Hier können Sie das Heft bestellen und „Markt und Mittelstand“ abonnieren.