Donnerstag, 05.09.2019
Miteinender kommunizieren: Dank der Schnittstelle Umati sollen Werkzeugmaschinen unterschiedlicher Hersteller bald die selbe Sprache sprechen.

Foto: Deutsche Messe AG

Miteinender kommunizieren: Dank der Schnittstelle Umati sollen Werkzeugmaschinen unterschiedlicher Hersteller bald die selbe Sprache sprechen.

Technologie
Vernetzte Produktion

Industrie 4.0: Standardschnittstelle bringt Werkzeugmaschinen zusammen

Vernetzte Produktion und Industrie 4.0 stoßen mitunter an ihre Grenzen, wenn Maschinen unterschiedlicher Hersteller nicht miteinander kommunizieren können. Die neue Standardschnittstelle Umati soll Abhilfe schaffen – indem Werkzeugmaschinen die gleiche Sprache sprechen.

Die Digitalisierung schreitet auch in der Fertigung voran. Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) präsentiert auf der Fachmesse EMO Mitte September die neue Standardschnittstelle Umati, die den Einsatz von Industrie-4.0-Lösungen vereinfachen soll, indem die Systeme unterschiedlicher Hersteller miteinander verbunden werden können. Somit lässt es die vernetzte Produktion Wirklichkeit werden, wie Alexander Broos, Leiter Forschung und Technik beim VDW, erläutert.

Was bedeutet Umati?
Die Abkürzung steht für „Universal Machine Tool Interface“. Der Begriff steht für eine Schnittstelle, über die Werkzeugmaschinen unterschiedlicher Hersteller mit übergeordneten IT-Systemen einheitlich kommunizieren können. Seine Ursprünge liegen in einer im Jahr 2017 gegründeten Brancheninitiative der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller. Mittlerweile sind Werkzeugmaschinenhersteller aus aller Welt sowie die wichtigsten Anbieter für CNC-Steuerungen mit an Bord. Die Spezifikation wird voraussichtlich Mitte 2020 veröffentlicht.

Alexander Broos vom VDW

Foto: VDW

Alexander Broos vom VDW

Welche Vorteile haben mittelständische Unternehmen davon?
Konnektivität, also die Vernetzung und der Datenaustausch zwischen Geräten und Software, ist die Basis für alle Ideen, die man unter Industrie 4.0 zusammenfassen kann. Allerdings gibt es bis heute keine etablierte offene und sichere Schnittstelle, die auch über unterschiedliche Steuerungssysteme hinweg einfach zu nutzen ist. Wenn man die USB-Schnittstelle aus dem PC-Bereich als Vorbild nimmt, so gibt es nichts Vergleichbares in der industriellen Automatisierung. Daher war der Aufwand bisher sehr hoch, um kundenindividuelle Lösungen zu entwickeln.

Dann ist das Programm eine Art Universalstecker?
Genau hier setzt Umati an. Die Implementierung durch die OPC-UA-Technologie ist recht einfach (Anm. der Red.: OPC UA steht für OPC Unified Architecture, einen Standard für den Datenaustausch der Open Platform Communications, OPC). Praktisch alle Steuerungshersteller als Schlüssellieferanten bieten bereits solche Lösungen an, die dann nach Umati-Standard vorkonfiguriert werden können. Kleine und mittelständische Unternehmen können nun auf ein System zugreifen, um ihre Produkte zu befähigen, Teil eines vernetzten Ökosystems zu werden.

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Wie lässt sich Umati in die Praxis integrieren?
Der Anwender will Daten nutzen können, um seine Produktion zu optimieren. Also wird er ein oder mehrere Softwareservices suchen, die seinen Bedürfnissen entsprechen. Im nächsten Schritt wird er dann seine Maschinen anbinden. Maschinen und Software mit Umati-Schnittstelle können problemlos miteinander kommunizieren. Durch die Offenheit und die Unterstützung durch unsere Lieferanten ist Umati auch attraktiv für Maschinen- und Softwareanbieter.