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Technologie > Gastbeitrag

Gefangen in der Cloud: Wie KMU ihre digitale Souveränität absichern

| Sven Damberger | Lesezeit: 4 Min.

Viele KMU geraten durch unsichere Cloud-Dienste und Cyberangriffe unter Druck – doch es gibt Wege, Datenverlust und Abhängigkeiten zu vermeiden.

Cybersicherheit. Foto: Shutterstock
Cybersicherheit ist oberstes Gebot: ob Angriffe von Hackern, fremden Behörden oder Datendiebstahl von Konkurrenten, gerade KMU sollten für ihre digitale Sicherheit Sorge tragen. Foto: Shutterstock

Von Sven Damberger 

Zu den größten Einfallstoren für Cyberangriffe zählt aktuell die Kommunikationsinfrastruktur. Videokonferenzen, Chats, Filesharing – auch UCC genannt, kurz für Unified Communication and Collaboration – sind seit der Pandemie Kernstück moderner Zusammenarbeit. Doch mit der steigenden Nutzung wächst die Angriffsfläche. 39 Prozent der Unternehmen meldeten in den letzten drei Monaten Angriffe auf Videokonferenzplattformen.​ Allein in Deutschland finden laut BSI jährlich bis zu 500.000 Attacken auf Videokonferenzen statt, darunter immer mehr Deep-Fake-Angriffe mit gefälschten KI-Stimmen oder -Videos. 

 

Gefährliche Abhängigkeit von Hyperscalern

Gerade der Mittelstand gerät vor diesem Hintergrund in eine gefährliche Schieflage: Viele kleine und mittelständische Unternehmen sind in der Kommunikation und Zusammenarbeit aus Kostengründen und wegen fehlendem Know-how auf globale Cloud-Dienste angewiesen. Doch was vielen von ihnen nicht bewusst ist: Es gibt keinerlei Garantie, dass ihre Daten dort vor einer Übermittlung in die USA sicher sind.  

Grund ist die Rechtslage. Während US-Gesetze wie der CLOUD Act weltweiten Zugriff auf Daten erlauben, verbietet die deutsche DSGVO genau das. Ein normativer Konflikt, der europäische Unternehmen mitten ins Risiko stellt: FISA 702, Executive Orders oder National Security Orders zwingen US-Provider dazu, Daten herauszugeben – selbst dann, wenn diese in europäischen Rechenzentren liegen.  

Abfluss sensibler Daten 

Für die betroffenen Unternehmen bleibt der Zusammenhang oft unsichtbar, bis der Ernstfall eintritt und Daten an Hacker verloren gehen. Die Folgen können vom Abrufen sensibler Daten über Geldverluste bis hin zum dauerhaften Lahmlegen des Betriebs und Reputationsschäden bei Kunden und Investoren reichen.  

Wegsehen ist bei dieser Bedrohungslage für den Mittelstand keine Option. KMU müssen sich vielmehr eingestehen, dass sich Compliance nicht outsourcen lässt. Stattdessen sollten sie ihre digitale Souveränität in die eigenen Hände nehmen. Das bedeutet konkret: die Kontrolle über die Speicherung, den Zugriff und die Verschlüsselung unternehmenseigener Daten zurückerlangen, sich vor extraterritorialen Gesetzen schützen und die Rechtskonformität nach der DSGVO und europäischen Richtlinie NIS2 sicherstellen. So machen sich Betriebe strategisch unabhängig und erhöhen ihre Resilienz gegen Angriffe.

Praktikable Lösungen für KMU

Die gute Nachricht ist: Es gibt Alternativen zu den großen Hyperscalern, die diese Voraussetzungen erfüllen. Einige internationale UCC-Dienstleister, darunter MVC Videra, bieten mittlerweile sichere und souveräne Chat-, Call- & Meeting-Plattform​en an, die vollständig in Europa gehostet werden, ohne unerwünschte Zugriffe durch das US-Recht, darunter auch Lösungen für Behörden oder kritische Infrastrukturen.  

Solche Souvereign Colloboration Platforms sollten für KMU, die sich digital unabhängig machen wollen, die Grundlage sein. Zusätzlich ist eine Private Cloud-Lösung zu empfehlen, die EU-Daten- und Schlüsselkontrolle gewährleistet. Bewährt hat sich hier unter anderem der Cisco Unified Communication Manager, wenn er über europäische Rechenzentren läuft. Sind die Sicherheitsanforderungen besonders hoch, etwa in den Bereichen Health Care oder Defense, sollten Unternehmen zusätzlich eine europäische, DSGVO-konforme Videoplattform nutzen. Lösungen wie Pexip Secure Video arbeiten nahtlos mit gängigen Kollaborationstools ​zusammen, ohne dass Daten an die US übermittelt werden.  

Strategische Unabhängigkeit gewinnen 

Mit diesen Komponenten unternehmen KMU die ersten, unerlässlichen Schritte in Hinblick auf ihre digitale Souveränität. Konsequent ist, wer zusätzlich Sicherheitsfeatures wie End-to-End-Verschlüsselung implementiert – ebenso wie EU-Key-Management und DSGVO-konforme Managed Services. Damit hat die IT-Abteilung alle Hände voll zu tun, aber der Aufwand ist es wert: Unternehmen gewinnen nicht nur ihre Datenhoheit und Kontrolle über Compliance-Risiken zurück. Sie sichern sich auch nachhaltig gegen Cyberangriffe ab und schützen vor allem eines: ihre strategische Unabhängigkeit und Zukunftsfähigkeit. 

  

Kostenloses Webinar 

Für Betriebe, die ihre digitale Souveränität absichern wollen, bietet MVC Videra am 4. Dezember ein kostenloses Webinar an. Hier können Sie sich dafür anmelden. 

 

Der Autor

Dr. Sven Damberger ist Geschäftsführer der MVC Mobile VideoCommunication GmbH (MVC Videra), einer der international führenden Anbieter für AV-, Digital Signage-, UCC- und Workplace-Technologien. Als renommierter Keynote Speaker und Vordenker für Zukunfts- und Transformationsthemen – insbesondere rund um die Arbeitswelt von morgen – setzt er Impulse für innovative, effiziente und menschlichere Formen der Zusammenarbeit

 

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