Dienstag, 19.02.2019
Gespart mit gutem Gewissen: Solarzellen können sich auf Dauer ökonomisch und ökologisch lohnen.

Illustration: Pixelci/iStock/Getty Images

Gespart mit gutem Gewissen: Solarzellen können sich auf Dauer ökonomisch und ökologisch lohnen.

Technologie
Energie aus Sonne und Holz

Bürostuhlhersteller produziert seinen eigenen Strom

Auf dem Dach des Firmengebäudes des Bürostuhlherstellers Köhl sind Sonnenkollektoren für Strom und Wärme installiert. Deren Installation spart dem Unternehmen auf lange Sicht viel Geld – und sorgt nebenbei für ein gutes Gewissen.

Wenn im hessischen Rödermark die Sonne scheint, wird der örtliche Bürostuhlhersteller Köhl auch zum Energielieferanten. Seit sieben Jahren ist auf dem Dach der Köhl’schen Gewerbeimmobilie eine 3.700 Quadratmeter große Photovoltaikanlage installiert, die etwa so groß ist wie ein halbes Fußballfeld. (Wie das Unternehmen beim Bau der Anlage vorgegangen ist, lesen Sie hier.) Pro Jahr ließen sich daraus bisher rund 182.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Fast alles wird für den Eigenbedarf des Unternehmens eingesetzt, erklärt Geschäftsführer Thomas Köhl. Überschüsse werden ins Netz eingespeist. „Und wenn wir an sonnenarmen Tagen doch einmal mehr Strom benötigen, beziehen wir diesen aus einem Ökostrompool.“

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Die Anlage wurde installiert, nachdem Köhl nach einem ausführlichen Blick auf Wirtschaftlichkeit und Wirkungsgrad der bisherigen Energieversorgung festgestellt hatte, dass sich ein neues System langfristig rechnen würde. „So entschlossen wir uns für eine neue ressourcenschonende Anlage, die aus mehreren Versorgungsmodulen besteht“, sagt Köhl.

Ersparnis: 43.000 Liter Heizöl pro Jahr

Thomas Köhl, Geschäftsführer des gleichnamigen Büromöbelherstellers.

Foto: Köhl GmbH

Thomas Köhl, Geschäftsführer des gleichnamigen Büromöbelherstellers.

Dazu gehört auch eine Solarthermieanlage. Diese ist praktisch emissionsfrei, allerdings nur in Kombination mit anderen Heizsystemen nutzbar. Deshalb sorgt bei Köhl zusätzlich eine Luft-Wasser-Wärme-Pumpe für die Heizung und Kühlung der Betriebsgebäude. An kalten Wintertagen wird eine Holzpelletheizung zugeschaltet. Mit dieser Kombination spart Köhl den einstigen Verbrauch von 43.000 Litern Heizöl pro Jahr ein.

Für die Zukunft kann sich Köhl weitere Energiequellen vorstellen. „Hochinteressant ist die Geothermie, also die Nutzung der Erdwärme als langfristige, fast unerschöpfliche Energiequelle“, sagt er. „Natürlich beobachten wir aber auch die weitere Entwicklung im Bereich Photovoltaik.“

Die bisherige energetische Sanierung des Unternehmens hat sich dabei nicht nur finanziell gerechnet, glaubt Köhl. „Die Maßnahmen unterstreichen auch, dass wir ein nachhaltiges Unternehmen sind.“ All das sorgt nicht nur für ein gutes Gewissen, sondern zeigt auch den Willen zur Nachhaltigkeit des Unternehmens.