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Technologie > Werkstoffprüfung & Industrieinnovation

Forschung: Neues Prüfverfahren für sauberes Aluminium – entwickelt am Fraunhofer IZFP

| Markt und Mittelstand Redaktion

AloX: Ein mobiles Ultraschallsystem erkennt Verunreinigungen in heißer Aluminiumschmelze.

Dr. Thomas Waschkies (l.) und Andrea Mroß (r.) neben dem mobilen, ultraschallbasierten Messsystems »AloX«
Dr. Thomas Waschkies und Andrea Mroß erhielten den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2025 für die Entwicklung des mobilen, ultraschallbasierten Messsystems »AloX«. Anders als bisherige Analysemethoden kann »AloX« vorhandene Einschlüsse gleichermaßen zuverlässig, schnell und kostengünstig aufspüren. (Foto: Fraunhofer / Piotr Banczerowski)

von Markt und Mittelstand - August 2025

Dreck im Material kann gefährlich werden. Das gilt umso mehr, wenn es um Teile aus Aluminium geht, das weltweit am meisten verwendete Metall. Es ist leicht und wird deshalb gern eingesetzt, wo wenig Gewicht nötig ist. Doch wirklich stabil ist das Material nur, wenn es auch sauber ist. Nur, wie ermittelt man Einsprengsel in einer Schmelze, die zwischen 600 und 800 Grad heiß ist? Nicht alles verbrennt bei solchen Temperaturen.

Bestehende Systeme sind teuer, aufwendig und oder nur für Stichproben geeignet. Forscher am Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren entwickelten einen mobilen Ultraschallprüfer. Das Gerät hat Messfühler aus Titan, die in die Schmelze getaucht werden und vorbeischwebende Teilchen erkennen.

Andrea Mroß, Mitentwicklerin zieht Parallelen zum Parksensor beim Auto, der sich meldet, wenn etwas im Weg ist. Das Team entwickelte nicht nur die Fühler, das System hat auch eine eigene Kühlung und eine Software, die die Messdaten auswertet. Der Prototyp wird inzwischen weiterentwickelt für die industrielle Anwendung. Die Forscher können sich die Technik nicht nur in der Aluminiumschmelze vorstellen. Auch bei der Produktion von Klebstoffen und Lebensmitteln sehen sie Einsatzchancen. 

Fraunhofer IZFP – Materialprüfung ohne Zerstörung

Name: Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP)

Standort: Saarbrücken (Hauptsitz), Teil der Fraunhofer-Gesellschaft

Gründung: 1972

Fokus: Entwicklung von Sensorik, Datenanalyse und Prüftechnologien für Industrie und Wissenschaft – ohne das zu prüfende Material zu beschädigen.

Anwendungsfelder:

  • Automobil- und Luftfahrttechnik

  • Werkstoffprüfung und Qualitätssicherung

  • Energie- und Umwelttechnik

  • Lebensmittel- und Bioprozessindustrie

  • Digitalisierung und Industrie 4.0

Besonderheit:
Das IZFP verbindet physikalische Messprinzipien (z. B. Ultraschall, elektromagnetisch, thermisch) mit KI-gestützter Datenverarbeitung. Ziel: Zuverlässige, effiziente und automatisierte Materialdiagnostik in Echtzeit.

Webseite: www.izfp.fraunhofer.de

Allgemein

Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Deutschland ist eine der führenden Organisationen für anwendungsorientierte Forschung. Im Innovationsprozess spielt sie eine zentrale Rolle – mit Forschungsschwerpunkten in zukunftsrelevanten Schlüsseltechnologien und dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Industrie zur Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts und zum Wohle unserer Gesellschaft.

Die 1949 gegründete Organisation betreibt in Deutschland derzeit 75 Institute und Forschungseinrichtungen. Die gegenwärtig knapp 32 000 Mitarbeiter-/innen, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, erarbeiten das jährliche Finanzvolumen von 3,6 Mrd. €. Davon fallen
3,1 Mrd. € auf den Bereich Vertragsforschung

 

Quelle: Forschung Fraunhofer Kreislaufwirtschaft

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