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Technologie > Gastbeitrag

Papier oder KI – wofür entscheidet sich der deutsche Mittelstand?

| Tuomas Toivonen

Deutschlands Mittelstand ist stark – aber zu vorsichtig. Warum sich Mut zur Innovation auszahlt, erklärt Holvi-CEO Tuomas Toivonen.

Schreibtisch - Laptop - Papier
Papier oder KI? – Im deutschen Mittelstand treffen Tradition und Innovation aufeinander. Holvi-CEO Tuomas Toivonen plädiert für Mut zur Digitalisierung.(Foto: Holvi PR)

1.10.2025 - von Gastautor Tuomas Toivonen, Co-Founder & CEO, Holvi  für Markt und Mittelstand

Als Finne habe ich früh gelernt: Wenn sich etwas digitalisieren lässt, dann wird es digitalisiert. Rechnungen laufen automatisch, Buchhaltung passiert im Hintergrund, Unternehmer:innen konzentrieren sich aufs Geschäft, nicht auf Papier. 

Als wir mit Holvi nach Deutschland kamen, war ich überrascht. Hier treffen Weltmarktführer auf Faxgeräte, Ingenieurskunst auf Papierordner. Der Mittelstand ist stark und international gefragt, aber im Büroalltag bremsen ihn noch immer Verwaltungsaufwand und Vorsicht. Genau dieser Widerspruch macht Deutschland spannend: Stabilität und Innovationskraft auf der einen Seite, Zurückhaltung auf der anderen. 

Papier als Wachstumsbremse

Natürlich hat sich in den letzten Jahren einiges bewegt. Cloud-Lösungen sind etabliert, mobiles Banking ist privat längst Alltag, die Pflicht zur E-Rechnung kommt. Trotzdem arbeiten viele kleine Unternehmen weiterhin mit manuellen Prozessen und fehlenden Schnittstellen. Papier kostet Zeit und Nerven – und hält Gründer:innen von ihrem eigentlichen Geschäft ab. 

Unsere eigenen Kundenbefragungen zeigen: Über ein Drittel der Selbstständigen und kleinen Unternehmen setzt noch gar nicht auf KI. Ähnliche Studien bestätigen das Bild. Interesse ist da, aber Datenschutz, fehlendes Know-how oder schlicht Vorsicht verhindern den Einsatz. 

Das deutsche Paradox

Sicherheit ist ein Kernwert im deutschen Mittelstand. Das ist richtig und wichtig. Aber Vorsicht darf nicht in Stillstand kippen. Innovation und Sicherheit schließen sich nicht aus, wenn Technologien transparent und sinnvoll eingesetzt werden. 

Was der Norden vormacht

In Skandinavien ist Transparenz der Schlüssel. Unternehmer:innen vertrauen digitalen Lösungen, weil klar ist, wie sie funktionieren und welche Daten verarbeitet werden. Das schafft Akzeptanz. 

Auch bei KI gilt: Nicht jede Aufgabe wird besser durch KI gelöst. Aber bei Routineaufgaben – Rechnungen sortieren, Cashflows berechnen, Betrug erkennen – spart sie Zeit und schafft Sicherheit. 

 

Holvis Ansatz: Banking als Werkzeugkasten

Aus dieser Erfahrung heraus haben wir Holvi gebaut. Für uns bedeutet Innovation: den Arbeitsalltag von Unternehmer:innen erleichtern. 

  • Digitale Tools, die echten Nutzen bringen, wie E-Rechnung, Belegscan oder DATEV-Schnittstelle. 

  • Automatisierung, die Zeit spart – Buchhaltung im Hintergrund, Steuerexport auf Knopfdruck. 

  • Sicherheit by Design, damit Digitalisierung Vertrauen schafft und nicht zur Hürde wird. 

Darüber hinaus entwickeln wir Lösungen, die im Alltag sofort spürbar helfen: Firmenkarten, damit Ausgaben im Betrieb einfacher kontrolliert werden können. Fremdwährungsfunktionen, die internationales Geschäft unkomplizierter machen. Und Finanzierungslösungen, die kurzfristige Liquidität sichern, wenn es darauf ankommt. 

Pragmatisch vorwärtsgehen

Der Mittelstand hat immer wieder bewiesen, dass er sich anpassen kann. Die Frage ist nicht, Papier oder KI, sondern wie man Innovation Schritt für Schritt umsetzt. Mein Rat: klein anfangen, testen, lernen, anpassen. Wer die ersten Routinen digitalisiert, gewinnt sofort Zeit zurück. Und wer Partner wählt, die auf Transparenz und Sicherheit setzen, legt die Basis für mehr. So bleibt der Mittelstand nicht nur das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, sondern wird auch ihr Innovationstreiber. 

 

Der Autor

Tuomas Toivonen, Mitgründer und CEO von Holvi, bringt über 15 Jahre Erfahrung in der Beratung von Regierungen und globalen Mobilfunkbetreibern zu Zahlungssystemen mit. Basierend auf seiner Expertise gründete er Holvi, eine Plattform, die Banking, Buchhaltung und E-Invoicing vereint. 

 

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