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Technologie > Aus Forschung und Praxis

Dresden bekommt neuen DLR-Superrechner – Cara wird noch schneller

| Markt und Mittelstand Redaktion

Das DLR erneuert in Dresden seinen Superrechner Cara: 30 Petabyte Speicher und mehr Rechenleistung für nachhaltigere Luftfahrt.

Großforschungsanlage Cara in Dresden; Aufschrift: DLR und NEC
Schrankgroße Rechenleistung für die Luftfahrt der Zukunft: Das DLR modernisiert seine Großforschungsanlage Cara in Dresden. (Foto: DLR)

Markt und Mittelstand - August 2025

Lange ist es her, dass normale Rechner das Format von Schränken hatten oder Flugsimulatoren mit einem sehr großen Raum voller Technik gesteuert wurden. An der Technischen Universität Dresden allerdings stehen in einem recht großen, abgedunkelten Raum zahlreiche schrankgroße Rechner, die das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) jetzt ersetzen lässt – durch ähnlich schrankgroße Rechner, allerdings mit deutlich mehr Leistung.

Die Großforschungsanlage Cara (Computer for Advanced Research in Aerospace), seit 2019 im Einsatz für komplizierte Simulationen, beispielsweise Wirbelschleppen bei Flugzeugen oder Effizienzsteigerung von Verbrennungsprozessen, ist in die Jahre gekommen. 

Das DLR hat den japanischen Hersteller NEC beauftragt, die Anlage zu erneuern. Allein die Speicherkapazität soll auf 30 Petabyte steigen, eine Zahl mit 15 Nullen und fast doppelt so viel wie bisher. Schon die alte Anlage schaffte 3,2 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde. In der neuen sollen es deutlich mehr werden.

2022 hatte das DLR die Anlage bereits erweitert. Dieser Teil wird nicht erneuert, sondern steht weiter zur Verfügung. Die Abwärme des Großrechners heizt übrigens das nahegelegene Institut für Softwaremethoden zur Produkt-Visualisierung des DLR. 

Neben Cara betreibt das DLR auch Caro (ebenfalls eine Abkürzung für Computer for Advanced Research in Aerospace) an der Universität Göttingen. Der Großrechner hat eine maximale Leistung von 5,6 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde. Und auch hier stehen zahlreiche dunkle Schränke im Rechnerraum. Die Anlage läuft seit 2022 und zählte damals zu den 150 schnellsten Rechnern der Welt. 

Beide Anlagen stehen allen DLR-Instituten zur Verfügung, wenn sie etwas durchrechnen lassen wollen, bei dem klassische PC oder Server scheitern. Flugsimulatoren der ersten Stunde ließen sich recht schnell mit normalen Computern betreiben. So ersetzte der Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover Ende der 80er-Jahre die mehrere Räume große Anlage mit handgelöteten Platinen durch PC. Auf Cara und Caro dürfte die Flugsimulation einen verschwindend kleinen Bruchteil ausmachen, wenn die Experten etwa den Strömungsabriss bei bestimmten Flugzeugdesigns berechnen wollen. Ziel jedenfalls ist, Fliegen effizienter und umweltfreundlicher zu machen. 

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist die zentrale Forschungsinstitution Deutschlands für Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung. Es gehört zu den größten technisch-wissenschaftlichen Einrichtungen Europas.

Kerndaten:

  • Gründung: 1969 (Vorgängerinstitutionen reichen bis ins Jahr 1907 zurück)

  • Hauptsitz: Köln

  • Mitarbeitende: rund 10.000 (Stand 2025)

  • Standorte: über 30 Einrichtungen in Deutschland, darunter Berlin, Braunschweig, Oberpfaffenhofen, Dresden, Göttingen und Lampoldshausen

  • Budget: ca. 1,6 Milliarden Euro (2024) – davon rund 55 % aus öffentlichen Haushalten, der Rest aus Drittmitteln

Aufgaben:

  • Forschung & Entwicklung in der angewandten Grundlagenforschung

  • Beratung von Bundesregierung, EU und internationalen Organisationen

  • Technologie-Transfer in die Industrie

  • Betrieb von Großforschungsanlagen wie den Supercomputern CARA (Dresden) und CARO (Göttingen)

Bedeutung von Hochleistungsrechnern

  • Simulation von Strömungsmechanik, Antriebssystemen, Klimamodellen, Raumflugbahnen u. v. m.

  • Grundlage für effiziente, sichere und nachhaltigere Luft- und Raumfahrttechnologien

  • Klimarelevante Forschung: etwa zur Reduktion von Emissionen im Luftverkehr oder für alternative Antriebskonzepte

International eingebunden:

  • Mitglied in Forschungsverbünden wie ESA, EUMETSAT, ITER oder Horizon Europe

  • Partner von NASA, JAXA (Japan), CNES (Frankreich) und vielen mehr

Wussten Sie?

Die beim Supercomputing entstehende Abwärme wird am DLR-Standort Dresden nachhaltig genutzt – etwa zur Beheizung angrenzender Forschungseinrichtungen. Damit wird selbst Hochleistungsrechnen Teil einer energieeffizienten Forschungsinfrastruktur.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt

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