Dienstag, 14.12.2021

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Gekommen, um zu bleiben: Bewegtbild in der internen und externen Kommunikation von Unternehmen.

Technologie
Gastbeitrag

Video ist der "Rising Star" in der Unternehmenskommunikation

Beim Thema Video denken die meisten Mitarbeitenden aus Kommunikation und Marketing in erster Linie an Konferenzen oder Events. Dabei kann Bewegtbild viel mehr und seine Grenzen sind noch lange nicht erreicht.

Plötzlich saßen alle im Home-Office: Die Pandemie begann und Lösungen für Video-Konferenzen boomten. Kolleginnen und Kollegen, die sich sonst am Schreibtisch gegenübersitzen, kommunizierten untereinander und mit Kunden per Video. Und weil der Bürotratsch notgedrungen ausfallen musste, fanden sich in vielen Firmen die Mitarbeitenden auch zu einem gemeinsamen Glas Wein vor dem Bildschirm zusammen. Schon das zeigt, dass Video eben einfach mehr kann, als nur im Rahmen von Meetings eingesetzt zu werden.

Mehr als Konferenzen

Reisebeschränkungen, Lockdowns und die allgemeine Unsicherheit in Hinblick auf gesundheitliche Risiken trafen und treffen die Event-Branche schwer. Messen und Kongresse fielen im vergangenen Jahr aus oder wurden, wie es oft hieß, "notgedrungen" zu digitalen Veranstaltungen. Damit wurde eine Zusammenkunft per Video zur Ersatzveranstaltung degradiert, was aus meiner Sicht die falsche Positionierung ist. Das zeigt schlichtweg, dass es vielen Unternehmen an einer Strategie fehlt, die das Potenzial von Video besser ausschöpft.

Ideales Werkzeug in der internen und externen Kommunikation

Bereits unsere Eltern haben die Vorteile von bewegten Bildern erkannt, lange bevor sich das Internet überhaupt etablieren konnte. Denn nur 15 Minuten einer Nachrichtensendung bringen einen größeren Überblick in kürzerer Zeit als jede Zeitungslektüre. Bewegte Bilder helfen uns allen dabei, Dinge schneller und leichter zu verstehen. Und: Video kann Emotionen transportieren. Warum sonst sagen wir "ganz großes Kino" zu besonderen Momenten? Genau diese Vorteile lassen sich auch in der Unternehmenskommunikation – intern und extern – nutzen. Dazu muss nur mit einer Portion Kreativität darüber nachgedacht werden, wo sich welche Inhalte am besten transportieren lassen.

Interne Videoplattformen sind ein gutes Beispiel dafür. Videos können für die Etablierung neuer Prozesse oder Trainings viel wertvoller und zeiteffizienter sein als einmalige analoge Meetings, unter anderem, weil sie sich beliebig oft abspielen lassen. Video kann so auch das Onboarding von neuen Mitarbeitenden unterstützen. Genauso gut eignet sich Video, um Schulungen in größeren Organisationen und gerade bei Non-Desk-Workern durchzuführen. Sie werden informiert, aber können die Inhalte dort konsumieren, wo sie sich wohlfühlen. In der externen Kommunikation und im Marketing stützen bewegte Bilder die Einführung neuer Produkte. Und Kundinnen und Kunden, die sich in erster Linie selbst helfen wollen oder nach Support suchen, erhalten mittels Videos eine schnelle Lösung bei Problemen.

Besser nicht improvisieren

Im E-Commerce und der externen wie internen Kommunikation muss Video-Content die gleiche überzeugende User Experience wie der Gesamtauftritt des Unternehmens bieten. Nach meinen Erfahrungen legen die meisten Firmen hier zu stark das Augenmerk auf Basiskriterien. Unterbrechungsfreie, zuverlässige und schnelle Wiedergabe sind (technische) Minimalanforderungen an eine Video-Plattform. Nicht zu vernachlässigen im Bereich Corporate Video ist eine sichere Authentifizierung am besten mittels Token. Auch das von den Zuschauerinnen und Zuschauern verwendete Endgerät sollte für sie keine Rolle spielen. Eine Profi-Lösung muss sich etwa um die automatische Transkodierung des Inhalts für die Zielplattform kümmern.

Noch einmal zurück zu den digitalen Veranstaltungen: Zuletzt war immer mal wieder von einer "Video-Müdigkeit" die Rede, obwohl Zugriffszahlen bei Streaming-Diensten das Gegenteil aussagen. Es reicht offenbar nicht, die Speaker einfach ihre Slides per Video vorlegen zu lassen. Bei Veranstaltungen muss aus meiner Sicht kein Entweder-oder sein. Hybride Formate kombinieren die Atmosphäre von Menschen vor Ort mit bewegten Bildern und zugeschalteten Gästen. Der Erfolg von Plattformen wie Netflix oder YouTube zeigt, wie stark die Faszination von Video ist. Allein der Blick nach China mit seinen Verkaufsveranstaltungen per Live-Video zeigt, dass bewegte Bilder die Menschen ansprechen und erreichen. Video in Marketing und Kommunikation ist gekommen, um zu bleiben. Unternehmen müssen nur mehr daraus machen.

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