Donnerstag, 28.01.2016
Stromerzeugung bei geringen Abwärmetemperaturen: Für die Abwärmenutzung können Mittelständler die ORC-Technologie anwenden.

Fotoquelle: Esperanza33/iStock/Getty Images

Stromerzeugung bei geringen Abwärmetemperaturen: Für die Abwärmenutzung können Mittelständler die ORC-Technologie anwenden.

ORC-Technologie im Fokus

Abwärmenutzung: So profitieren Mittelständler

Es gibt Techniken, mit denen Abwärme genutzt werden kann. Mit einer „aktiven“ Technologie, wie der ORC-Technologie, profitieren Mittelständler sogar schon bei niedrigen Temperaturen von der Abwärmenutzung.

Mehr als die Hälfte der in industriellen Prozessen eingesetzten Energie geht als Abwärme verloren. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt – sondern auch für die eigene betriebswirtschaftliche Bilanz. Dabei gibt es technische Möglichkeiten, die eine sinnvolle Abwärmenutzung schon bei geringen Abwärmetemperaturen möglich machen.

Stromerzeugung durch Abwärmenutzung

Mit Hilfe der ORC-Technologie lässt sich auch aus Abwärme mit einem geringen Temperaturniveau elektrische Energie gewinnen. ORC steht dabei für „Organic Rankine Cycle“. Das Verfahren beruht auf dem Prinzip der Dampfmaschine. In einem geschlossenen Kreislauf wird das Arbeitsmedium, eine organische Flüssigkeit, unter Druck mit einer Pumpe und Abwärme auf Siedetemperatur erhitzt und verdampft. Der Dampf treibt über eine Turbine einen Generator zur Stromerzeugung an.

 

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Während konventionelle Dampfkraftwerke mehrere Hundert Grad Hitze brauchen, kommt der ORC-Prozess mit deutlich weniger aus. Die eingesetzten Mittel verdampfen schon bei Temperaturen ab 50 Grad Celsius. Überschüssige Wärme, die nach dem Stromerzeugungsprozess übrig ist, lässt sich außerdem zur Raumheizung oder Holztrocknung nutzen.

Stromkosten einsparen durch Abwärmenutzung

Die ORC-Technologie wird bereits in verschiedenen Branchen eingesetzt. „Überall dort, wo Öfen, Motoren, Kessel, Trockner, Druckluftgeneratoren oder Kältemaschinen laufen, lässt sich das Verfahren einsetzen“, sagt Dr. Christian Gloria, Geschäftsführer des ORC-Fachverbandes in Essen. Der Betrieb des ORC-Systems wird digital gesteuert und läuft nahezu wartungsfrei. Unternehmen, die aus Abwärme Strom erzeugen, sparen deutlich an Stromkosten.

Welcher Anbieter von ORC-Technologien für mittelständische Betriebe der richtige ist, entscheidet sich auch durch die Art der überschüssigen „heißen Luft“: Für viel Abwärme in sehr hohen Temperaturbereichen gelten die Lösungen von Ormat, DeVeTec und Turboden als besonders gut. Die Anbieter Turboden und Intec GMK bauen ORC-Anlagen für geothermische Anwendungsbereiche. Im Niedertemperaturbereich und bei kleinformatigen, modularen ORC-Systemen ist Orcan Energy Marktführer in Deutschland, aber auch Electratherm ist in diesem Bereich stark.

 

 

Info
Hier lohnt sich der Einsatz von ORC-Technologie:

  • Bei der Drucklufterzeugung
  • In der Keramik, Metall und Glasherstellung
  • Beim Betrieb von Kälteanlagen
  • Wenn beim Produktionsprozess Abgase entstehen
  • Bei der Emission von Prozessabluft
  • Wenn Kühlwasser genutzt wird oder warmes Abwasser anfällt