Donnerstag, 29.10.2015

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Bis zum 5. Dezember müssen Unternehmen ein Energieaudit durchführen.

Energieaudits sind für dieses Jahr gesetzlich vorgeschrieben

Energieaudit-Pflicht: Alles über Kosten, Ablauf & Ausnahmen

Das Energiedienstleistungsgesetz fordert von Unternehmen das Durchführen eines Energieaudits bis zum 5. Dezember 2015. Wer sich nicht daran hält muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Der 5. Dezember ist nicht mehr weit und für viele Unternehmen könnte dieser Tag schneller kommen, als ihnen womöglich recht ist. Dies ist nämlich der Stichtag zur Einführung eines Energieaudits nach der Norm DIN EN 16247. Das schreibt das sogenannte Energiedienstleistungsgesetz vor.

Davon betroffen sind allerdings nicht alle Unternehmen. Laut Gesetzesdefinition müssen sich die Firmen, die mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen und einen höheren Umsatz als 50 Millionen beziehungsweise eine größere Bilanzsumme als 43 Millionen Euro haben, damit auseinandersetzen. „Dabei ist allerdings darauf zu achten, ob das Unternehmen ein eigenständiges Unternehmen ist, oder ob es beispielsweise Querverbindungen zu einem Konzern gibt. Ist dies der Fall, kann es sein, dass das Unternehmen auch unter diese Definition, obwohl es kleiner als die genannten Definitionsformalia ist, als Nicht-KMU gilt“, weiß Tyrone Adu-Baffour, Projektleiter für Energiemanagement beim TÜV Rheinland.

Energieaudit: Ablauf, Pflichten, Ausnahmen

Während von früheren Energiegesetzen, wie dem Erneuerbarenenergiengesetz (EEG), nur spezielle Branchen und somit lediglich eine überschaubare Anzahl an Unternehmen betroffen waren, greift das Energiedienstleistungsgesetz nun weiter. „Durch dieses Gesetz wird der Kreis derer, die ein Energieaudit beziehungsweise ein Energiemanagementsystem einführen müssen, drastisch erhöht“, sagt Wolfgang Hahn, Geschäftsführer beim Beratungsunternehmen ECG. Das bedeutet im Klartext, dass sich auch Unternehmen, die eigentlich nicht besonders energieintensiv sind, wie zum Beispiel Firmen des Dienstleistungssektors, mit dem Themenkomplex Energieeffizienz auseinandersetzen müssen.

 

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Bisher haben Unternehmen, die sich damit beschäftigt haben primär deswegen gehandelt, um mittelfristig monetäre Vorteile zu erzielen. „Bisher hatten Firmen mit dem Einführen eines Energiemanagementsystems vor allem zwei große Zielsetzungen: die Inanspruchnahme der besonderen Ausgleichsregelung beim EEG und/oder Entlastungen bei der Strom- und Energiesteuer“, erklärt Ingo Hesse, Spezialist bei Energiefragen bei PKF Fasselt Schlage. Nun besteht aber auch für hiervon bislang noch nicht betroffene Unternehmen eine Pflicht zum Handeln. Konkret schreibt das Energiedienstleistungsgesetz vor, dass betroffene Firmen bis zum genannten Stichtag mindestens ein Energieaudit durchgeführt haben müssen.

Geschieht dies nicht, drohen den entsprechenden Unternehmen Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro. „Da dies eine europäische Vorgabe ist, ist auch Deutschland dazu verpflichtet, diese in aller Konsequenz durchzusetzen. Daher können Unternehmen nicht auf Milde hoffen“, warnt Ingo Hesse von PKF Fasselt Schlage.

Energieaudit: Kosten und Förderungen

Für die Durchführung eines Energieaudits müssen Unternehmen je nach Größe und Komplexität mit rund 2.500 bis 5.000 Euro rechnen. Fördermittel vergibt die BAFA im Programm "Energieberatung im Mittelstand". Ihre Höhe ist abhängig von den jährlichen Energiekosten: Betragen diese mehr als 10.000 Euro, beträgt die Zuwendung 80 Prozent der förderfähigen Beratungskosten bis zu einer Höhe von 8.000 Euro. Liegen sie darunter, beträgt die Zuwendung ebenfalls 80 Prozent, jedoch nur bis höchstens 800 Euro. Diese BAFA-Förderung kann in Anspruch genommen werden, wenn die Prüfung durch einen vom BAFA zugelassenen Energieberater erfolgt.

Unternehmer sollten zudem prüfen, ob zusätzliche Förderprogramme auf Landesebene aufgelegt sind, beispielsweise im Zusammenhang mit Investitionen in PV-Anlagen oder Elektromobilität.