Donnerstag, 26.11.2015

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Die Zeit wird knapp: das Energiedienstleistungsgesetzschreibt vor, dass Untrenehmen bis zum 5. Dezmeber ein Energieaudit durchgeführt haben müssen.

Energieauditpflicht tritt in Kraft

Energiedienstleistungsgesetz: Frist für Energieaudit läuft ab

Am 5. Dezember läuft eine wichtige Frist ab: Bestimmte Unternehmen müssen bis dahin laut Energiedienstleistungsgesetz ein Energieaudit durchgeführt haben. Wer sich nicht an die Energieauditpflicht hält, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Markt und Mittelstand: Am 5. Dezember muss das Energieaudit durchgeführt sein, so will es das Energiedienstleistungsgesetz. Sonst drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld. Ist der Mittelstand dafür gerüstet?
Joachim Ganse: Wir betreuen Unternehmen, die die ganze Thematik sehr frühzeitig mitbekommen und teilweise sogar ein Energiemanagementsystem im Zuge dieser Pflicht aufgebaut haben. Darüber hinaus gibt es aber jeden Tag auch noch neue Anfragen in puncto Erfüllung der Normen. Da sieht man, dass sich viele Unternehmen erst jetzt mit Thema Energieauditpflicht beschäftigen.

Energiedienstleistungsgesetz: Jetzt Verträge für Energieaudit schließen

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Joachim Ganse von der KPMG.

MuM: Was raten Sie Unternehmen, die sich erst jetzt mit dem Thema Energieauditpflicht beschäftigen?
Ganse: Es ist wichtig, dass die Unternehmen verstanden haben, dass sie aufgrund dieser Verordnung nun aktiv werden müssen. Wichtig ist jetzt, dass bis zum 5.Dezember mit einem Berater beziehungsweise Prüfer ein Vertrag abgeschlossen wird, um dem BAFA zu signalisieren, dass der Wille da ist, das Energieaudit durchzuführen. Man sollte zusehen, dass man aufzeigt, dass man in der Bringschuld ist.

 

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MuM: Wie kommt es, dass diese Problematik an manchen Unternehmen vorbeigegangen ist?
Ganse: Es war leider abzusehen, dass manche Unternehmen in die Bredouille kommen. 50.000 bis 70.000 Unternehmen müssen dieses Energieaudit machen. Viele mussten sich erst einmal klar werden, ob sie unter diese Energieauditpflicht fallen. Viele merken es erst jetzt, dass sie betroffen sind. Trotz vieler Hinweise und Veranstaltungen ist das Bewusstsein erst in den letzten Monaten gewachsen. Zudem hat aber auch der Gesetzgeber lange gebraucht, bis das Energiedienstleistungsgesetz definitiv umgesetzt wurde (bis April 2015). Dadurch ist die Umsetzungszeit für Unternehmen zusammengeschmolzen.

Energiedienstleistungsgesetz: Hohe Bußgelder drohen

MuM: Was droht den Unternehmen, die die Frist für das Energieaudit nicht einhalten?
Ganse: Den Unternehmen drohen Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro. Daher nochmals unsere dringende Empfehlung, bis mindestens zum 5.12. oder kurz danach einen Vertrag abzuschließen, um in eine bessere Argumentationsbasis hereinzukommen. Der Gesetzgeber ist dabei wahrscheinlich eher kulant. Die Strafen dürften eher dann Anwendung finden, wenn ein Unternehmen die Frist sehr, sehr lange verstreichen lässt.

Info
Tipps für die Energieauditpflicht

  • Energiemanagementsystem einführen: Dieses kann laut Energiedienstleistungsgesetz bis Dezember 2016 eingeführt werden. So kann man die Frist quasi um ein Jahr verlängern.
  • Übersicht über Hauptenergieverbraucher bis zum 5. Dezember dem BAFA vorlegen
  • Bis zum 5. Dezember zumindest Verträge mit einem Berater schließen, aus denen ersichtlich wird, dass man gewillt ist, das Energieaudit durchzuführen.