Donnerstag, 19.11.2015

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DENEFF-Umfrage zu KWKG: Unternehmen sehen dezentrale Wärme- und Stromversorgung gefährdet.

DENEFF-Umfrage beunruhigt Mittelstand

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz 2016: Eigenversorgung unattraktiv

Der Bundestag berät derzeit die Neufassung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG). Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) zeigt: Betreiber, Hersteller und Dienstleister erwarten überwiegend negative Auswirkungen durch die geplanten Neuregelungen.

Die Förderung neuer KWK-Anlagen soll weitestgehend gestrichen werden, das sieht die Neufassung des Gesetzes vor. Für Unternehmen bedeutet das, dass durch den Wegfall der KWK-Zulage für diese Anlagen und die bereits 2014 beschlossene Belastung mit der EEG-Umlage die Nutzung von in Blockheizkraftwerken erzeugter Energie künftig doppelt belastet wird.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF) Carsten Müller warnt vor den negativen Auswirkungen: „Die Neufassung des KWKG von Staatssekretär Baake droht zum Rohrkrepierer für Wirtschaft, Umwelt und Verbraucher zu werden. Sie entzieht der bislang erfolgreichen dezentralen Energieerzeugung die Grundlage.“

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Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz: KWK-Anlagen unattraktiv

Im Ergebnis befürchtet mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen, die selbst KWK-Anlagen betreiben, dass die Eigenversorgung zunehmend unattraktiv wird. Außerdem sieht das Gesetz vor, ins Netz eingespeisten KWK-Strom stärker zu fördern. Nur ein Sechstel der Befragten erwarten jedoch hierdurch Verbesserungen.

 

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Auch unter KWK-Herstellern und -dienstleistern erwartet mehr als die Hälfte eine Verschlechterung oder sogar deutliche Verschlechterung ihrer Auftragslage durch die Neufassung des Gesetzes.

Eigenversorgung: Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bremst

„Der Gesetzentwurf in seiner bisherigen Fassung kennt fast nur Verlierer. Ganze Unternehmen werden in ihrer Existenz gefährdet. Klimafreundliche und günstige Versorgungskonzepte für Krankenhäuser, soziale Einrichtungen, Stadtquartiere und Unternehmen werden unmöglich“, sagt Müller.
Dabei werde immer wieder beteuert, dass Effizienz und Energiedienstleistungen der Schlüssel zur Energiewende sind. Deshalb setze er auf Veränderungen durch die Koalitionsfraktionen im parlamentarischen Verfahren.