Freitag, 14.10.2016
Strom aus der eigenen Produktion weiterhin teilweise von der EEG befreit – dies ist und bleibt für Unternehmen eine attraktive Einsparmöglichkeit.

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Strom aus der eigenen Produktion weiterhin teilweise von der EEG befreit – dies ist und bleibt für Unternehmen eine attraktive Einsparmöglichkeit.

Ökostrom-Zulage steigt

"Müssen die EEG-Erhöhung 1:1 weitergeben"

Die EEG-Umlage steigt ab dem kommenden Jahr wieder an. Was das für Unternehmen bedeutet, erklärt Stefan Harder, Geschäftsführer des Energieversorgers Evita.
Stefan Harder

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Stefan Harder

Markt und Mittelstand: Die Bundesnetzagentur hat die Höhe der EEG-Umlage ab 2017 bekanntgegeben. Herr Harder, was genau ändert sich durch die Anpassung der EEG Umlage?
Stefan Harder: Ab 2017 steigt die EEG-Umlage um gut einen halben Cent auf 6,88 Cent pro KWh. Der Anstieg bleibt damit deutlich hinter den Erwartungen zurück, erreicht aber trotzdem einen neuen Höchstwert. Der Hauptgrund dafür liegt im niedrigen Preisniveau an der Strombörse und den dadurch geringeren Erlösen für EEG-Strom im Vergleich zu den gewährten Vergütungen. In Zukunft werden die absoluten EEG-Mengen trotz der Ausschreibungsverfahren, die den Kostenanstieg relativ begrenzen sollen, weiter steigen. Damit sind die jetzigen 6,88 Cent nicht das Ende der Fahnenstange. 

MuM: Welche Folgen hat das für die Verbraucher?
Harder: Die EEG-Umlage stellt mit über 20 Prozent einen wesentlichen Bestandteil des Strompreises dar. Da wir unsere Tarife stetig an das Börsenniveau anpassen und unsere Kunden dadurch aktuell bereits von den niedrigen Beschaffungspreisen profitieren, müssen wir auch die anstehende EEG-Erhöhung 1:1 weitergeben. Zusammen mit der erwarteten Erhöhung der Netzentgelte vieler Netzbetreiber, müssen Verbraucher zum Jahreswechsel deshalb mit höheren Strompreisen rechnen.

MuM:
Wer ist davon betroffen?
Harder: Das betrifft alle Verbraucher gleichermaßen. Lediglich stromintensive Unternehmen – vor allem aus dem produzierenden Gewerbe – können sich auf Antrag von der EEG-Umlage befreien lassen. Und natürlich ist der Strom aus der eigenen Produktion weiterhin teilweise von der Umlage befreit – dies ist und bleibt für Unternehmen eine attraktive Einsparmöglichkeit.

 

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