Mittwoch, 22.06.2016
Tanken von Dienstwagen sollen mittels Tankkarten weniger aufwendig werden. Das zumindest hoffen Mittelständler. Doch nicht mit jeder Tankkarte kann man an jeder Tankstelle zahlen. Fuhrparkbetreiber müssen einiges beachten.

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Tanken von Dienstwagen sollen mittels Tankkarten weniger aufwendig werden. Das zumindest hoffen Mittelständler. Doch nicht mit jeder Tankkarte kann man an jeder Tankstelle zahlen. Fuhrparkbetreiber müssen einiges beachten.

MuM-Ratgeber: Tankkarten

Die wichtigsten Tankkarten für Ihren Fuhrpark

Mittelständler sind es leid: Tankquittungen einsammeln, kontrollieren, Privates rausstreichen. Die inzwischen weit verbreiteten Tankkarten versprechen weniger Bürokratie. Was sie bieten und wann welche Karte Sinn macht.

Ein Leben ohne Tankkarten kann sich Claus Wollnik nicht vorstellen: 33 seiner insgesamt 41 Mitarbeiter haben einen Dienstwagen und zahlen beim Tanken seit vielen Jahren nur noch per Karte. „Der Aufwand beim Abrechnen ist viel geringer“, sagt der Inhaber der auf Sonderumbauten von Fahrzeugen spezialisierten Wollnikom GmbH aus dem niederrheinischen Korschenbroich. „Die Löhne der Mitarbeiter sind mit Abstand die höchsten Kosten“, schildert er. „Wenn ich jeden Dienstwagennutzer pro Monat eine halbe Stunde oder länger seine Tankosten abrechnen lasse, ist das einfach viel zu teuer.“

Tankkarten funktionieren im Prinzip wie Kreditkarten: Jeder Dienstwagennutzer bekommt eine eigene Karte samt Pin-Code, mit der er beim Tanken bezahlt. In vielen mittelständischen Unternehmen sind Tankkarten bereits Standard, in rund 70 Prozent der deutschen Flotten besitzen die Fahrer eine Tankkarte, so Flottenresearch-Dienst Dataforce.

Tankquittungen komplett ersetzen

Grundsätzlich gibt es hier zwei Sorten von Tankkarten: Die Markengebundenen Karten und Verbünde mehrerer Tankstellen, wobei erstere meist ebenfalls an verschiedenen Tankketten funktionieren. Die größten Tankstellenbetreiber Shell und Aral decken mit mehreren Marken das gesamte Bundesgebiet samt Autobahntankstellen ab.

Fuhrparkberater Peter Hellwich rät, dass Mitarbeiter tatsächlich  alle Tankvorgänge per Karte zahlen sollten, damit sich nicht doch wieder die Zettelwirtschaft mit einzelnen Quittungen breit macht und zum Beispiel automatisierte Verbrauchsauswertungen nicht mehr funktionieren, weil sie falsche Daten liefern. „Meist ist das aber kein Problem. Die Fahrer sind schließlich selbst froh, wenn sie das Geld fürs Tanken nicht vorschießen und Spesen abrechnen müssen.“

Vorsicht bei Premium-Kraftstoffen

Auf einen anderen Punkt sollten Fuhrparkverwalter allerdings bei Markentankstellen regelmäßig hinweisen: „Man sollte den Mitarbeitern regelmäßig einimpfen, keine extra teuren Premium-Kraftstoffe zu tanken“, sagt Hellwich. „Die lassen sich nämlich nicht automatisch sperren.“

Wer seine Mitarbeiter besonders günstig tanken lassen will, bekommt bei Novofleet einen Tankkartenverbund für die so genannten freien Tankstellen. Die sind zwar nicht immer in den besten Lagen erreichbar und nicht direkt an Autobahnen vertreten, dafür aber regelmäßig einige Cent billiger an der Zapfsäule als die Markenkraftstoffe.

Auto-Umrüster und Novofleet-Kunde Claus Wollnik sieht keinen gravierenden Nachteil darin, dass die Stationen seines Tankkarten-Anbieters eher in B-Lagen zu finden sind: „Die Kollegen sind ohnehin angewiesen, die teuren Autobahntankstellen möglichst zu meiden“, sagt der Chef. Als Reserve haben die Dienstwagenfahrer zudem die Tankkarte von Shell im Gepäck – allerdings ausschließlich für Ausnahmefälle.

Problem Hauptmarke

„Das Problem bei den Markengebundenen Tankkarten ist, dass die Fahrer nur bei der Hauptmarke tanken, die auf der Karte steht“, weiß Wollnik aus eigener Erfahrung mit verschiedenen Tankkarten. „Dabei könnten sie auch andere, häufig günstigere Marken tanken.“ Das wird aber meist vergessen.