Donnerstag, 09.11.2017
Ordnung muss sein: Wie hier die Zuladung im Gepäckraum des Opel Combo muss auch der gesamte Fuhrpark übersichtlich und sicher organisiert sein.

Foto: Opel

Ordnung muss sein: Wie hier die Zuladung im Gepäckraum des Opel Combo muss auch der gesamte Fuhrpark übersichtlich und sicher organisiert sein.

Dienst- und Firmenwagen

Wie sich der Fuhrpark besser gestalten lässt

Geschäftlich genutzte Fahrzeuge sind einer der größten Kostenblöcke im Unternehmen. Effizientes Management der Firmenwagen und Dienstwagen holt mehr aus dem Fuhrpark heraus. Ein Gastbeitrag.

Ziel der Geschäftsleitung ist es, eine bestmögliche Mobilität zu gewährleisten sowie betriebswirtschaftlich und ökologisch passende Lösungen zu finden. Das ist unter Effizienz zu verstehen. Die Umsetzung des optimierten Mobilitätsmanagements liegt oftmals in mehreren Händen, bei den Einkäufern, den Controllern und den Fuhrparkmanagern. 

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Um die Mobilität zu gewährleisten und zu steuern, gibt es organisatorische Regelungen und Rahmenbedingungen wie eine Car-Policy oder eine Dienstwagenüberlassungsregelung. Einige strategische Voraussetzungen müssen zudem erfüllt werden. Dazu sollten:

  • Anforderungen an den Fuhrpark formuliert,
  • entsprechende Ziele abgeleitet und ein
  • Soll-Ist-Vergleich erarbeitet werden.

An erster Stelle steht, dass die Verantwortlichen in den Unternehmen sich darüber Klarheit verschaffen müssen, welche Anforderungen sie an den eigenen Fuhrpark haben – betrachtet aus unterschiedlichen Perspektiven. Was braucht das Unternehmen, was der Nutzer und was der Fuhrparkmanager? Dabei dreht es sich um Mobilitätsbedürfnisse des Unternehmens wie Lang- oder Kurzstrecken, die Motivation der Dienstwagennutzer und die Wirtschaftlichkeit, die durch entsprechende Kennzahlen gemessen werden kann.

Viele Themen müssen Beachtung finden

Diese Aspekte sollten sich in der Car-Policy und den Vereinbarungen mit den Dienstwagennutzern wiederfinden.

Durch klar formulierte Ziele und Kennzahlen, anhand derer die Zielerreichung gemessen werden kann, wird die Verwaltung der Flotte vereinfacht. Der Ist-Zustand kann mit Vorgaben der Unternehmensstrategie und den formulierten Anforderungen an die Mobilität abgeglichen werden, und Optimierungspotentiale können identifiziert werden.

Beispiel: Die Gesamtflotte soll über alle Fahrzeuge jährlich laut Herstellerangaben mit weniger Treibhausgasen und Luftschadstoffen die Umwelt belasten. Das wird in der Car-Policy verankert und durchgesetzt. Darüber hinaus gibt es viele weitere Themen, die Beachtung finden müssen – etwa von der Halterhaftung bis zur Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften.

Ein Dienstwagen ist immer noch die begehrteste Zusatzleistung

Gleichzeitig kann und sollte der Fuhrpark zur Motivation der Belegschaft beitragen. Denn der Dienstwagen ist auch ein sichtbares Zeichen der Anerkennung. Deshalb steht trotz vieler Alternativen ein Firmenwagen am stärksten für mobile Unabhängigkeit, so ein Ergebnis des „Firmenwagenmonitors 2016.

Compensation Partner hat 419.424 Arbeitsverhältnisse analysiert, ein Achtel davon beinhaltetet einen geschäftlich und privat genutzten Firmenwagen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Dienstwagen immer noch die begehrteste Zusatzleistung ist, wenn Mitarbeiter zwischen Dienstwagen und anderen Leistungen wählen dürfen.

Die mit einem Firmenwagen verbundene mobile Unabhängigkeit bedeutet für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unverzichtbare Lebensqualität. Dabei werden gern über dem Budget liegende Kosten übernommen, wenn das Fahrzeug dafür mehr Spaß macht. Aber gleichzeitig soll es umweltfreundlich sein und den individuellen Bedürfnissen gerecht werden. Darauf legt der Arbeitnehmer wert und kann es auch im gewissen Rahmen beeinflussen, sofern es sich nicht um ein vom Arbeitgeber gestelltes Funktionsfahrzeug handelt.

Wichtige Rahmenbedingungen

Die gleichzeitig notwendige Gesamteffizienz für den Fuhrpark kann dabei nur erzielt werden, wenn alle Rahmenbedingungen und Prozesse auf die Ziele ausgerichtet werden: Zur Effizienz bei der Ausschreibung gehören klare Regelungen und Ausschreibungsformulare, die schon erfolgreich funktioniert haben. Um den Überblick zu behalten, sollte sich die Auswahl auf diejenigen Anbieter konzentrieren, die zu den eigenen Anforderungen und zum Unternehmen passen.

Notwendig ist zudem eine Effizienz in der Gestaltung des Fuhrparks, um die Motivation und Wirtschaftlichkeit durch Markenvielfalt und klare Vorgaben für die Fahrzeugauswahl und -ausstattung zu gewährleisten. Dazu gehören die Auswahl der passenden Antriebe, die Nutzung der optimalen Tankzeitpunkte sowie ausreichend im ökologischen und sicheren Fahren trainierte Dienstwagennutzer. So lassen sich wirtschaftliche Kraftstoffkosten und niedrige Emissionswerte erzielen.

Risikominimierung ist zudem ein grundlegender Aspekt eines Fuhrparks. Sie wird durch jährliche Risikoanalysen gemeinsam mit dem beratenden Flottendienstleister sowie den daraufhin angepassten Strategien für Technik, Finanzierung, Organisation und Mobilitätsbedürfnissen erreicht.

Häufig kommt noch die Verwaltungs- und Prozesseffizienz in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vieler Fuhrparks zu kurz. Hierzu zählen alle anfallenden Kosten für die Mitarbeiter, die mit der Beschaffung und Verwaltung der Flotte direkt und auch indirekt zu tun haben, wie Buchhaltung, Wartung, Finanzierung, Schnittstellen oder Fahrerbetreuung. 

Autor

Michael Velte ist Vorsitzender des VMF Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften. (Foto: Autoexpo)