Donnerstag, 03.11.2016
Nachholbedarf: Besonders in der Logistik stockt laut einer Studie die Digitalisierung.

Foto: shutter_m/Thinkstock/Getty Images

Nachholbedarf: Besonders in der Logistik stockt laut einer Studie die Digitalisierung.

Studie zur Digitalisierung

Der Mittelstand hat digitalen Nachholbedarf

Der Mittelstand hinkt bei der Digitalisierung hinterher. In einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums schneiden Fahrzeugbau und Logistik besonders schlecht ab.
Die gute Nachricht zuerst: 20 Prozent der deutschen mittelständischen Unternehmen sind laut „Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2016“ hoch digitalisiert – genauso wie 28 Prozent der Kleinst- und lediglich 16 Prozent der Großunternehmen. Auf der anderen Seite weist die Studie, die das Institut TNS Infratest für das Bundesministerium für Wirtschaft durchgeführt hat, für 24 Prozent der Mittelständler eine „niedrige“ Digitalisierung aus.

Dabei untersuchten die Forscher in elf Branchen, für die die Untersuchung repräsentativ sein soll, den durchschnittlichen Digitalisierungsgrad der Unternehmen. Ab einem Indexwert von 70 oder mehr Punkten (von 100 erreichbaren) sprechen sie von hoch digitalisierten Unternehmen, zwischen 40 und 69 von mittel digitalisierten Unternehmen.

Auch künftig stockt die Digitalisierung

Mittelständische Unternehmen erreichen dabei einen Digitalisierungsgrad von 50 Indexpunkten. Das sind weniger als Groß- (53 Punkte) und Kleinstunternehmen (55 Punkte) erreichen. Schlimmer noch: Während bei letzteren beiden Gruppen in den kommenden fünf Jahren die Digitalisierung noch erhöht werden soll, kommt sie laut der Studie im Mittelstand zum Stocken.

 

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Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, in welchen Branchen die Digitalisierung besonders weit fortgeschritten ist – etwa die wissensintensiven Dienstleistungen (70 Punkte) und die Informations- und Kommunikationstechnik (75 Punkte) – und wo es besonders großen Nachholbedarf gibt. Dazu zählt zum Beispiel der Fahrzeugbau, der lediglich 40 Punkte erreicht. Auch die Verkehrs- und Logistikbranche kommt nur auf 41 Punkte.

Aber woran hakt’s? Als größte Schwierigkeiten für eine weitergehende Digitalisierung macht die Studie die Unterversorgung mit Breitband aus, die von 40 Prozent der Befragten Unternehmen als Hemmnis angegeben wurde. Erst danach folgt mit 38 Prozent der hohe Investitionsbedarf.

Info

Die vollständige Studie kann beim Bundesministerium für Wirtschaft heruntergeladen werden.