Mittwoch, 19.10.2011
Griechenland

Proteste münden in Generalstreik

Die griechischen Gewerkschaften haben für Mittwoch und Donnerstag zu einem Generalstreik aufgerufen. Betroffen sind Behörden, Ministerien sowie Geschäfte.

Die griechischen Gewerkschaften haben für Mittwoch und Donnerstag zu einem Generalstreik aufgerufen. Betroffen sind Behörden, Ministerien sowie Geschäfte. „Erstmals haben auch Geschäftsinhaber ihre Läden geschlossen“, sagte Martin Knapp, Geschäftsführer der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer in Athen gegenüber Markt und Mittelstand. Am Vormittag wollen Demonstranten vor dem Parlament (Photo) ihren Unmut gegen ein neues radikales Sparpaket äußern. Am Mittwochabend soll darüber eine Abstimmung im Parlament stattfinden.

Auch der Flugverkehr ist beeinträchtigt, wie Spiegel Online meldete. Im Norden Deutschlands sind die ersten Verbindungen ausgefallen. Lufthansa hatte erhebliche Beeinträchtigungen wegen des Ausstands der Fluglotsen angekündigt. Weitere Flüge dürften sich verspäten oder ganz ausfallen. Im Internet ist der aktuelle Status der Flüge einsehbar.

„Nicht alle streiken“, schränkt Knapp ein. Auch wenn diesmal viele Geschäfte geschlossen bleiben, so sei doch nicht der gesamte öffentliche Sektor betroffen. In den Fabriken werde normal gearbeitet. In vielen Schulen dürfte die Mehrzahl der Lehrer zum Unterricht erscheinen.

Seit gut zwei Wochen streikt zudem die Müllabfuhr. „Die Müllberge sind noch da“, erklärt er. Zwar könne die Regierung auf das Instrument der zivilen Mobilmachung zurückgreifen, um private Leute einzuziehen, doch eine postalische Zustellung sei bisher nicht möglich gewesen. Nicht nur wegen des Streiks, auch generell könne man sich nicht auf die griechische Post verlassen. „Die Regierung verfügt oft nicht über Mechanismen, um erforderliche Maßnahmen durchzusetzen“, meint der Geschäftsführer. Unter den deutschen Unternehmen in Griechenland seien Streiks jedoch nicht das Thema der Stunde. „Es wird abgewartet“, meint Knapp. Einzig Saturn ziehe seine Niederlassung aus Griechenland ab.

 

 

 

Quellen: Reuters, Spiegel online, AHK Athen, Markt und Mittelstand

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