Dienstag, 08.04.2014
Geschlossen wegen Insolvenz – nichts fürchtet der Mittelstand mehr.

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Geschlossen wegen Insolvenz – nichts fürchtet der Mittelstand mehr.

Mittelstand aufgepasst

Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand rückläufig

Die Zahl der Insolvenzen deutscher Unternehmen ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Das ist die gute Nachricht für den Mittelstand, doch deutsche Mittelständler müssen wachsam bleiben. Eine aktuelle Studie nennt die Risikofaktoren.

Die aktuellen Zahlen der statistischen Bundesamts sind ermutigend: Mit 25.955 Insolvenzen im Jahr 2013 liegt die Zahl der Firmenpleiten um 8,1 Prozent unter dem Vorjahr. Bereits zum vierten Mal in Folge ist diese Zahl gesunken.Sie liegt inzwischen deutlich unter dem bisherigen Höchststand mit 39.320 Fällen im Jahr 2003.

Auch bei den Verbraucherinsolvenzen ist ein Rückgang zu verzeichnen, der dritte in Folge. 91.200 Verbraucher erklärten ihre Zahlungsunfähigkeit, 6,6 Prozent weniger als 2012. Für deutsche Unternehmen und vor allem den Mittelstand, der mit gut 3,6 Millionen Unternehmen 99 Prozent der Unternehmen der Privatwirtschaft umfasst und für immerhin 36 Prozent des Umsatzes deutscher Unternehmen sorgt, ist das eine gute Nachricht: Einerseits ist er seltener selbst von Unternehmensinsolvenzen betroffen und bleibt von Engpässen durch insolvente Zulieferer oder Abnehmer verschont. Andererseits spricht der Rückgang der Verbraucherinsolvenzen tendenziell für eine stabile Nachfrage durch Konsumenten.

Risikofaktoren begünstigen Insolvenzanfälligkeit

Und doch gibt es Branchen, in denen das Risiko einer Unternehmensinsolvenz weiterhin hoch ist. Besonders betroffen sind der Einzelhandel, dessen Margen auch durch den wachsenden Online-Handel unter Druck geraten, und die Lebensmittelindustrie. Mit extremem Konkurrenzdruck und dem harten Preiskampf im Einzelhandel sind vor allem mittelständische Unternehmen täglich konfrontiert.


Während im Finanzsektor Stresstests weit verbreitet sind, gibt es ähnliche Untersuchungen für die Industrie kaum. Die Bundesbank hat eine empirische Studie zur Krisenanfälligkeit von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland durchgeführt und die Ergebnisse in ihrem Monatsbericht März vorgestellt.

Das Fazit lautet, „dass eine breite Eigenkapitalbasis und flexible Kostenstrukturen, insbesondere was Personalaufwendungen anbelangt, ganz wesentliche Voraussetzungen für eine wirksame Begrenzung von Risikoanfälligkeiten im nichtfinanziellen Unternehmenssektor darstellen.“ Für den Mittelstand heißt das, den Risikotreiber Verschuldung im Griff zu behalten und starre Kostenstrukturen aufzubrechen.