Freitag, 15.06.2012
GE Capital Mittelstands-Studie

Wachstumslokomotive Mittelstand

Global, innovativ, kundenorientiert. Mit diesen Argumenten lässt der europäische Mittelstand Großunternehmen zunehmend hinter sich. Ganz vorne dabei sind deutsche Unternehmen.

Der Mittelstand ist stärker als Klein- und Großunternehmen der Wachstumstreiber der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa. Besonders erfolgreich sind dabei deutsche Mittelständler. Im Vergleich zu den Unternehmen in Frankreich, Italien und Großbritannien gibt es hierzulande deutlich mehr Unternehmen (28%), die im vergangenen Jahr mit mindestens 5 Prozent gewachsen sind. Das sind die Kernergebnisse der „Analyse Mittelstand – Erfolgsfaktoren für Wachstum in Europa“, die der Finanzdienstleister GE Capital am Freitag in Frankfurt vorgestellt hat.

Vorteil Fachkräfte im Mittelstand

Ausschlaggebend für die den Vorsprung gegenüber den anderen großen europäischen Industrienationen ist für Professor Johann Eekhoff neben gesamtwirtschaftlichen Faktoren vor allem der bessere Zugang zu erfahrenen und bezahlbaren Arbeitskräften. „Trotz geringerer Arbeitslosigkeit ist der Fachkräftemarkt in Deutschland weniger eng“, sagt Eekhoff. Ein Beleg dafür sei, dass deutsche Mittelständler  zwischen 2007 und 2010 während der Krise 84.000 neue Stellen geschaffen hätten, während Konzerne massiv Stellen abgebaut haben. geschaffen Unabhängig davon gewinnen Personalthemen wie Nachwuchsrekrutierung, Führungskräfteentwicklung oder Abwerbung von Talenten auch im deutschen Mittelstand immer mehr an Bedeutung.

Herausforderung Finanzierung

Weitere Aspekte, die Growth-Champions charakterisieren sind globale Kompetenzen – über die Hälfte der deutschen Mittelständler arbeitet global -, Innovationen – deutsche Mittelständler  haben deutlich mehr Patente angemeldet als die europäische Konkurrenz – sowie Kundenorientierung und Investitionen in Wachstum. Deutsche Unternehmen sehen in der Wachstumsfinanzierung allerdings eine größere Herausforderung als ihre europäischen Wettbewerber. Außerdem legen sie starken Wert auf Liquiditätssicherung: „Unternehmen suchen Instrumente, die sicherstellen, dass sie auch in schwierigen Zeiten keine Liquiditätsengpässe bekommen“, bestätigt Joachim Secker, Vorstand von GE Capital. Dies erkläre auch den scheinbaren Widerspruch zwischen regem Neugeschäft und geringer Inanspruchnahme der Linien.

Insgesamt wurden für die Studie mehr als 1.600 Unternehmen in den vier großen europäischen Volkswirtschaften (Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland) befragt.

Quellen: GE Capital, Markt und Mittelstand