Freitag, 22.06.2012
Zukunftsmärkte
Subsahara-Afrika

Afrika wird attraktiver

Zunehmende politische und ökonomische Stabilität – das sind die Schlüsselfaktoren, die den afrikanischen Volkswirtschaften derzeit gute Wachstumswerte beschert. Doch die Herausforderungen sind groß.

Zunehmende politische und ökonomische Stabilität – das sind die Schlüsselfaktoren, die den afrikanischen Volkswirtschaften derzeit gute Wachstumswerte beschert. Doch die Herausforderungen sind groß.
Überraschend stabil erweisen sich derzeit einige Volkswirtschaften in Subsahara-Afrika gegenüber der kriselnden Weltwirtschaftslage. Mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 5,4 Prozent für 2012 liegt die Region bereits auf Platz zwei hinter Asien. Vor allem stabile politische Rahmenbedingungen sowie ein Trend zu stabilitätsorientierter Wirtschaftspolitik sind laut einer aktuellen Studie der Commerzbank Group Risk Research für den anhaltenden positiven Wirtschaftstrend verantwortlich.

Bevölkerungswachstum – Chance und Risiko für Wirtschaftsentwicklung

Einige Länder der Subsahara-Region können schon jetzt deutliche Überschüsse in der Leistungsbilanz vorweisen und auf gestiegene Devisenreserven blicken. Allerdings stellt die demographische Entwicklung die Subsahara-Afrika auch vor enorme Herausforderungen: „Das aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums kräftig zunehmende Arbeitskräftepotenzial kann nur durch Schaffung von zusätzlichen Jobs aufgefangen werden“, sagt Florian Witt, Abteilungsleiter Afrika bei der Mittelstandsbank der Commerzbank. Vor allem durch das verarbeitende Gewerbe in Landwirtschaft und Bergbau können neue Jobs entstehen.

„Eine günstige Ausgangslage für Jobwachstum findet sich auch bereits in größeren Städten“, sagt Rainer Schäfer, Leiter der Länderrisikoanalyse der Commerzbank. Dort wachse zunehmend eine Mittelschicht heran, die hochwertigere Produkte nachfrage, wovon auch Dienstleistungssektor und Finanzwirtschaft profieren.  Zudem sei die Entwicklung angesichts des Wohnungs- und Infrastrukturausbaus auch für den Bausektor erfreulich.

Korruption und Bürokratie hemmen Investitionen

Reformbedarf gibt es vor allem im Geschäftsumfeld bei der Korruptionsbekämpfung sowie der Senkung der bürokratischen Hemmnisse. Hier schneiden Subsahara-Länder immer noch weit unterdurchschnittlich ab. Zudem verhindern Bürgerkrieg und wirtschaftliches Chaos in Ländern wie Sudan und Somalia auf langfristige Perspektive eine wirtschaftliche Annäherung der Subsahara-Länder aneinander und hemmen ausländische Direktinvestitionen. Auch steigende Inflationsraten in einigen Ländern könnten Investitionspläne durchkreuzen.

Quellen: Commerzbank Group Risk Research, Markt und Mittelstand