Dienstag, 16.01.2018
Weiter graue Wolken über dem Weißen Haus: Viele Unternehmer blicken mit einer größeren Verunsicherung auf die US-Wirtschafts- und Handelspolitik als vor einem Jahr

Foto: Ed-Ni-Photo/Thinkstock/Getty Images

Weiter graue Wolken über dem Weißen Haus: Viele Unternehmer blicken mit einer größeren Verunsicherung auf die US-Wirtschafts- und Handelspolitik als vor einem Jahr

Zukunftsmärkte
Präsident bleibt Risikofaktor

AmCham-Umfrage: Trump verunsichert Unternehmen

Nach einem Jahr Donald Trump hat der amerikanische Markt an Attraktivität als Wirtschaftsstandort für deutsche Unternehmen eher gewonnen als verloren – auch wenn der Präsident weiterhin für Verunsicherung sorgt. Das zeigt eine Umfrage.

Ein Jahr nach der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump hat die American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany) eine Blitzumfrage unter den Mitgliedern ihres Verwaltungsrats durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen: Der US-Markt hat seine Attraktivität als Wirtschaftsstandort seit Beginn der Trump-Administration gehalten (48 Prozent) oder sogar zugelegt (36 Prozent). Doch mehr als zwei Drittel aller Befragten (70 Prozent) blicken mit einer größeren Verunsicherung auf die US-Wirtschafts- und Handelspolitik als vor einem Jahr.

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„Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich trotz der politischen Debatten weiter“, kommentiert der AmCham Germany-Präsident Bernhard Mattes das Ergebnis der Befragung. „Doch die Wirtschaft wartet noch auf wichtige Signale aus Washington. Wir fordern von der Trump-Administration eine klare Wirtschafts- und Handelspolitik, die verlässliche Rahmenbedingungen schafft.“

Gefragt, ob die Wirtschaftspolitik von Präsident Trump mittel- bis langfristig zu mehr Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum führen wird, geht die Mehrzahl der Teilnehmer (44 Prozent) von einem klaren „Nein“ aus. Positiver sehen die Befragten die Senkung der US-Unternehmenssteuer: Fast zwei Drittel rechnen hier mit Vorteilen für ihr Unternehmen. Zur Frage, wie sich die „America First“-Politik der US-Regierung auf ihre transatlantischen Geschäftsmodelle auswirken werde, trauen sich 61 Prozent der Befragten noch kein Urteil zu.

Info

Die Blitzumfrage wurde unter den Verwaltungsratsmitgliedern der AmCham Germany durchgeführt. 26 Mitglieder dieses Gremiums nahmen an der Umfrage teil. Sie vertreten deutsche, amerikanische und internationale Unternehmen.