Freitag, 30.04.2021

Shutterstock / ESB Professional

Finanzviertel in Peking: Komplexe regulatorische Herausforderungen im chinesischen Markt machen es deutschen Mittelständlern schwer.

Zukunftsmärkte
Blitzumfrage

Ausländische Unternehmen in China: Es geht nicht voran

Eine Blitzumfrage der deutschen Handelskammer zeigt die aktuell größten Hürden für ausländische Unternehmen in China. Vorne mit dabei: Die komplexe Regulatorik.

Auch wenn deutsche Diplomaten in Peking vorstellig werden und für Verbesserungen werben, bleiben Erleichterung bei den Reiserestriktionen und faire Wettbewerbsbedingungen Schlüsselthemen für die deutsche Wirtschaft.

Clas Neumann, Präsident der Deutschen Handelskammer dort, drückt es so aus: "Komplexe regulatorische Herausforderungen im chinesischen Markt und ein international schwieriges politisches Umfeld dämpfen den Optimismus". Und er ergänzt, welche Themen die deutsche Bundesregierung in ihren Gesprächen mit ihren chinesischen Pendants adressieren solle. Laut Mitgliederumfrage steht dabei auf Platz eins weiterhin das Problem der Corona-bedingten Reiserestriktionen. Geplante Investitionen – teilweise bereits mehrfach verschoben – könnten noch immer nicht umgesetzt werden. "Dass die chinesische Regierung hier eine Fortsetzung des Fast-Track-Verfahrens in Aussicht stellt, weckt für die deutsche Wirtschaft vor Ort große Hoffnungen. Wir kennen etliche Beispiele für nicht vollzogene Unternehmensgründungen, den schleppenden Aufbau von Produktionslinien oder auch die Beeinträchtigung der Wartung von wichtigen Maschinen und Anlagen bei chinesischen Unternehmen", so Neumann.

Die Hälfte der Unternehmen (49%) wünscht sich das Eintreten für gleiche Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen in China vor dem Hintergrund des "Dual-Circulation-Konzepts". Auch bei Lizenzvergabe zeigt die Umfrage, dass weniger die Transparenz hinsichtlich Anforderungen und -vergabe ein Thema ist, sondern es vielmehr an der Gleichbehandlung zu lokalen Wettbewerbern mangelt", kommentiert Neumann die aktuellen Umfrageergebnisse vom April. Gleichbehandlung ist auch ein Schlüsselthema des EU-China Investitionsabkommens (CAI), und entsprechend hoch sind die daran geknüpften Erwartungen.

An dritter und vierter Stelle der Unternehmer-Herausforderungen stehen bei rund einem Drittel der Befragten die bessere Zusammenarbeit im Bereich Umweltschutz/ Kohlenstoffneutralität (34%) und für ein Viertel das Thema Industrie 4.0 (24%).

Die Deutsche Handelskammer in China erwartet, dass die bilateralen Konsultationen dazu genutzt werden, Herausforderungen anzusprechen und Lösungen aufzuzeigen. 320 Mitgliedsunternehmen der Deutschen Handelskammer in China haben an der an Blitzumfrage teilgenommen.

2020 © Markt und Mittelstand · Alle Rechte vorbehalten.

Der Newsletter für Unternehmer – jeden Donnerstag in Ihr Postfach

NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN