Freitag, 21.08.2015

Bildquelle: Ryan McVay/Thinkstock/Getty Images

Firmenvertreter mancher Länder geben Korruptionsgelder im Ausland mit beiden Händen aus.

Zukunftsmärkte
Bericht von Transparency International

Auslandsbestechung bleibt ein Problem

Kleine Aufmerksamkeiten für Amtsträger erleichtern das Auslandsgeschäft – sind aber illegal. Von 41 Unterzeichnerstaaten der OECD-Konvention gegen Korruption bekämpfen die Hälfte unfaire Praktiken wenig bis gar nicht. Unter ihnen sind einige Überraschungen.

In vielen Exportländern prägt Korruption weiterhin das Geschäftsgebaren. Während Deutschland, die USA, Großbritannien und die Schweiz aktiv gegen Auslandsbestechung von Amtsträgern vorgehen, bleiben 20 wichtige Exportländer nachhaltige Maßnahmen schuldig.

Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Bericht der Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) „Exporting Corruption“. 16 Jahre nach dem Inkrafttreten der OECD-Konvention zur Bekämpfung der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr unternehmen demnach die Hälfte ihrer 41 Unterzeichnerstaaten wenig oder keine Anstrengung, um Auslandsbestechung zu verfolgen.

Transparente Projektpraxis im Ausland

Unter anderem tun Mexiko, Russland, Brasilien und die Türkei laut dem Bericht nicht genug dafür, ihre Unternehmen von einer fairen und transparenten Projektpraxis im Ausland zu überzeugen. Auch Irland, die Japan, Dänemark und Estland sind unter den Exportländern mit wenig Anstrengung in der Korruptionsbekämpfung im Auslandsgeschäft.

Das Inkrafttreten der OECD-Konvention 1999 machte es überhaupt erst illegal für deutsche Unternehmen, ausländische Amtsträger zu bestechen. Zuvor konnten „Bestechungsgelder als nützliche Aufwendung von der Steuer abgesetzt werden“, heißt es vonseiten TI.

Bewusstsein für Compliance stärken

Um weiterhin konsequent gegen Auslandsbestechung vorzugehen, empfiehlt die Antikorruptionsorganisation, auch bei mittelständischen Unternehmen das Bewusstsein für Compliance zu stärken. Das wäre etwa möglich, indem Deutschland Falldarstellungen nicht mehr anonymisiert, sondern die Namen von Unternehmen nennt und berichtet, wo sie Amtsträger bestochen haben.

Hinweisgeber sollten zudem besser geschützt werden, findet TI. Gerade im privaten Sektor fürchteten mögliche Whistleblower persönliche Folgen für Hinweise auf korrupte Geschäftspraktiken. Für die Aufdeckung von Korruptionsfällen sind sie jedoch elementar.

Die 20 Exportländer mit ungenügender Bekämpfung von Auslandsbestechung machen gemeinsam ein Fünftel der weltweiten Exporte aus. Nur wenn es gelingt, auch sie von fairen Praktiken im Auslandsgeschäft zu überzeugen, kann der weltweite Kampf gegen Korruption gelingen.