Montag, 11.04.2016
Krasnodar ist die Kornkammer Russlands. Um das geerntete Getreide auch vor Ort weiterverarbeiten zu können, braucht es Landtechnik-Importe. Einige Ausschreibungen laufen schon.

Bildquelle: christiane proulx/Thinkstock/Getty Images

Krasnodar ist die Kornkammer Russlands. Um das geerntete Getreide auch vor Ort weiterverarbeiten zu können, braucht es Landtechnik-Importe. Einige Ausschreibungen laufen schon.

Zukunftsmärkte
Geschäftschancen für Mittelständler

Ausschreibungen: Russland braucht deutsche Landtechnik

Die Ernten in der russischen Region Krasnodar sind reichhaltig, die Verarbeitung des Getreides geschieht jedoch häufig im Ausland. Denn es gibt kaum Mühlwerke und moderne Landtechnik. Mithilfe deutscher Firmen soll sich das ändern.

Die russische Region Krasnodar bemüht sich derzeit aktiv um ausländische Investoren. An den Ausschreibungen, die für einige Landtechnik- und Nahrungsmittelindustrie-Projekte laufen, sollen sich ausdrücklich auch deutsche Unternehmen mit Angeboten beteiligen.

Krasnodar liegt im Süden Russlands am Schwarzen Meer. Sie ist die zweitdichtest bevölkerte Region Russlands und profitiert wirtschaftlich vor allem von fruchtbaren Böden und einem mediterranem Klima. Trotz der bestehenden Wirtschaftssanktionen der EU will Krasnodar wachsen und dafür ausländische Technologie und Investitionen anlocken.

Krasnodar will Getreide bald lokal verarbeiten

Konkrete Geschäftschancen gebe es unter anderem bei der Getreideverarbeitung, berichtet die Außenwirtschaftsgesellschaft GTAI unter Berufung auf den Gouverneur Krasnodars, Wenjamin Kondratjew. Derzeit werde ein großer Teil des in der Region geernteten Getreides zur Verarbeitung exportiert und als Mehl wieder importiert, da es vor Ort keine Mühlanlagen gibt.

Nach Kondratjews Angaben haben russische Unternehmen daher geplant, Mühlentechnik für jährlich 22.000 Tonnen Weizenmehl und 7.000 Tonnen Sonnenblumenöl zu installieren. Zudem soll ein Werk für die Gewinnung von Stärke aus Mais errichtet werden. In die Errichtung eines Werks für die Erzeugung von Jod sollen außerdem 230 Millionen Euro investiert werden.

Die Technologie hierfür möchten die Projektbetreiber aus dem Ausland beziehen. Landtechnik-Hersteller und Finanzinvestoren sind daher aufgefordert, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen.

Deutsche Zulieferer für Landtechnik willkommen

Um mittelfristig auch eigene Landtechnik einsetzen zu können, will die Region Krasnodar zudem die angeschlossene verarbeitende Industrie stärken. So soll ein Werk in Nowopokrowski bald kleine Traktoren bauen. Ein Walzwerk auf Leningrader Gebiet soll jährlich 100.000 Tonnen Zinkblech mit Polymerbeschichtung erzeugen. Und in Abinski möchte die Regionalverwaltung Ausrüstung zur Reisverarbeitung fertigen lassen.

Auch für diese Projekte sind ausländische Zulieferer stark umworben. Einige der Vorhaben sollen in öffentlich-privaten Partnerschaften (PPP) entstehen. Öffentlicher Partner ist die Regionalverwaltung Krasnodar. 

Bereits jetzt realisieren viele deutsche Firmen Projekte in Krasnodar und haben sich teils sogar vor Ort niedergelassen. 50 der 300 niedergelassenen Unternehmen mit ausländischen Kapitalanteilen stammen laut GTAI-Angaben aus Deutschland. Für Industrieansiedlungen empfehlen sich 
unter anderem die örtlichen Gewerbeparks. Sie sind entweder von der Regionalverwaltung eingerichtet oder in privater Hand.

Info

Detailinformationen zu Ausschreibungen und direkte Kontaktdaten der privaten Projektbetreiber erhalten Firmen hier:
Regionalverwaltung Krasnodar
Abteilung Investitionspolitik
Ansprechpartner: Rashid Kudajew (spricht englisch)
Tel.: 007 861 21024 92, E-Mail: kudaev@investkuban.ru