Freitag, 07.06.2013
Zukunftsmärkte
China

Automobilindustrie: China erwägt Strafzölle

In der Automobilindustrie dominiert derzeit der Streit um Strafzölle den Dialog zwischen Europa und China. Nun lässt auch China seine Muskeln spielen – auf Kosten europäischer Autohersteller.

Zunächst sorgte der Streit um europäische Strafzölle auf chinesische Solaranlagen für heftige Spannungen. Nun provozieren chinesische Erwägungen, Premiumautos aus europäischer Produktion mit Strafzöllen zu belegen, einen erneuten Handelsstreit.
Die französische Zeitung „Les Echos“ berichtete am Freitag, dass die Führung in Peking Strafzölle gegen europäische Autobauer aus dem Premiumsegment erwäge. Dies beträfe in der deutschen Automobilindustrie vor allem die deutschen Autobauer Daimler, BMW und Audi. Die chinesische Regierung wirft den Herstellern vor, ihre Produkte mittels Beihilfen in China unter Wert zu verkaufen. Ähnliche Vorwürfe äußerte Peking bereits vor wenigen Tagen gegen europäische Weinhersteller, es wurden Prüfungen wegen Dumpings eingeleitet.

Chinas neue Führungsriege toleriert niedrigere Wachstumsraten

Andererseits können auch europäische Firmen davon profitieren, dass die neue Regierung in China künftig den heimischen Konsum ankurbeln will. Experten zufolge, will  Peking die Wirtschaft aber auch unabhängiger von Exporten gestalten.
Dabei nehme die neue Regierung geringere Wachstumsraten in Kauf. "Die neue Führung toleriert definitiv eine stärkere Abkühlung der Konjunktur als ihre Vorgänger", so Zhang Yongjun, Volkswirt des chinesischen Think Tanks CCIEE in Peking. Die alte Regierung in China hatte stets ein Mindestwachstum von 7,5 bis 8 Prozent pro Quartal angestrebt hat und dieses Ziel notfalls auch durch Konjunkturpakete erreicht. Chinas neue Chefetage um Präsident Xi Jingping werde laut Yongjun warten, bis sich die Konjunktur auf Wachstumsraten um 7 Prozent abkühle. Erst dann würden neue Konjunkturpakete erwogen.

2022 © Markt und Mittelstand · Alle Rechte vorbehalten.

Der Newsletter für Unternehmer – jeden Donnerstag in Ihr Postfach

NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN