Montag, 25.03.2013
Zukunftsmärkte
Automobilindustrie

Automobilindustrie: Zulieferer unter Druck

Die Automobilindustrie in Westeuropa kommt aus der Krise nicht heraus. Jetzt trifft es die Zulieferer - dort droht ein massiver Stellenabbau. Deutschland ist besonders betroffen.

Die Automobilindustrie in Westeuropa kommt aus der Krise nicht mehr heraus. Die von der Rezession betroffenen Länder vermelden schon länger sinkende Absatzzahlen. Nun prognostiziert die Unternehmensberatung Roland Berger auch für Gesamteuropa einen deutlichen Rückgang der Produktion: Nachdem im Jahr 2007 noch 16 Millionen Fahrzeuge hergestellt wurden, könnten es im Jahr 2016 nur noch 13 Millionen produzierte Fahrzeuge sein. Das trifft auch die Zulieferer: Hier droht in den nächsten Jahren ein massiver Stellenabbau.

Automobilindustrie: 75.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Bis zu 75. 000 Arbeitsplätze könnten in der Automobilindustrie in den kommende vier bis fünf Jahren wegfallen. Davon geht der Autor der Studie, Marcus Berret, aus. Deutschland ist von diesen negativen Entwicklungen besonders betroffen – hier sitzen vergleichsweise viele Zulieferer. Die Produktion der Automobilindustrie werde sich noch stärker in die Osteuropäischen Länder verlagern. Ein aktuelles Beispiel ist die Ankündigung von US-Zulieferer TRW, man werde bis zum Jahresende das Werk im Baden-Württembergischen St. Leon-Rot schließen und die Produktion nach Polen verlagern – 300 Mitarbeiter sind betroffen. Als Grund nannte Frank Müller von der TRW-Geschäftsleitung den hohen Kostendruck und die rückläufige Fahrzeugproduktion in Europa. Auch bei einem weiteren US-Zulieferer bangen die Mitarbeiter in Deutschland um ihre Arbeitsplätze: In den BorgWarner-Werken Heidelberg und Ketsch sollen einige Produkte nicht mehr hergestellt werden – bis zu 300 Stellen und vielleicht sogar die ganzen Werke sind bedroht.

Zulieferer kämpfen ums überleben

Studienautor Marcus Berret zufolge werden nur die Zulieferer überleben, die sich international ausrichten, ihr Angebot auf spezialisierte Autoteile konzentrieren und mit starken Partnern zusammenarbeiten. Schon jetzt sei ein deutliches Gefälle bei den Umsätzen der Zulieferer zu erkennen. Je nach Lieferung und Kunde lägen die Ergebnisse zwischen einem Gewinn von zehn Prozent und einem Verlust von fünf Prozent. 

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