Dienstag, 05.02.2013
Copacabana

Quelle: Thinkstock / Getty Images

Brasilien (hier die Copacabana in Rio de Janeiro) möchte neue Fachkräfte ins Land holen.

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Brasilien braucht dringend Fachkräfte

Die Arbeitslosenrate in Brasilien ist so niedrig wie nie zuvor. Für Unternehmer bedeutet dies aber zusätzliche Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Fachkräften vor Ort.

5,5 % betrug die Arbeitslosenrate in Brasilien im Jahr 2012, das bedeutet eine Abnahme gegenüber dem Vorjahr um 0,5 %. Was für die nationale Regierung Grund zum Optimismus bedeutet, bereitet Unternehmern, die in Brasilien ihr Geschäft ausbauen möchten, Kopfzerbrechen. Während die Industrie zwar einen leichten Stellenrückgang zu verzeichnen hatte, sind im Dienstleistungssektor viele neue Stellen entstanden, die nun aber nicht alle passend besetzt werden können. Verschärft wird die Situation noch durch die erfreulichen Konjunkturaussichten für 2013: Nach zuletzt nur moderatem Wachstum (1 % im vergangenen Jahr) soll die brasilianische Wirtschaft heuer wieder kräftig wachsen: 3,5 % sind prognostiziert.

Fachkräftemangel durch Zuwanderung begegnen

Der Fachkräftemangel ist nicht zuletzt auf fehlende Investitionen in die Bildung während der letzten Jahre zurückzuführen. Er ist in technischen Berufen besonders stark ausgeprägt. Brasilien ist daher mehr und mehr auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Laut brasilianischem Arbeitsministerium wurden 2012 etwa 70 000 Visa, die Berechtigung zur Arbeit geben, ausgestellt, was einen Anstieg um über 60 % seit 2009 bedeutet. Und Brasilien will noch mehr: Die Regierung hatte zuletzt angekündigt, bürokratische Hürden im Antragsprozess für Visa weiter abbauen zu wollen, um neue Fachkräfte aus dem Ausland ins Land zu holen. Auch sind für bestimmte Branchen Sonderregelungen nicht ausgeschlossen.