Mittwoch, 11.01.2012
Zukunftsmärkte
Südamerika

Chile: positive Wirtschaftsaussichten

Das starke Wirtschaftswachstum Chiles (2010: 6,5 Prozent) wird sich auch für 2012 fortsetzen, prognostiziert der Kreditversicherer Delcredere. Basis des Wachstums ist eine kräftige Binnennachfrage. Zudem profitiert die Wirtschaft von den Investitionen, die durch den Wiederaufbau aufgrund des zerstörerischen Erdbebens 2010 angetrieben wurden.

Solide Rahmenbedingungen

Chile zeichnet sich durch stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine unternehmerfreundliche Politik aus. So strebt die Außenpolitik des Landes nach internationalen Handelsabkommen. Es bestehen Freihandelsabkommen (FTAs) mit der Europäischen Union, Kanada, den USA und Mexiko. Die Staatsverschuldung lag 2010 auf einem relativ niedrigen Niveau von 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Zudem gibt die niedrige Inflationsrate der Gesamtwirtschaft eine stabile Basis. Darüber hinaus ist der chilenische Finanzmarkt gut entwickelt und verfügt über einen solide kapitalisierten Bankensektor. Dies erleichtert Unternehmen den Zugang zu Krediten und befördert die Investitionskraft im Land. 

Starke Abhängigkeit von Kupferexporten und Energieimporten

Wichtigster Rohstoff des Landes ist Kupfer. Der Export des Industriemetalls macht 45 Prozent der Leistungsbilanzeinnahmen aus. Doch hohe Kupferpreise wie sie in den vergangenen Jahren zu beobachten waren, werten den chilenischen Peso auf. Dies behindert die Wettbewerbsfähigkeit anderer chilenischer Exportprodukte auf dem Weltmarkt und verstärkt somit die Abhängigkeit vom Kupferexport. 

Als Herausforderung für die Zukunft muss Chile zudem die eigene Energieproduktion erhöhen. Da das Land nicht über eigene Vorkommen fossiler Energieträger verfügt, ist es bisher auf Energieimporten der Nachbarländer angewiesen. Für die langfristige Wirtschaftsentwicklung müssen daher Maßnahmen zur Entwicklung alternativer Energiequellen vorangetrieben werden.

 

Quellen: Delcredere, Markt und Mittelstand
 

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