Dienstag, 26.02.2013
Zukunftsmärkte
Wachstumsmarkt China

China bleibt im Vorteil

Viele Unternehmen verlagern ihre Produktion aus China in kostengünstigere Länder Südostasiens. Trotzdem verfügt China auch in den nächsten zehn Jahren über wichtige Wettbewerbsvorteile.

China hat Japan als zweitgrößte Handelsnation abgelöst und ist nun hinter den USA der weltweit zweitgrößte Produzent. Steigende Lohnkosten haben allerdings in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Chinas Vorteile gegenüber seinen Nachbarn in Südostasien schwinden. Immer mehr Hersteller haben ihre Produktion deshalb zuletzt dorthin verlagert. Hinzu kommen weitere Herausforderungen, da beispielsweise immer mehr entwickelte Länder Reindustrialisierungsprogramme forcieren, was dazu führt, dass lokale Unternehmen die Produktion zurück in ihre Heimatländer verlagern.

Wie die Economist Intelligence Unit (EIU) berichtet, stiegen Lohnkosten in China in den letzten zehn Jahren fast auf das Vierfache. Gegenüber den Staaten der Association of South East Asian Nations (ASEAN) hat das Land damit einen wichtigen Vorteil eingebüßt. Wohin dies führen kann, zeigt sich am Beispiel Nike. Im Jahr 2000 wurden 40 Prozent der von Nike weltweit verkauften Schuhe in China gefertigt und 13 Prozent in Vietnam. Im Jahr 2009 kamen China und Vietnam bereits auf den gleichen Prozentanteil von 36 Prozent. 2010 hatte Vietnam China bereits abgelöst.

China noch 10 Jahre im Vorteil

Trotz des schwieriger werdenden Umfelds verfügt China nach wie vor über wichtige Vorteile, die Schätzungen zufolge noch 10 Jahre lang Gültigkeit haben werden. Die Arbeitskosten in den zentralen und westlichen Regionen Chinas sind immer noch niedriger als in den Küstengebieten. Das Angebot an Arbeitskräften lockt weiterhin Investoren aus dem verarbeitenden Gewerbe in diese Regionen. Darüber hinaus stellt die gestiegene Qualität der Arbeitskräfte einen Wettbewerbsvorteil für China dar. Auch der Rückzug von Produktionsstätten beispielsweise in die USA scheint sich derzeit noch auf die Hochtechnologie in der High-End-Industrie zu beschränken.

Um auch künftig im Wettbewerb der Produktionsstätten erfolgreich zu sein, könnte China darüber hinaus zusätzliche Wettbewerbsvorteile schaffen. Dazu könnte es beispielsweise in Aus- und Weiterbildung investieren. Darüber hinaus könnte die Regierung in China Bestimmungen für den Arbeitsmarkt einführen, um die Nachfrage nach Fachkenntnissen korrekt vorherzusagen.

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