Mittwoch, 01.08.2012
Zukunftsmärkte
China

China kommt nicht in Schwung

Mit 49,3 Punkten nähert sich der Einkaufsmanagerindex im Juli der magischen Marke von 50. Aber Wachstum scheint in China deswegen noch nicht in Sicht.

Das erste Mal seit fünf Monaten verzeichnet der von der HSBC-Bank und Markit erhobene Einkaufsmanagerindex wieder ein Plus. Von 48,2 Zählern im Juni stieg der Index auf 49,3 Punkte im Juli 2012. Dabei verfehlte er den zunächst prognostizierten Wert von 49,5 Punkten nur knapp. Die Zahlen signalisieren einen vergleichsweise geringen Rückgang wirtschaftlicher Aktivität im Vergleich zum Vormonat. Die Verbesserung des Indexes gegenüber dem Vormonat ist dennoch die beste seit 21 Monaten.

Chinas Hersteller erreichen die Wachstumszone nicht

Im Gegensatz zum Einkaufsmanagerindex der chinesischen Regierung, bildet der HSBC-Index mittelständische Unternehmen aus der Privatwirtschaft ab und lässt die Staatskonzerne außen vor. Der Index gilt als zuverlässiges Instrument, um vor allem ein Stimmungsbild der kleineren Firmen zu zeichnen. Sie haben gewöhnlich schlechteren Zugang zu Bankkrediten als die großen staatlichen Unternehmen. Insofern kann der Messwert nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wachstumszone noch nicht erreicht ist.  Ab 50 Zählerpunkten spricht man gemeinhin von einer Wachstumsphase. Das Fazit des stellvertretenden Leiters von HSBC Asian Economic Research, Hongbin Qu, fällt dementsprechend nüchtern aus: „Die Zahlen lösen nicht gerade Begeisterung aus, da die Verlangsamung von Chinas Wachstum wegen der wegbrechenden externen Märkte nicht gedreht werden konnte.“ Auch die Beschäftigtenzahlen bereiten Sorge. Seit 40 Monaten sind die Arbeitnehmerzahlen nicht mehr so stark gesunken wie im Juli 2012. Mittels Personalabbau reagieren die Firmen auf die verzeichneten Auftragsrückgänge. Eine verstärkte Intervention der chinesischen Regierung zur Anregung des Wirtschaftswachstums wird demnächst erwartet.

Große Staatsunternehmen noch im Plus

Nur geringfügig besser schaut der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex aus, der vom Logistikverband CFLP erhoben wird. Er reflektiert die wirtschaftliche Aktivität der großen chinesischen Staatsunternehmen. Der Index fällt von 50,2 auf 50,1 Zähler und zeigt auf, dass die chinesische Wirtschaft kaum noch wächst. CFLP reagiert dennoch positiv auf die Zahlen, denn die Talsohle sei nun erreicht. In den kommenden Monaten rechne man mit einer Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft.

Quelle: HSBC, Markit, Reuters Deutschland, Markt und Mittelstand

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