Donnerstag, 10.10.2013
Zukunftsmärkte
China krempelt seine Wirtschaft um

China: Umdenken im Mittelstand erforderlich

Das Wachstum der Wirtschaft in China hat sich verlangsamt. Dahinter steckt jedoch Methode. Das Land setzt künftig auf Qualität statt Quantität. Der Umbau könnte Experten zufolge länger dauern als von der chinesischen Führung geplant.

Chinas Wirtschaft ist im Umbruch. Billiger Produktionsstandort war gestern. Das macht auch für Mittelständler in China ein Umdenken erforderlich. Geht es nach der Staatsführung, soll die Wirtschaft der Volksrepublik in den kommenden Jahren vor allem qualitativ wachsen. Die Produktion technologisch hochwertiger Produkte zur Bedienung des Binnenmarktes ist das Ziel. Ein Ziel, das nach Ansicht des ehemaligen deutschen Botschafters in China, Michael Schaefer, sehr viel länger als geplant dauern kann. „Möglicherweise länger als eine Generation“, sagte er in seinem Vortrag auf dem Forum International 2013 der Commerzbank in München. Als größte Herausforderungen nennt Schaefer die noch immer vor allem in den Provinzen weit verbreitete Korruption, den Fachkräftemangel im Land sowie den Umweltschutz.

Wachstum in China noch die nächsten 20 Jahre

Für den deutschen Mittelstand bedeutet diese Kurskorrektur allerdings keine Nachteile. Im Gegenteil, die Modernisierung geht weiter. Erst kürzlich wurde in Shanghai die erste Freihandelszone außerhalb Hongkongs eröffnet, die weitere Investoren aus dem Ausland ins Land holen soll. China wird auch die nächsten 20 Jahre noch konstantes Wachstum zeigen, sind sich Experten einig. Auch werden abseits der etablierten Regionen an der Küste immer neue Gebiete Richtung Westen Chinas erschlossen. Die in diesem Jahr bereits mehrmals korrigierten Prognosen deuten zuletzt wieder auf 7,5 Prozent hin. Das Interesse im Mittelstand für eine China-Expansion ist hoch, der Firmenkunden-Zuwachs war für die Bank 2012 in China höher als im gesamten asiatischen Raum.

Wie die diesjährige Commerzbank-Studie „Neue Märkte, neue Chancen – Wachstumsmotor Internationalisierung“ gezeigt hat, steht China bereits heute an vierter Stelle der wichtigsten Absatzmärkte für mittelständische Unternehmen. An die Stelle von „Made in Germany“ tritt jedoch zunehmend „Managed in Germany“. Kunden aus China legen viel Wert darauf, dass ein deutsches Unternehmen den Produktionsprozess steuert. Die hohen Service- und Beratungsanforderungen chinesischer Kunden sowie die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Preise sind dabei die größten Herausforderungen.

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