Dienstag, 24.02.2015
Bangalore

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Indien (im Bild Bangalore) wird mit China künftig weltweit besonders viel Energie nachfragen.

Zukunftsmärkte
BP Energy Outlook 2035

China und Indien brauchen mehr Energie

Der BP Energy Outlook 2035 sagt für die kommenden 20 Jahre einen Anstieg der weltweiten Energienachfrage von insgesamt 37 Prozent voraus. Insbesondere der stark steigende Energiehunger in den Schwellenländern China und Indien ist dafür verantwortlich.


Die Haupthandelsströme werden sich in den kommenden 15 Jahren immer mehr von Europa und Nordamerika nach Asien verschieben. Ursächlich hierfür sind die im Vergleich höhere Energieeffizienz der westlichen Welt und die höhere Nachfrage in den asiatischen Schwellenländern. Letztere ist auch dafür verantwortlich, dass Erdgas der am schnellsten wachsende fossile Energieträger sein wird. Dies gilt auch für Flüssiggas (LNG), das jährlich um 1,9 Prozent wachsen und den prozentualen Anteil von herkömmlichem Pipeline-Gas übersteigen wird. Das zeigen die Ergebnisse des Energy Outlook 2035 des Energiekonzerns BP. Trotz der steigenden Energieeffizienz wird sich der weltweite CO2-Ausstoß pro Jahr um 1,2 Prozent erhöhen, das entspricht bis zum Jahr 2035 einem Anstieg von 25%. Als Grund wird das energieintensive Wirtschaftswachstum der asiatischen(Schwellenländer angeben, die die in Europa und den USA eingesparten CO2-Emissionen wieder zunichte machen.

„Nach einem Zeitraum von drei Jahren, in dem die Ölpreise sich stabil auf einem hohen Niveau bewegt haben, erinnern die Preisrückgänge der letzten Monate mehr als deutlich daran, dass stete Veränderungen die Norm auf den Energiemärkten sind“, sagt Spencer Dale, BP Group Chief Economist. „Es ist daher wichtig, über die derzeitige Volatilität hinaus auf die langfristigen Trends sowohl auf der Versorgungs- wie auch auf der Nachfrageseite zu blicken.“

Dem allgemeinen Abschwung an den Energiemärkten zum Trotz wird die weltweite Nachfrage nach Öl in den nächsten 20 Jahren um 0,8 Prozent jährlich ansteigen. Zwar hat der Ölverbrauch innerhalb der OECD-Länder seinen Höhepunkt schon vor rund zehn Jahren überschritten und wird bis zum Jahr 2035 auf das Niveau von 1986 zurück fallen. Dies wird allerdings durch die Energienachfrage Chinas wieder mehr als ausgeglichen. Prognostiziert wird, dass das Land die USA bis dahin als weltweit größter Ölverbraucher abgelöst haben wird. Ferner stellt der BP Report die Hypothese auf, dass der Nahe Osten bei der Erdölproduktion langfristig wieder an Bedeutung gewinnen wird.

BP Energy Outlook: Asien-Pazifik als neuer Nettoimporteur

Die Region Asien-Pazifik wird Europa als Nettoimporteur von Erdgas bis zum Anfang der 2020er Jahre ablösen. In Bezug auf Flüssiggas ist zu erwarten, dass die Produktion sich jährlich um 8 Prozent erhöhen wird. Wahrscheinlich wird dies zu einer stärkeren Integration der asiatischen Märkte und zu einer Diversifizierung der Gasversorgung in China und Europa führen.

Kohle ist zwar in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Nachfrage aus China der am schnellsten wachsende Energieträger gewesen. Laut BP-Prognose wird sich dieser Trend jedoch in den nächsten Jahren in das Gegenteil umkehren, er soll dann mit nur noch 0,8 Prozent sehr moderat wachsen. Dies liegt zum einen an der sich auch in China verbessernden Energieeffizienz, zum anderen an den dortigen energiepolitischen und regulatorischen Maßnahmen.

Nicht-fossile Energieträger werden vor allem aufgrund der (noch) relativ hohen Kosten und politischen Rahmenbedingungen nur leicht von heute 3 Prozent auf 8 Prozent im Jahr 2035 anwachsen. In diesem Sektor wird jedoch in den asiatischen Schwellenländern, insbesondere in China, aber auch in Indien, großes Potenzial gesehen, das bislang noch kaum ausgeschöpft wurde.

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