Freitag, 29.06.2018
Weltgrößte Freihandelszone: Handelsgeschäfte zwischen 16 asiatischen und pazifischen Ländern – darunter Australien – sollen dank RCEP schon bald zollfrei möglich sein.

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Weltgrößte Freihandelszone: Handelsgeschäfte zwischen 16 asiatischen und pazifischen Ländern – darunter Australien – sollen dank RCEP schon bald zollfrei möglich sein.

Zukunftsmärkte
Weltgrösste Freihandelszone

Dank RCEP könnten Zollschranken in Asien schon 2019 fallen

Bei den Verhandlungen zur Regionalen Umfassenden Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) drücken die designierten Mitgliedsstaaten aufs Tempo: Im November soll der Vertragstext stehen. Der deutsche Mittelstand würde direkt profitieren.

Unter dem Eindruck des wachsenden Protektionismus wollen die zehn Mitgliedsländer der Vereinigung der Südostasiatischen Nationen (Asean) rasch ihre Pläne zur panasiatischen Freihandelszone in die Tat umsetzen. Die Verhandlungen über den Freihandel zwischen 16 asiatischen und pazifischen Ländern laufen seit 2012 und sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden, beschlossen die Asean-Regierungschefs. Der Regionalen Umfassenden Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) sollen neben den zehn Asean-Ländern auch Japan, China, Indien, Südkorea, Australien und Neuseeland angehören. 

Wenn das Abkommen wie beabsichtigt abgeschlossen wird, entstünde die weltgrößte Freihandelszone. Gut 3,2 Milliarden Menschen und mehr als 40 Prozent des Welthandels würden darin eingebunden. Für die asiatischen Volkswirtschaften und die globalen Handelsströme hätte das beachtliche Auswirkungen. Auch mittelständische deutsche Unternehmen würden von der Handelsliberalisierung profitieren, wenn sie in einem der Mitgliedsländer produzieren und in ein anderes exportieren. 

Zollabbau und engere Zusammenarbeit

Gegenstand des Vertrags soll unter anderem der Abbau von Zöllen sein. Zudem wollen die Mitgliedsstaaten Hürden für grenzüberschreitende Investitionen abbauen und die Zusammenarbeit in vielen Bereichen verstärken.

Der Abschluss von RCEP sei umso dringender, nachdem sich Amerika unter Präsident Donald Trump aus dem pazifischen Freihandelspakt TPP in letzter Minute zurückgezogen habe, erklärte Singapurs Ministerpräsident Lee Hsien Loong auf einem Gipfel im April. Ursprünglich hatte die chinesische Regierung RCEP in Konkurrenz zum ehemals Amerika-geförderten TPP aufgesetzt. Im November findet ein weiterer Asean-Gipfel in Singapur statt – dort soll RCEP als ausverhandelt präsentiert werden.

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Einstimmigkeit als oberstes Ziel

Verzögert werden die Verhandlungen immer wieder von Indien. Lee erklärte, die Inder drängten nicht nur auf den freien Handel von Gütern und Dienstleistungen, sondern auch auf den von Personen. An ihm haben die übrigen 15 Länder jedoch kein Interesse. Bereits 2016 hatte Indien die Gespräche erschwert, weil die Vertreter des Landes Regelungen zum Abbau von Zöllen blockierten. Als Folge drohten die anderen Verhandlungsführer Indien mit einem Ausschluss von den Verhandlungen.

Den verhandelnden Parteien ist wichtig, RCEP mit allen 16 Mitgliedern abzuschließen, keines solle wie die USA ausscheren: „Wir wollen, dass das Handelsabkommen die regionale Architektur der Zusammenarbeit spiegelt“, formuliert Lee.